Archive for November, 2009

24. November 2009

Blog-Candy

El Sapone veranstaltet ein Blog-Candy zum Nikolaus. Es gibt drei handgesiedete Seifenpäckchen zu gewinnen in den leckeren Düften Rose, Schokolade und Kaffee. Wie könnte ich da widerstehen?

Davon abgesehen ist heute der erste richtige Novembertag, mit Kälte, heftigem Regen und allem Drum und Dran, also ist Häkeln genau das Richtige. Ich habe inzwischen 11 verschiedenfarbige kleine Häkelsäckchen gemacht, also fast Halbzeit. Nur, wie ich die Nummerierung darauf anbringe, weiß ich noch nicht. Vielleicht schneide ich einfach aus einer Filzmatte kleine Zahlen aus und nähe sie mit zwei Stichen fest oder so.

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23. November 2009

Songstöckchen

Hab ich bei Fairy gefunden, bei deren Advents-Blogrunde ich auch mitmachen darf. Ich deute mal „Song“ etwas weiter gefaßt als Musikstück.

01 .:. Ein Song.. aus deiner frühesten Kindheit: Ich bin ein dicker Tanzbär.
02 .:. Ein Song.. den du mit deiner (ersten) großen Liebe assoziierst: Hm. Wir haben gar kein „unser Lied“, aber ich würde sagen, alles von Dota.
03 .:. Ein Song.. der dich an einen Urlaub erinnert: Lisa Ekdahl – It’s all so quiet.
04 .:. Ein Song.. von dem du in der Öffentlichkeit eigentlich nicht so gerne zugeben möchtest, dass du ihn eigentlich ganz gerne magst: Ich gebe alles zu. Sogar Dolly Parton.
05 .:. Ein Song.. der dich – geplagt von Liebeskummer – begleitet hat: Liebeskummer in dem Sinne hatte ich nie. Meine übelsten Phasen wurden dank Musikstudium von der gesamten Musikgeschichte begleitet.
06 .:. Ein Song.. den du in deinem Leben vermutlich am häufigsten gehört hast: Stille Nacht und Oh Tannenbaum.
07 .:. Ein Song.. der dein liebstes Instrumental ist: Brahms Violinkonzert.
08 .:. Ein Song.. der eine deiner liebsten Bands repräsentiert: O’Stravaganza von O’Stravaganza.
09 .:. Ein Song.. in dem du dich selbst wieder findest oder in dem du dich auf eine gewisse Art und Weise verstanden fühlst: Wise Guys – Das Wasser
10 .:. Ein Song.. der dich an eine spezielle Begebenheit erinnert (& welche das ist): Macarena (die ganze Schule tanzte auf dem Marktplatz).
11 .:. Ein Song.. bei dem du am besten entspannen kannst: Quasi alles aus meinem Jazzregal.
12 .:. Ein Song.. der für eine richtig gute Zeit in deinem Leben steht: Brahms Requiem.
13 .:. Ein Song.. der momentan dein Lieblingssong ist: Das Album „Firedance – Songs for Winter Solstice“ von Jaiya.
14 .:. Ein Song.. den du deinem besten Freund widmen würdest: Bill Miller – I believe.
15 .:. Ein Song.. bei dem du das Gefühl hast, dass ihn außer dir niemand gerne hört: Gibt es glaub ich nicht. Aber es gibt einen, den ich im Gegensatz zu allen anderen nicht ausstehen kann: den Radetzky-Marsch. Buäääääh!!!
16 .:. Ein Song.. den du vor allem aufgrund seiner Lyrics magst: Damh the Bard – Green and Grey.
17 .:. Ein Song.. der weder deutsch- noch englischsprachig ist und dir sehr gefällt: Besame mucho.
18 .:. Ein Song.. bei dem du dich bestens abreagieren kannst: Puccini – Turandot.
19 .:. Ein Song.. der auf deiner Beerdigung gespielt werden sollte: Rudolf Mauersberger – Unsterblich durften die Linden.
20 .:. Ein Song.. den du zu den besten aller Zeiten rechnen würdest: Da gibt es unendlich viele. Puccini, Tosca – E lucevan le stelle. Strauss, Rosenkavalier – Ist ein Traum, kann nicht wirklich sein. Brahms, 4. Sinfonie. Etliche Filmmusikthemen. Die Beatles.

Ich füge noch an:
21.: Ein Song, der Dich einfach glücklich macht: Garry Schyman – Praan.

Es greife sich das Stöckchen, wer mag; ich gehe jetzt weiter häkeln.

22. November 2009

Wochenende

Mein Wochenende war schön. Ich hatte frei und habe sogar noch Montag und Dienstag frei! Das ist toll. Gemeinsam aufstehen, gemeinsam schlafen gehen, gemeinsam essen, gemeinsam mit dem Hund raus – ich brauche solche Tage immer mal.
Gestern habe ich Schwester B besucht, die mittlerweile wieder einigermaßen erholt ist, Eisenpräparate einwirft und mir wieder ein paar Bücher geborgt hat, im Austausch gegen zwei von mir.
Den Brief an Schwester A habe ich Donnerstag Abend weggeschickt, d.h. mein Freund hat ihn eingeworfen, ich war schon arbeiten. Jaaa, ich habe das Abschicken lange vor mir hergeschoben. Aber nachdem meine Eltern beide gesagt haben, der Brief wäre toll formuliert, hatte ich keinen Grund mehr, es nicht zu tun. Ich habe allerdings noch keine Reaktion darauf, er wird also wohl erst morgen ankommen. A und meine Eltern haben heute telefoniert, und wäre der Brief schon da, wäre er mit Sicherheit zum Gesprächsthema geworden. Naja, ich bleibe gespannt.

Bei Blogthings habe ich diesen Eye-test gemacht und folgendes Ergebnis erhalten:
Deep Down You Are Sensitive
You’re the type of person who notices everything and forgets nothing. You are very in tune with the world.
You feel deeply, and sometimes the silliest things can effect you. You are easily brought to laughter or tears.

You don’t show the world how fragile you are. You instead show people how insightful you can be.
You are good at anticipating what’s going to happen in your life. You are often the first one to see what’s coming.

Paßt zur Zeit wie die Faust auf’s Auge.

Dem Hund geht es zunehmend schlechter mit den Hinterbeinen; wir beobachten das schon seit gut zwei Monaten, aber inzwischen ist es so schlimm, daß ich vorgestern den Tierarzt angerufen und auf seinen Rat hin einen Röntgentermin ausgemacht habe für nächsten Freitag. Die Schmerztabletten wirken nicht, das macht sogar den Arzt besorgt. Aber dem Hund eine künstliche Hüfte zu verpassen (wenn es nicht noch ein ganz anderes, evtl. neurologisches Problem ist), kommt für uns nicht in Frage – der Dicke hat schon so viele Baustellen im Körper, da würde er einen solchen Eingriff nicht überleben. Was uns tröstet, ist seine gleichbleibend gute Laune. Die Hündin meines Bruders ist vor 5 Monaten gestorben und hat deutlich Bescheid gegeben, als es für sie soweit war – sie hat sich im Garten eine Kuhle gebuddelt, sich reingelegt und wollte einfach nicht mehr aufstehen. So weit ist unser Kleiner noch lange nicht – er beobachtet alles aufmerksam, selbst wenn er schmerzbedingt lieber in seinem Bettchen liegenbleibt. Er schleppt einen Schuh an, wenn ich „Spazierengehen!“ sage, er bettelt am Tisch und er zerpflückt Plüschbälle und wirkt fröhlich. Daher machen wir uns zwar Sorgen, sind aber noch nicht am Verzweifeln.

Da lange Wochenendspaziergänge somit nicht mehr drin sind, habe ich heute meine Energie in Scheuermilch gesteckt, das Bad geschrubbt, dann die Küche wieder geputzt und mal nachgesehen, was das Vogelhäuschen sagt, das ich dieses Jahr vor’s Küchenfenster gestellt und vor ein paar Tagen mit Sonnenblumenkernen gefüllt habe. Und siehe da – alles alle. Da mußte ich doch gleich nachfüllen. Ich weiß, es ist zu früh, aber Vögel machen mich irgendwie glücklich, und wenn ich den Hund verwöhne, kann ich auch die Meisen verwöhnen. Hätte ich einen Garten, würden sie auch die Pflanzen ausbeuten. 🙂
Danach habe ich mich mit erst Tee dann Kaffee hingesetzt und angefangen, einen Adventskalender für uns zu häkeln. Man nehme Wollreste und Häkelnadel und los geht’s. Ich werde die fertigen 24 Säckchen fotografieren, aber heute habe ich nur 5 geschafft.

Hier noch ein bißchen was zum Chillen:

19. November 2009

Bahn

Das war definitiv meine letzte Monatskarte. Nachdem mein Freund und ich gestern schon mal durchgerechnet hatten, daß sie eigentlich wenig bis gar kein Geld spart und ich genausogut Wochen- oder Tageskarten kaufen kann für die Zeiten, in denen Autofahren Schwachsinn wäre, ist mir heute auch endlich meine eigentlich sehr lange Geduld ausgegangen. Ich verstehe ja, wenn ein Zug Verspätung hat. Aber wenn nach einer dreiviertel Stunde die Durchsage kommt, der Zug führe nicht vom Hauptbahnhof, sondern vom Stadtrand, und dann dort, am Stadtrandbahnhof gar keine Information mehr, ist das schon doof. Dann waren aufgrund der späten Stunde auch keine Bahnmitarbeiter mehr am Arbeiten – der Service macht früh Schluß – und als ich schließlich nach insgesamt eineinhalb Stunden im Nieselregen für teures Geld die Bahnauskunft anrief, teilte mir der nette junge Mann in der Leitung mit, der Zug würde mit einer Viertelstunde Verspätung bei uns eintreffen. Mit „Der Zug“ meinte er, der Zug, der eine Stunde NACH meinem Zug die selbe Strecke fährt, und auf meinen Hinweis, die Viertelstunde sei vor einer Viertelstunde vorbei gewesen, riet er mir, die – traraa – kostenlose Bahnbau-Nummer anzurufen, dort wisse man immer Bescheid. Das tat ich. Dort arbeitete niemand mehr, zumindest schließe ich das aus der minutenlangen Warteschleife. Der Zug kam schließlich und hier bin ich, keine 2 Stunden zu spät zu Hause. Na, wenn das nicht tröstet. Ich bin naß und durchgefroren und wehleidig. Hoffentlich liegt wenigstens der Hund im Bett, damit ich schnell warme Füße bekomme…

17. November 2009

Launen und Gefühle

Ich habe eine Monatskarte für die Bahn. Ich komme damit aus dem Landkreis, in dem ich wohne, in die Großstadt, in der ich arbeite, egal, mit welchem Zug. Das ist preiswerter als Autofahren und man kann 2 Stunden (eine hin, eine zurück) mit einem guten Buch verbringen. Der Nachteil: man ist im Zug nicht allein.
Gestern hatte ich im IC eine extrem sauertöpfische Wachtel neben mir. Das Großraumabteil war sehr voll, als ich einstieg, und ihr starr ins Buch gerichteter Blick sowie die demonstrativ auf dem Nebensitz abgestellte Handtasche gaben deutliche Signale von sich – da konnte ich einfach nicht widerstehen, gerade sie freundlich zu fragen, ob der Platz neben ihr noch frei sei. Nun, er war, aber ihr halbherziger Versuch, die (zugegeben, recht große) Handtasche auf die Gepäckablage zu heben, scheiterte mehrere Minuten lang, was im Gang hinter mir einen Stau und bei der Dame noch üblere Laune verursachte, als sie sich letztlich genötigt sah, die Tasche vor ihre Füße zu stellen. Das tat sie mit unwirschem Knurren, und meine tröstlich gemeinte Bemerkung, ich würde in einer halben Stunde schon umsteigen, rief als einzige Reaktion hervor, daß sie umständlich nach der klappbaren Armlehne hangelte und diese zwischen unseren Sitzen niederdrückte. Auf meinen Abschiedsgruß hin grunzte sie noch ein „Schöß!“ in ihr Buch, und ich konnte mich in diesem Moment kaum zurückhalten, die Gute zu umarmen. Während der gesamten Fahrt war meine Stimmung in dem Maße gestiegen, in dem ihre gefallen war. Ist das nicht toll, daß es Menschen gibt, die ihren unmittelbaren Regungen nicht nur offensichtlich völlig ausgeliefert sind, sondern diese sogar fast noch zelebrieren? Wie kann man sich nur derartig die Laune verderben lassen, nur weil man im Großraumabteil einen Sitznachbarn kriegt? Und, hey – es hätte sie wahrhaftig schlimmer treffen können. Mir haben im Nachtzug nach Hause schon angetrunkene Berufsschüler vor die Füße gekotzt.
Am Bahnhof sah ich dann noch einen IC, an dessen Speisewagen außen jemand mit Filzstift „WIE DER ZUG, SO DASS ESSEN“ gemalt hatte. Nett, oder? Sogar die Fehler unterwerfen sich der Reform.

Außerdem habe ich gestern einen Putzknall bekommen. Abwaschen war nicht mehr genug – ich habe auch sämtliches Geschirr getrocknet und ordentlich weggeräumt, den Herd mit Cerafix geschrubbt, die Oberseite der Waschmaschine, den Tisch, das Regal auf dem Tisch sowie Fenster, Fensterbrett und den Wasserkocher mit Essigreiniger geputzt, sämtliche alten Gläser und Flaschen entsorgt, die Pflanzen umgetopft, ein neues Konservenverstauungssystem erfunden, Konserven verstaut und alle selten benutzten Dinge (leere Blumentöpfe, Getreidemühle, Teelichte, Büroklammern, Backbuch) rausgeworfen. Ich wollte noch wischen, aber da lag der Hund, also habe ich statt dessen gekrault. Morgen kommt das Bad dran. Ich muß dringend Ordnung in mein Leben bringen, denn ich bin schon fast so weit, jede Selbstwertschätzung zu verlieren, und da habe mit den einfachsten Sachen angefangen, in der Hoffnung, daß sich der Rest von selbst ergibt.

Außerdem habe ich gestern im Zug, statt zu lesen, Skizzen gemacht für unser diesjähriges Weihnachtsgeschenk an die Familie. Es wird ein Geburtstagskalender mit so holzschnittartigen Bildern, die ich nicht male, sondern quasi graviere. Mit Kuli auf Tetrapack. 😀 Diese Vorlage wird dann spiegelverkehrt in einem speziellen Druckverfahren aufs Papier gebracht. Das Kalendarium mache ich mit Tinte und Feder, und das Ganze 20 Mal, denn es ist ja eine große Familie und 2 oder 3 Freunde sind auch noch mit dabei. Ich werde mal versuchen, so eine Tetrapackvorlage zu scannen, kann mir aber vorstellen, daß das nicht gut erkennbar wird.

Und nachdem ich den Brief an Schwester A nun seit fast 2 Wochen vor mir herschiebe – geschrieben ist er schon, nur das mit dem Abschicken war noch schwierig -, habe ich ihn gestern meinem Vater gemailt und heute meinem Freund. An beider Meinung liegt mir viel. Ich werde den Brief schicken, das ist nicht mehr die Frage, sondern nur noch, ob ich einzelne Formulierungen ändern sollte. Mein Vater hat vorhin schon am Telefon gesagt, besser könne man es seiner Meinung nach nicht ausdrücken, da ich nicht mit dem erhobenen Zeigefinger und einer langen Anklageschrift komme, sondern es möglichst positiv halte. Mir liegt ja auch nichts daran, sie fertig zu machen – ich will einfach, daß dieses Verhalten ein Ende findet und sich wieder ein Vertrauensverhältnis aufbaut. Sie ist schließlich meine Schwester.
Meine andere Schwester hatte am Wochenende einen kleinen gesundheitlichen Kollaps; meine Eltern und ich haben sie besucht und bei der Gelegenheit hat sie mir nicht nur das bestellte Geburtstagsgeschenk für meine Freundin mitgegeben (kann mich da leider nicht näher äußern, da sie hier mitliest 🙂 ), sondern mir auch noch eine kleine Skulptur geschenkt. Sie nennt sie „offen sein“. Ich werde sie erst auspacken, wenn ich den richtigen Platz in der Wohnung für sie gefunden habe, bis dahin bleibt sie sicher in Zeitungspapier gewickelt und in einer Tüte liegend. 😀

14. November 2009

Der Hund

Wie bin ich eigentlich auf den Hund gekommen?

Der Hund, den ich seit 2,5 Jahren besitze, ist letzte Woche 6 Jahre alt geworden. Mit seinem Geburtstermin Anfang November vermute ich mal, daß er als „Weihnachtswelpe“ im Dezember in seine Familie kam, die sich bereits nach kurzer Zeit einem heranwachsenden Jagdhund nicht mehr gewachsen sah. Erst wurde er innerhalb seiner Familie weitergereicht und zog mehrmals über große Distanzen um, zuletzt war er bei einer Frau, die alleine in einer Großstadt lebte, aber einen Vollzeitjob hatte und die dem Himmel sei Dank endlich die Entscheidung traf, ihn im Tierschutz abzugeben. Frauchen zum Frühstück und nachts, und tagsüber noch einmal pieseln mit dem Hundesitterservice ist halt einfach nicht genug. Diese Frau jedenfalls scheint den Hund sehr gemocht zu haben, sie hat ihn nämlich nicht einfach ins nächste Tierheim geschafft, sondern sich kundig gemacht und eine Internetorganisation gefunden, die die Hunde in Pflegefamilien aufnimmt, bis sie vermittelt werden können. In diesen Pflegefamilien versucht man, die Hunde mit Menschen, anderen Hunden und nach Möglichkeit Kleintieren zu sozialisieren, sie werden gechipt, geimpft und kastriert (letzteres, weil die meisten Hunde, die dort unterkommen, vorher jahrelang in illegalen Massenzuchten bis zur totalen Erschöpfung missbraucht wurden) und je nach Bedarf grundlegend erzogen, und die Pflegefamilie schreibt ein Onlinetagebuch über den Hund und seine Entwicklung. Irgendwann sagt man, der Hund sei jetzt bereit zur Vermittlung, und ab diesem Moment ist das Tagebuch auch für Nichtmitglieder der Organisation auf der Internetseite öffentlich einsehbar.
Ich finde das eine tolle Sache, denn als ich vor drei Jahren beschlossen habe, ich bräuchte einen Hund, habe ich Tierheime ohne Ende abgeklappert und fand eins schlimmer als das andere.
Jedenfalls schrieb ich an diese Organisation, ich wolle einen Hund, mußte allerhand Angaben zu meiner Person und meiner Wohnung machen (viele dieser Hunde können z.B. nicht mehr Treppen steigen) und bekam einen Termin für eine sogenannte Vorkontrolle. Da wird man von einem Mitglied des Vereins besucht, unterhält sich mit dem über die beabsichtigte Art, mit dem Hund umzugehen, der guckt sich Wohnung und Umgebung an und entscheidet dann über die Eignung, einen solchen Notfallhund zu bekommen. Meine Vorkontrolleuse brachte ihre eigenen Hündin mit, eine extrem ängstliche ehemalige Zuchthündin, und sagte mir beim Abschied, die Hündin hätte entschieden, als sie mir beim Gespräch die Schnauze in den Schoß gelegt und sich habe streicheln lassen. Stolzgeschwellt wartete ich nun darauf, „meinen“ Hund empfangen zu dürfen – einen absolut süßen, diabetischen, alten Knacker -, mußte jedoch zurückstecken, weil der Hund aufgrund seiner Diabetes jahrelang nicht hatte vermittelt werden können und nun die Kinder der Pflegefamilie so an ihm hingen, daß sie ihre Eltern beknieten, ihn zu behalten. Naja, klar, daß der alte Herr auch nicht aus Formlitäten heraus nochmal zu einem Umzug gezwungen werden sollte. Damit ich nicht traurig wäre, rief mich einen Tag nach dieser Absage eine Organisatorin des Vereins an und sagte, es gäbe da einen anderen Hund, der zwar noch nicht so alt, aber ein ganz lieber und ruhiger sei, schon nach 7 Wochen vermittelt, aber die neue Familie hätte ihn wieder zurückgegeben (völlig unerklärlicherweise), und ob ich nicht usw. Hng. So ein Hund ist ja schon auch eine Sympathiesache, daher wollte ich nicht einfach zuschlagen – ich hatte mich schließlich absichtlich für den alten Knacker entschieden, denn ich lebte auch alleine und wollte einem aufgedrehten Junghund nicht antun, 4-6 Stunden täglich (halbe Stelle) allein sein zu müssen. Also nahm ich diesen Hund erstmal als neue Pflegestelle auf.
Er war fett, faul, stur, der Boss in allen Lagen und am ganzen Körper wund. Seine erste Aktion in meinem Leben bestand darin, mich in der offenen Eingangstür komplett zu ignorieren, durch den Hausflur zu meiner Wohnung und dort durch den Flur und das Wohnzimmer in die Küche zu laufen, sich mit den Vorderpfoten auf die Spüle zu stellen und die Auflaufform darin auszulecken. Meine Vorkontrolleurin und ihre Hündin begleiteten uns noch auf einem Spaziergang, dann war ich mit dem häßlichen, tranigen, fetten Kerl alleine. Wir fanden 2 Wochen lang keinen Zugang zueinander. Er ignorierte mich und fand Spazierengehen doof – mußte er ja früher auch nicht machen, und jetzt gleich 2 Stunden am Stück?!?!? – und ich hatte wenigstens ein bißchen rassetypisches Verhalten erwartet. Oder wenigstens hundetypisch. Wie, nicht mal kraulen darf ich? (Mittlerweilse ist mir klar, daß ein Hund, der schon 5 Rudel in 3 Jahren durchhatte, sich nicht so einfach an jemand Neues bindet.) Außerdem war es für mich ein total ungewohntes Gefühl, einen Mitbewohner zu haben. Ich hatte immer, schon als Studentin, alleine gewohnt, weil ich Wert auf meine Privatsphäre lege, und jetzt war auf einmal ein Mann im Haus. 😀 Seeehr seltsames Gefühl.
Doch dann mußte ich ihn mit auf eine Familienfeier nehmen. In fremder Umgebung war sein Frauchen plötzlich das einzig Vertraute für ihn, und er verzweifelte fast, als meine Mutter mit ihm einen Spaziergang machte – ohne mich. Als sie zurückkamen, sprintete er mit solcher Wucht in meine Richtung, daß meine Mutter sich längs auf die Straße legte. Von der Sekunde an rannte mir der Hund überallhin nach. In den Keller. Um die Tischtennisplatte. Aufs Klo. Und von dem Moment an akzeptierte er mich auch als Rudel und ließ sich erziehen, in Kleinigkeiten wenigstens. 🙂 Ein Sturkopf ist er immer noch. Jetzt wiegt er nicht mehr 40, sondern nur noch 25 Kilo und sieht sehr elegant aus. Er hat auch gelernt zu spielen und geht sehr gerne mal 2 Stunden raus. Oder auch 5. Er kennt ungefähr 20 verschiedene Begriffe für „Futter“ und kann sie voneinander unterscheiden, und er hat sich mit solcher Kraft in unser Herz geschleimt, daß ich schon Sehnsucht nach ihm habe, wenn er nur mal ein paar Stunden bei meinen Eltern ist. Er ist nach wie vor schwer krank und nur unter täglicher Medikamentengabe einigermaßen symptomfrei, so daß wir uns sicher sind, daß er lange vor seiner Zeit gehen müssen wird, schon aufgrund der gravierenden Nebenwirkungen. Aber: er ist fröhlich, anhänglich, kuschlig und der Grund, das ich damals meinen Freund kennengelernt habe. Was will man also mehr? Er liegt immer in einer sehr charakteristischen Haltung auf dem Boden, die er noch aus seinen Fatty-Zeiten behalten hat:

PICT0029

Und da ich derzeit mein Onlinetagebuch auf der Tierschutzseite nicht führen kann weil der Server mich ständig auslogt und mein Artikel immer gelöscht wird (grrrr!!), schreib ich eben hier.

So, und zu guter Letzt ist hier noch eine wirklich schöne Internetseite einer wirklich fantastischen Musikgruppe, von denen ich leider nichts auf YouTube finden kann: Jaiya.

9. November 2009

Fensterassis, Fotos, Musik

Heute früh ging ich mit dem Hund raus. Da wir am Ende einer Sackgasse wohnen, müssen wir immer zwangsläufig am Nachbarhaus vorbei, um irgendwohin zu gelangen. In diesem Nachbarhaus wohnen Fensteromas und -opas (hab ich glaub ich auch schon drüber geschrieben). Einer von ihnen ist ein Mann schwer zu schätzenden Alters mit Brillengläsern wie Flaschenböden, der stets völlig unbewegt aus seinen Fenstern stiert. Er hat eine Eckwohnung im Hochparterre, also sehr praktisch. Nie sagt er etwas, bis auf seine einmalige Entgleisung, als er meinem Freund, der sein Auto mit 2 Reifen auf dem Bürgersteig vor dem Haus parkte, entgegenbölkte: „Da kannste auch gleich in meinem Wohnzimmer parken“.
Eine andere ist eine Frau von schätzungsweise 50-60 Jahren, die die Wohnung auf der anderen Seite der Eingangstür, ebenfalls im Hochparterre hat. Sie ist sehr gesprächig, wies mich schon freundlich auf Knöllchen an der Windschutzscheibe hin und darauf, wie man die vermeiden könne, und immer ist sie dabei so herzlich und nett, daß ich es irgendwie nicht schaffe, mich auch nur ein wenig über sie aufzuregen. Manchmal begegnet sie mir auch draußen und redet ein paar Worte mit meinem Hund, so auch neulich, als er vor ihrem Haus seinen Lieblingslaternenpfahl begoß. Sie stand mit dem Fahrrad in der schmalen Hofeinfahrt und hinter ihr tauchte ein älterer Mann im Rollstuhl auf, der schweigend darauf wartete, daß die Einfahrt frei würde. Ich sagte, sie müsse da wohl mal jemanden durchlassen, und sie meinte, ach ja, das ist mein Mann.
Und heute früh, an ebendiesem Laternenpfahl, begegnete mir der Flaschenbodenbrillenträger und machte auf meinen Gruß hin einen beiläufigen Witz. Es war kein geistreicher Witz (natürlich muß der Laternenpfahl nicht mehr wachsen, es ist also nicht nötig, zu gießen), aber es war eine freundliche Kontaktaufnahme. Und plötzlich habe ich mich geschämt. Diese Leute, die mir manchmal so auf die Nerven gehen, wenn sie Stunden, Tage, Wochen, mittlerweile Jahre die ich an diesem Haus vorbeigehe, aus dem Fenster gaffen und mir dieses unterschwellige Big-Brother-Gefühl geben, diese Leute haben auch ein eigenes Leben. Sie sind offensichtlich keine Intelligenzbolzen und oft so langsam im Denken, daß die Zeit, die ich brauche, um am Fenster vorbeizugehen, kaum reicht, um mein „guten Tag“ zu erwidern – das heißt aber nicht, daß sie gar nicht denken. Sie führen ein Leben mit mehr Herausforderungen als ich auf ihre Weise. Wie könnte ich damit umgehen, wenn mein Mann im Rollstuhl säße und wir beide sozialhilfeabhängig wären? Wäre ich dann auch so herzlich, freundlich und gesprächig? Wie wäre ich, wenn ich völlig allein wäre, ohne jeden Angehörigen? Würde ich auch aus dem Fenster sehen oder vielleicht doch lieber in den Fernseher?
Ich habe mir diese Frage schon oft gestellt, in vielen verschiedenen Situationen: Wann kommt es uns denn zu, über einen anderen Menschen zu urteilen? Kommt es uns überhaupt jemals zu? Wie oft passiert es, daß wir einem Menschen, den wir sehr gut kennen oder sogar lieben, Beweggründe für eine Handlung unterstellen, die nicht nur nicht zutreffen, sondern für diese Person sogar verletzend oder beleidigend sind? Um wieviel mehr irren wir uns dann wohl in der Einschätzung Fremder, mit denen zu reden wir uns noch nicht einmal die Mühe gemacht haben? Natürlich, diese Leute könnten mehr aus ihrem Leben machen – schon Kreuzworträtsel halten wenigstens etwas geistig fit. Aber so betrachtet sollten noch ganz andere Leute mehr aus ihrem Leben machen, da sind harmlose Fenstergucker nicht die Menschen, über die ich urteilen wollte – dann schon eher einen Außenminister ohne eine Spur diplomatischen Talents oder Bereitschaft zu internationaler Kooperation, Leute, die Bierflaschenscherben über sämtliche Gehwege unserer Stadt verteilen, Leute, die kleine Kinder auf heiße Herdplatten setzen. Aber wer bin ich, mich innerlich über einen Menschen zu erheben, dessen einziges Vergehen darin besteht, lange aus dem Fenster zu sehen?

Nun zu den Fotos – eeendlich kann ich die Fotos reinstellen. Okay, ich beginne mit meiner allerersten Strickarbeit – die Babymütze für meine im Februar erwartete Großnichte. Damit sie einigermaßen sitzt habe ich sie – in Ermangelung eines Babykopfes – auf eine dicke Kerze gesetzt.

Babymütze01

Jetzt der Herbst in unserer Gegend: Vor dem Gewitter:

Gewitterstimmung

– und am nächsten Vormittag beim Spaziergang:

Spinnweb
Hm. Beim Scannen scheint sich das Spinnweb aufgelöst zu haben. Schade.

Und dann noch einige Türen, Fenster und Hausgiebel:

Giebel

FensterVerwelkt

TürFloral

Dieses fantastische gußeiserne Motiv geht noch weiter: Der Baum, vor dem der Jäger steht, wächst am rechten Rand aufwärts und breitet eine Krone am oberen Türrand aus. Leider ist unter der Krone das Namensschild der Bewohner, daher habe ich nur den unteren Teil hier:

TürJagdmotiv

Und mal etwas nostalgisch:

ZaunMitRose

Und hier noch zwei Skulpturen, die im Park vor unserem Standesamt stehen. Falls einer von Euch eine Idee hat, was es mit diesem Mann auf sich hat, der von einem Löwen und einem Eber angegriffen wird, immer her damit.

SkulpturStandesamt01

und

SkulpturStandesamt02

Das war´s erstmal mit Fotos. Jetzt noch ein bißchen Musik, das hebt die Laune – zumindest meine, und ich schäme mich nicht, zuzugeben, daß ich total auf guten Country stehe. 😀
Hier mein alltime favourite:

5. November 2009

Stöckchen

Dieses Stöckchen kam aus Richtung Ashmodai – vielen Dank! – angeflogen:

1. Sechs Namen auf die du hörst?
Es gibt nur einen, und der bleibt offline.

2. Drei Dinge die du gerade trägst?
Jeans, Pulli, Socken

3. Drei Dinge die du dir wünscht?
Weltfrieden, weltweites Umweltselbstverständnis, wahre Religionsfreiheit

4. Drei Dinge die du gestern, gestern Nacht und heute getan hast?
Wäsche aufgehängt, geschlafen, zum Tierarzt gefahren

5. Zwei Dinge die du heute gegessen hast?
Brötchen mit Holunderbeerengelee, Keks

6. Zwei Leute mit denen du zuletzt telefoniert hast?
mein Schatz und mein Papa

7. Zwei Dinge die du morgen tun wirst?
ne CD-Aufnahme in Noten umwandeln, in ein Konzert gehen

8. Drei Lieblingsgetränke?
– Wasser (pur, kein Sprudel!)
– Kaffee
– Rotwein

Und das Stöckchen geht aaaaan: (sorry, wieder nur ein Name, wie oben)
Aquamarine

5. November 2009

schieb —

Ich blogge, denn ich schiebe den Brief an meine Schwester A vor mir her. Ich muß mich jetzt sozusagen erstmal warmschreiben, bevor ich den Füllfederhalter zur Hand nehme und ernst mache. Ich hab von einer guten Freundin gehört, daß sie hinter meinem Rücken üble Dinge von mir erzählt, wie ich vor 2 Jahren beruflich komplett versagt hätte. Ihre Tochter, meine erwachsene Nichte, desgleichen. Da beide bei der Gelegenheit, von der sie erzählen, nicht anwesend waren und auch mit niemandem bekannt sind, der es war, ist das an sich schon verwunderlich. Darüber hinaus tut mir unheimlich weh, daß sowas erzählt wird. Selbst wenn es wahr wäre, was nicht einmal der Fall ist, würde ich doch wenigstens so viel schwesterliche Zuneigung erwarten, daß man das nicht weiterverbreitet irgendwelchen Bekannten gegenüber. Oder daß sie mich wenigstens vorher fragt, wie es denn tatsächlich abgelaufen ist. Oder daß sie mich nach den knapp 3 Jahrzehnten, die sie mich nun kennt, besser einschätzen kann, als daß sie so etwas von mir glaubt und weitererzählt. Das ist echt übel. Mir ist ja schon öfter aufgefallen, daß sich A über andere Familienmitglieder (übrigens immer Frauen) in deren Abwesenheit das Maul zerreißt, ausschließlich zu dem Zweck, damit selbst besser dazustehen. Und jetzt reicht es mir. Ich finde es in Ordnung, wenn sie ihrer Tochter sagt „guck mal, Deine Tante ist nicht annähernd so talentiert/ausdauernd/fleißig/whatever wie Du, mein Goldkind“ – es ist das Recht jeder Mutter, ihr Kind höher zu schätzen als jeden anderen Menschen und es jederzeit moralisch aufzubauen. Aber mich hinter meinem Rücken bei anderen Menschen, mit denen ich sogar verwandt oder befreundet bin, schlecht zu machen, nur um dann ihre Tochter als goldenes Gegenstück präsentieren zu können, das ist echt das hinterletzte.

Naja, jetzt mal etwas Positives: Gestern hatte der Hund Geburtstag. Er wurde sechs. Wir haben eine kleine Hundeparty gegeben, meine Eltern kamen mit (leckeren, stinkenden) Geschenken, ich habe einen Kuchen gebacken mit seinem Namen drauf und wir haben ihm ein neues Bettchen geschenkt. Zur Feier des Tages hat es am Vormittag zu schneien begonnen und stundenlang weitergeschneit. Es sah wunderschön aus, hat aber die ganze Stadt lahmgelegt. 🙂

Na gut, seufz. Ich mache mich ans Werk.

1. November 2009

Wochenend und Kuschelwetter

Wir waren bei der SchwieMu, sind gestern Abend gegen halb 11 zurück gewesen und nachdem ich die beiden Tage praktisch ununterbrochen gefroren habe, wurde ich prompt mir einer leichten Blasenentzündung belohnt. Ich schütte aber seit gestern Cystinol rein und trinke abnorme Mengen Tee, habe heiß gebadet und dann dick eingewickelt geschlafen und es wird schon viel besser. Gut, denn ich muß in 2,5 Stunden los, arbeiten. Totengedenken viel dadurch leider aus, ich habe aber zum nächsten Vollmond frei und verschieb´s einfach dorthin.
Den Hund haben wir hier bei meinen Eltern gelassen, um ihm und uns Stress zu ersparen. Er hat sich unheimlich eingeschleimt, durfte sogar beim Kaffeetrinken aufs Sofa, hat sich ungestraft mitten in der Nacht ans Fußende gelegt, und sie wollten ihn kaum wieder gehen lassen. 😀
Soeben habe ich mein erstes Aquarell gemalt, gemischt mit Farben aus der Tube und Stiften. Da immer noch keine Digitalkamera den Haushalt schmückt, folgt das Foto wie immer deutlich später.
Simon´s Cat wird sich gleich meinen Links zugesellen, hier nochmal zum kurz zwischendurch Grinsen:

Habt ein schönes Wochenende!