Archive for Juli, 2009

22. Juli 2009

Bürostühle

Wenn auf Arbeit ohnehin schon Sommerflaute ist, ist das Schlimmste, was einem passieren kann (neben vor Langeweile komatös wirkenden Kollegen) ein Bürostuhl.

Will man die Ellbogen auf den Tisch stützen, rollt einem der eigene Hintern nach hinten weg. Man kann die Sitzfläche nicht weit genug nach unten verstellen, um die Füße bequem auf den Boden zu stellen; fährt man sie aber hinauf, um die Füße auf die ringförmige Zwischenablage zu packen, wird der Stuhl gefährlich wacklig. Die Rückenlehne läßt sich ver-, aber nicht feststellen, woraus folgt, daß sie mir folgt, wenn ich mich vorbeuge und mir mit diesem ständig schiebenden Druck unendlich auf die Nerven geht. Die Sitzfläche ist anfangs vor und zurück kippbar, doch schon nach kurzer Benutzung vollkommen ausgenudelt und sinkt im 10-Minuten-Takt langsam und gleichmäßig nach vorne-abwärts. (Wenn sie in der tiefsten Position ist und man Hohlkreuz geil findet, kann man jetzt zumindest die Füße auf den Boden stellen.) Die einzigen nicht verstell-, roll-, dreh- oder kippbaren Teile sind die Armlehnen, die mir somit die Option nehmen, mich in meinen geliebten Schneidersitz zu begeben. All diese Dinge zusammen ergeben mehr Rückenschmerzen in einer Stunde als ein ganzes Wochenende Korrepetition im Kirchenchor. Aber das Schlimmste: Man kann nicht kippeln. Das macht mich richtig aggressiv. Der Stuhl darf sich in jede noch so unmögliche Pose begeben, während ich nur hinnehmen und mich so gut es eben geht anpassen kann. Ist doch total unfair!

Ich will einen Holzstuhl. Einen, dessen Sitzfläche nicht in genormter Höhe von 45 cm hängt, sondern leicht darüber, damit auch 1,80 m – Frauen wie ich sich darauf wohlfühlen können; einen Stuhl, dessen Lehne bis auf Höhe der Schulterblätter reicht, und dessen Form und Funktion von verläßlicher Einfachheit sind, damit ich mich zurechträkeln kann, ohne gleich aus einem Meter Höhe auf´s Parkett zu krachen. Ein Kissen würd ich mir selber mitbringen…

12. Juli 2009

Nest

Ich habe heute früh auf der Hunderunde ein kleines Vogelnest gefunden. Es war leer und lag am Rande des Bürgersteigs an einer mit Büschen und Bäumen bewachsenen Böschung. Meine Digitalkamera ist leider wie das Auto in die ewigen Jagdgründe eingegangen, daher konnte ich nur analoge Bilder machen und es dauert ein paar Tage, bis die entwickelt sind. Was für ein Kunstwerk! Es ist nur so groß wie meine Hand und erstaunlich leicht, und es fiel trotzdem nicht auseinander, als ich es nach Hause getragen habe. Moos, zarte trockene Gräser und kleine graue Federn scheinen es zusammenzuhalten, außerdem hängen 2 kleine Zweige außen dran.

Da eine von den Federn im Inneren gelb ist, nehme ich an, daß das Nest mal Meisen gehört hat. Hier schleichen leider viele Katzen frei herum, die ich auch schon einige Male in den Büschen oder in hohen Gräsern gesehen habe; ich denke also, das Nest ist ausgeräubert worden und dabei heruntergefallen.

12. Juli 2009

Wasserschaden

My Boyfriend´s Karma broke endgültig down… ich war´s.

Vor einer Woche bin ich mit dem Auto meines Freundes („Nimm meins, das ist sicherer bei dem Wetter!“) zur Arbeit gefahren, weil die Bahn nicht regelmäßig fuhr. Als ich losfuhr, regnete es seit vielleicht einer halben Stunde ziemlich stark, und nach etwa einer Minute stand das Wasser in der Stadt reifentief. Ich habe für die 9 Kilometer zur Autobahn über eine Dreiviertelstunde gebraucht, Feuerwehren und Rettungswägen fegten mit halsbrecherischen 40 km/h alle paar Minuten an mir vorbei. Dann auf der Autobahn – Stau. Panne, Unfall, nochmal Panne. Nach 10 Kilometern konnte ich endlich frei fahren. Ich hatte etwas Schwierigekeiten, hochzuschalten, aber als ich erstmal im 5. Gang war, bin ich gedüst, so schnell ich mir auf der nassen Straße zugetraut habe.

Dann wieder im Stadtverkehr hatte ich erneut Schwierigkeiten mit der Schaltung. Der 3. Gang wollte partout nicht reingehen, alle anderen nur mit Gewalt. Ich kam 20 Minuten zu spät zur Arbeit und hörte kurz vorher noch im Autoradio, daß meine heimatliche Autobahnauffahrt nun völlig überflutet und deshalb gesperrt sei. Auf dem Rückweg weitere Schaltprobleme und ein Freund, der das am Telefon nicht glauben wollte („Mein Auto hat keine Schaltprobleme, Du fährst zu oft Automatik.“), aber immerhin ließ der Regen nach und das Wasser war in der Stadt abgepumpt.

Am nächsten Tag rief mein Freund mich von der Arbeit aus an und verkündete, ich hätte Recht gehabt, und sein Auto hätte Schaltprobleme. Er brachte  es in die Werkstatt, wo er erzählt bekam, andere Kunden seien mit abgerissenen Bodenwannen und Nummernschildern gekommen. Wasauchimmer Bodenwannen sein mögen. Tja, und die Ersatzteile lägen im Bereich von 2000 (in Worten: Zweitausend) Euro – das wurde erkannt, nachdem man das Auto für 250 Euro gründlich angesehen hatte – und soviel ist das ganze Auto nicht mehr wert. Also haben wir jetzt nur noch meine kleine Automatikmöhre (deren Gaszufuhrschlauch für schlappe 43,- wieder hergestellt ist), mit der mein Schatz gestern 3 Stunden weit zum Omageburtstag gehirscht ist.

Naja, sparen wir eben auf ein neues Gebrauchtes – am Besten am Hund. Nie wieder Leckerlis.

4. Juli 2009

Dies ist der Grund:

Der Grund, warum ich die Chorstücke von Arvo Päärt so sehr liebe: Als Beispiel mal das Magnificat (das Video hat nichts mit der Musik zu tun – einfach Augen schließen und den fantastischen Chor genießen).

3. Juli 2009

My heart´s in the highlands

Ich finde ja auch die Chormusik von Arvo Päärt so umwerfend schön; dazu werde ich später noch ein Musikbeispiel reinstellen. Hier erstmal ganz besinnlich und tieftraurig: