Archive for August, 2009

27. August 2009

Runenbeutel

Ich habe einen Beutel genäht für das Runenset, an dem ich noch arbeite. Ich mache eigentlich nichts mit Runen, aber es hat mich überkommen. Aus einem alten Ärmel ist dieser Runenbeutel Beutel geworden, alles von Hand genäht, weil ich noch keine Nähmaschine hatte. Der Ärmel hatte einen Knopf, den ich als Zierknopf drangelassen habe, und innen ein Band, das man außen an den Knopf knüpfen konnte, um den Ärmel hochzukrämpeln. Das Band habe ich als Bodenverstärkung unten mit dicker Sockenwolle angenäht.
RunenbeutelBoden
Außerdem habe ich eine Babymütze gestrickt für meine im Winter erwartete erste Großnichte.
Meine Mutter hat mir ihre alte Nähmaschine als Dauerleihgabe überlassen. Ich glaube, die ist deutlich älter als ich. Die Nähmaschine, meine ich. Naja, die Mutter auch. Jedenfalls habe ich mich noch nicht getraut, sie zu benutzen, weil sie nach den vielen Jahren vermutlich erstmal gewartet werden muß. Die Nähmaschine. Und dafür muß ich mir mal einen Tag Zeit nehmen und mit der Bedienungsanleitung in der Hand alle kleinen Rädchen und Knöpfchen und Füßchen prüfen – vielleicht lerne ich dabei auch auf wundersame Weise mit dem Ding umzugehen.

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21. August 2009

Ein Award! :)

Diesen coolen (und meinen allerersten) Award habe ich von Ashmodai bekommen! Dankeschööön! Ich freue mich nun, ihn regelgemäß an drei Blogger weiterreichen zu dürfen. Und diese drei sind: Ursus, auf die das Wort „Witch“ so wenig zutrifft wie auf mich, die aber erfrischend down to earth ist, Holunderhexe, die ebenfalls beide Füße fest auf dem Boden hat und an Magisches Basteln, die zwar schon länger keine Basteleien mehr in ihr Blog gestellt haben, aber ich schlage ihn trotzdem gerne immer mal auf zu Inspiration.

Darüberhinaus bin ich begeistert von der dicken, fetten, bleigrauen Gewitterwand, die sich gerade in Richtung meines Hauses schiebt. Es grummelt schon seit einer Stunde, das Licht ist fantastisch – fast anthrazitfarbener Himmel, darunter die grünen Bäume mit von der Morgensonne leuchtend goldenen Kronen, das ist einfach herrlich. Vielleicht wird das ja das erste meiner geliebten Herbststurmgewitter dieses Jahr?
Also, meine Teetasse und ich gehen jetzt aufs Sofa, genießen.

18. August 2009

Verluste

Er: Ich sitze hier in diesem Drecksloch, und nur, weil deine Ex-Chefin so scheiße ist. Ich mag diese Stadt nicht, hier weht kein Wind, ich bin ein Küstenjunge, hier sprechen die Leute komisch, und alles nur wegen dieser Tante.

Schon seit Monaten habe ich das Gefühl, mir würden wesentliche Dinge entgleiten oder gar nicht erst in meine Reichweite kommen. Ich habe eine halbe Stelle, die ich nicht mochte, gekündigt für eine volle Stelle mit insgesamt weniger Gehalt (ein echter Hungerlohn), aber den Aussichten, endlich in meinem Beruf arbeiten zu können, etwas zu leisten für eine kulturell unterversorgte Region und darauf aufbauend endlich Familie und das ganze Blabla, was ich mir halt so erträume. Dieser Job erwies sich als der drittgrößte Griff ins Klo meines Lebens, und das will schon was heißen. Da ich doof genug bin, in Problemsituationen ungefragt mit Lösungsvorschlägen zu kommen, wurde ich nach der Probezeit entlassen und war eigentlich (nicht finanziell, aber menschlich) regelrecht erleichtert. 5 Monate später bekam ich in einem sehr renommierten Betrieb eine Handlangerstelle, wieder eine halbe, die mich zwar permanent künstlerisch und intellektuell unterfordert, in der ich aber auch durch bloßes Zusehen unheimlich viel lerne und die Kollegen sind allesamt sehr nett. Aber: Das ganze erträumte Blabla läßt sich so noch immer nicht wirklich finanzieren. Und seit dem Frühling werden Leute in meiner Umgebung arbeitslos, müssen Insolvenz anmelden oder dergleichen und ich habe irgendwie schon die ganze Zeit so ein Gefühl, mir würde alles davonschwimmen, alles würde sich irgendwie auflösen.
Dazu das immer stärker nagende Gefühl, daß ich den absolut falschen Beruf ergriffen habe – seit meiner Kindheit mein Traumjob und 100%ig mein Talent und ich liebe ihn so sehr, daß ich es wirklich verabscheue, ihn unter wirtschaftlichen und Karrierestandpunkten betrachten zu müssen und davon abhängig zu sein. Und in genau dieser Hinsicht zu versagen.
Als Kind wurde ich immer extrem verträumt genannt. Was heißt das eigentlich, ver-träumt? Habe ich in die falsche Richtung geträumt, mich verlaufen, in Gedanken verrannt? Verträume ich mich immer noch? Mich überkommt immer öfter und immer stärker das Verlangen, den ganzen Akademikerscheiß einfach hinzuwerfen und irgendwo als Pferdeknecht zu arbeiten oder dergleichen. (Seufz und in Selbstmitleid suhl.)
Heute Abend kommt die Hundetrainerin auf ein Erstgespräch zu uns. Der kleine Klops ist zwar schon fast 6 Jahre, aber wenn sich an ihm noch etwas erziehen läßt, wollen wir es versuchen. Vielleicht können wir den Jagdtrieb nicht mehr aberziehen, aber mein Wunsch wäre, wenigstens unsere Rudelführerposition klarzustellen, damit er auf ein klares „Nein“ auch hört, wenn die Katze vom Nachbarn ihm die Mittelkralle zeigt. Ich schreib nachher, wie es war.

10. August 2009

…und wieder zu Hause

Ich bin zurück. Wir mußten aus Hundegründen leider etwas früher die Segel streichen – es hat sich herausgestellt, daß die Nachbarn 2 Meerschweinchen haben. Hatten. Jetzt nur noch eins. Die Nachbarn sind selbst gar nicht da gewesen, sondern haben nur Bruder + Gattin den Garten und das Hüten der Schweinchen überlassen. Der Garten hat leider keinen Zaun zu unserer Seite, und am 6. Tag hat der Hund dann am Morgen Witterung aufgenommen, ein Meerschweinchen aus dem Gehege genommen (ein kleiner Freilauf, nur durch einen Holzbalken auf der Erde begrenzt, der nicht mal für die Schweinchen ein Problem dargestellt hätte, wären sie abenteuerlustig gewesen) und es mir voller Stolz und Wedel präsentiert. Ich, in panischer Angst um das nachbarliche Meerschwein, raste ins Haus und holte ein getrocknetes Schweineohr (vom richtigen Schwein) als Tauschobjekt. Der Hund akzeptierte, ließ das kleine Schweinchen fallen und ging mit dem Ohr ins Haus in sein Bettchen. Ich guckte mir das Schweinchen aus der Nähe an und fand keine Wunde, nur eine kleine Sabberspur im Fell an der Seite. Das Schweinchen guckte sehr verängstigt und zappelte widerwillig, als ich es hochnahm, sah aber sonst unversehrt aus. Ich legte es also zurück in sein Gehege und beschloß nach Absprache mit meinem Freund, bei Lidl eine Rolle Absperrband zu kaufen und einen provisorischen Zaun zu ziehen (obwohl der Nachbar eigentlich keinen Zaun wollte, aber da muß man halt Prioritäten setzen).
Dann ging ich hinüber und klopfte am nachbarlichen Gartenhäuschen. Da dort die Jalousien stets unten waren und wir keinerlei Geräusche oder Gespräche gehört hatten, waren wir nicht sicher, ob da überhaupt noch jemand war, aber die Anwesenheit der Meerschweinchen ließ ja auf einen Gehegeaufseher schließen. Tatsächlich saß das Ehepaar auf einer so perfekt abgeschirmten Veranda, daß sie von der ganzen nur 20 Meter entfernten Schweineaktion offensichtlich nicht das Geringste bemerkt hatten. Ich klärte sie also über den Vorfall auf und bot an, sicherheitshalber mit dem Schweinchen zum Tierarzt zu fahren (falls es eine Schockbehandlung braucht oder so, keine Ahnung, wie Meerschweinchen ticken). Sie meinten, das sei sicher nicht nötig, wenn es dem Schwein gut gehe. Ich sagte, davon sollten sie sich am besten selbst überzeugen, und bat sie, mit zum Gehege zu kommen und einen Blick zu werfen.
Wir kamen, sahen, und das Meerschwein regte sich nicht. Nach 5 Sekunden reglosen Starrens meinte Frau Aufseherin: „Dat is dout.“ Ich war sprachlos und legte meine Hand aufs Schwein. Tatsächlich – kein Puls mehr, und den hatte ich vorher deutlich (rasen) gefühlt. Ich sagte noch einmal, daß ich wohl am besten dringend mit Schweini zum Tierarzt fahren sollte, aber ohne Zögern verkündeten nun beide Schweinchenhüter, das Schwein sei tot, man sehe ja ganz deutlich keine Atmung. Da das Tierchen extrem plüschig war und bei seiner Größe vermutlich auch nur eine kleine Lunge hatte, wollte ich das so vom bloßen hinsehen nicht glauben, aber sie ließen nicht mit sich sprechen, erklärten das Schwein hier und jetzt für ein tragisches Attentatsopfer und zogen mit ernsten Mienen von dannen, um den Gartenbesitzer zu informieren, dessen kleiner Tochter die beiden Tierchen gehören.
Ich ging etwas schockiert zurück ins Haus, erklärte dem Hund die völlige Abwesenheit von Intelligenz in seinem Kopf und meinem Freund, was passiert war. Dann ging ich nochmal rüber, um mich zu entschuldigen und wurde vom Aufseher angefahren, der Bruder hätte bestimmt, er selbst würde DAS seiner Tochter nicht erklären, das könnten die beiden mal schön selber machen, und so ein Hund gehöre doch angeleint, und überhaupt würde seine Frau sich schon sein Tagen nicht mehr aus dem Haus trauen, weil der Hund so bösartig sei, und jetzt müsse er auch noch das Schwein begraben. Voller Rückzug von meiner Seite. Ich griff zum Telefon, um meiner Schwiegermutter, der der Garten gehört, die Geschehnisse zu berichten und wurde begrüßt mit einem mitleid- und sorgenvollen „Ja, hab schon gehört, der Hund hat ein Meerschweinchen totgebissen, der Nachbar hat mich gleich angerufen.“ AAARGH. Ich erklärte also die Situation aus meiner selbstverständlich einzig richtigen Sicht (der arme Hund kann doch nichts für seinen Jagdtrieb, und wer Angst vor Hunden hat, muß uns das einfach nur sagen, dann legen wir ihn selbstverständlich an die Leine, und unsere blöde Idee war das nicht, dort keinen Zaun zu ziehen, damit man mal in einigen Jahren Wein pflanzen kann) und legte wieder auf. Dann ging ich noch einmal zum Nachbarn und fragte ihn, wie die Tochter heiße, denn ich wollte ihr in einem Brief erklären, was passiert war. Mittlerweile hatten wir beschlossen, den Urlaub abzubrechen, um die Nachbarn nicht einem erhöhten seelischen Stress auszusetzen. Mein Freund packte also zusammen und ich saß mit Stift und Taschentuch (mir tat das Kind ehrlich Leid, noch dazu, weil es einen Vater hat, dessen erste Reaktion war, es seinem Kind nicht selbst erzählen zu wollen, sondern erstmal einen Schuldigen außerhalb der eigenen Reihen festzumachen, den man dann noch jahrelang anprangern kann, hurra) auf der Terrasse und schrieb dem Mädel, was passiert ist, und daß alle Hunde einen Jagdinstinkt haben und unserer ihm nur nachgeben konnte, weil ich ihn nicht angeleint hatte, denn ich wußte nicht, daß dort kleine Schweinchen wohnen. Ich habe ihr ganz klar geschrieben, daß das in erster Linie meine Schuld war, denn ich wollte nicht, daß die Kleine für den Rest ihres Lebens Angst vor Hunden hat. Dann habe ich auf der Rückseite eine Notiz an die Eltern angefügt und mich ein weiteres Mal entschuldigt und noch einmal dezent am Rande erwähnt, daß Zäune gute Erfindungen sind, und das Ganze zusammengerollt und mit einem Lavendelzweig versehen bei den Schweinehütern abgegeben.
Ich hoffe nur, die Kleine hat das Ding auch erhalten und durfte es lesen; angeblich sind sie und die Eltern heute erst angereist. Ich muß nachher mal die Schwiemu fragen, wie es ausging…

Sonst war der Urlaub eigentlich ziemlich schön. Es war zwar schweine(ups)heiß, aber ich bin zweimal in der Ostsee gewesen, beide Male am Hundestrand, aber Schnuffel hatte keine Lust. Statt dessen hat er entweder würdevoll die Decke bewacht oder an doppelt so großen Doggen geschnuppert.
Wir haben abends gescrabblet und geceltict, schöne Spaziergänge gemacht und ich habe ein supertolles Buch gelesen, aber dazu schreibe ich extra nochmal.

2. August 2009

Urlaaaaub

Heute fahre ich für 10 Tage an die Ostsee zur Schwiemu.

Ich freue mich auf: Hund im Zoo mit den Löwen erschrecken, in der Ostsee baden, den Hund in der Ostsee baden, Obst im Garten essen und fressen lassen, Sonne, Fotografieren, Postkarten schreiben.

Ich knipse immer noch mit der analogen Spiegelreflex, daher wird´s mit den Fotos erst etwas nach meiner Rückkehr was.

Schüss!