Archive for Dezember, 2009

23. Dezember 2009

Weihnachts-Blogrunde

Hier ist mein Beitrag zu Fairys weihnachtlicher Blogrunde. Etwas, das ich total weihnachtlich finde, das mir das Herz weit macht und mich noch dazu an meinen bisher schönsten Geburtstag erinnert:

Die Ouverture (Kopfhörer auf, Augen zu, genießen):

und das Duett:

Ich wünsche Euch ein Weihnachtsfest nach Eurer Vorstellung, spannende Rauhnächte und ein wunderbares neues Jahr.

Weiter geht es morgen bei Fairy.

17. Dezember 2009

Von Schnepfen und Schornsteinfegern

Gestern. Zwei Schnepfen im Zug. Beide deutlich jenseits der 60, sehr gepflegt, blondierter und künstlich in eleganten Wellengang versetzter Kurzhaarschnitt. Ich zwei Sitzreihen dahinter, kann mich ihrem Gespräch nicht entziehen – zunächst nur aus Dezibelgründen, bald jedoch auch aus wachsender Ungläubigkeit. Es geht um „Die Ausländer“. Diese beiden Damen sind ernstlich der Ansicht, Handwerker, die ihren Beruf im Ausland gelernt haben, hätten nicht die nötigen Voraussetzungen, hier zu arbeiten. Man nehme nur die Schornsteinfeger. Früher, da gab es noch richtige Schornsteinfeger, die sind noch richtig auf’s Dach gestiegen und haben dann da ihren Besen da reingesteckt (ich grinse kurz). Damals gab es auch noch Bezirksschornsteinfeger! Und Kreisschornsteinfeger. Und heutzutage? Pah! Die lesen bloß noch irgendeinen Zähler ab, heute steigt da keiner mehr auf’s Dach, die machen, was sie wollen und das muß dann bloß noch der… der… Obermeister, der muß das dann bloß noch absegnen. Da kommen dann irgendwelche völlig unzureichend ausgebildeten Leute aus Spanien (‚Scha-phanien!“) oder sonstwoher und wollen etwa in unserem Land Arbeit. Und das, wo sie doch gar nicht die Voraussetzungen haben!!! (Empörtes Schnaufen)
An dieser Stelle muß eine der Schnepfen Damen mal ganz elegant kacken zur Toilette. Als sie zurückkommt, wendet sich das Gespräch mit gleicher Intensität ihrer Mütze zu. Diese sei doch am Hinterkopf etwas zu lang (Aufsetzen und Vorführen der Kopfbedeckung), und im Übrigen suche die Dame ohnehin eher nach einem schwarz-weißen Komplettset. Schwarz-weiß ist auch genau, was zu ihrer Mentalität paßt, denke ich, so wunderbar klar und einfach wie, zum Beispiel, richtig und falsch, Arier und Gesindel, ich und alle anderen.
Während sich der Schnepfentalk der fachgerechten Zubereitung einer Pute widmet, beginne ich zu begreifen, wes Geistes Kind die Menschen offensichtlich sind, die unsere absurde und in meinen Augen sogar gefährliche Regierungskoalition gewählt haben. In mir entspinnt sich eine Argumentation nach der anderen (Wer putzt wohl die Schornsteine der Luxushotels im spanischen Mallorca, in denen sich tausende Deutsche jedes Jahr wieder als anstands-, würde- und sittenlose Dreckschweine generieren? In welchem Land sitzen wohl die fleißigen kleinen minderjährigen Bienchen, die schwarz-weiße Komplettsets herstellen? Wohin führen wohl die lukrativsten Geschäftsbeziehungen der offensichtlich gut betuchten Schnepfen-Gatten? …) und ich bin stark versucht, aufzustehen und ihnen gegenüber meiner Dankbarkeit dafür, daß sie einer aussterbenden Generation angehören, verbal Ausdruck zu verleihen, doch da kommt, dem inneren Sozialfeigling zuliebe, meine Station.
Puten. Schwarz-weiße Komplettset-Puten.
Ich glaube, dauerhaft auf das Zugfahren verzichten kann ich so nicht. Diese menschlichen Abgründe sind einfach zu faszinierend, irritierend und unmittelbar.

Nun ja, meine Laune stieg schlagartig an, als ich gestern auf der Arbeit ankam – Kollegin Immerperfekt hatte ausnehmend gute Laune und Kollege Ichrednurmitmeinerkippe war wieder mal krank, der einspringende Kollege ist super nett und als Gesellschaft hatten wir noch eine Azubi, die, wenn sie nicht gerade den Körperumfang anderer Frauen bekrittelt (was mir als Halbklops wirklich den Nerv raubt), ein netter und lustiger Gesprächspartner ist. Der Abend hat sich also noch sehr nett entwickelt.

Hier ist die neueste wundervolle Zusammenfassung des Musikantenstadls, die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Und das Filzdeckchen, daß ich im Strickfilzverfahren für meine Schwester B gemacht habe (hat sie sich gewünscht), wollte aus irgendeinem Grund nicht Filzen. Ich habe extra Filzwolle gekauft und mich dazu durchgerungen, sie nicht mit der Wollwäsche kalt, sondern bei 30° in die Maschine zu geben, und das Deckchen kam raus und drehte mir eine Nase. Da ich mir sowas nicht gefallen lasse, habe ich es gleich danach mit den Handtüchern in den 60°-Intensivwaschgang gepackt. Jetzt ist es verfilzt und leicht geschrumpft, aber immer noch etwas knubbelig. Ist das normal? Ich meine, es sind kleine Knubbel, wo vorher die Strickmaschen waren. Da ich vor dem Wochenende nicht mehr wasche, es aber meiner Schwester am Samstag geben will, werde ich es nochmal in warmes Seifenwasser legen und von Hand nachfilzen.

16. Dezember 2009

Schnee

Den ersten Schnee im Dezember (einen hatten wir ja schon im Oktober) und damit einhergehend die ersten richtig winterlichen Temperaturen gab es heute. Gegen halb 10 am Vormittag fing es an, sehr zurückhaltend zu schneien. Schon 2 Stunden später hörte es wieder auf, als wollten die Flocken nicht, daß man ihr Kommen und Gehen überhaupt bemerkt, und seitdem liegt eine hauchzarte Schneedecke auf dem frostigen Boden, wie eine 200 Jahre alte, durchscheinend dünne und an den meisten Stellen schon brüchige Spitzendecke.
Hundi und ich waren heute beim Tierarzt, daß Last-Hope-Medikament abholen und uns dafür instruieren lassen. Wir haben auch gleich noch Schleim im Glas gekauft, der toll für trockene Hundehaut sein soll und ebenfalls ins Futter gemischt wird. Danach waren wir im Wald spazieren, und der Dicke hat sich gleich zwei Mal gewälzt. Ich habe keinerlei stinkendes Zeug gesehen, das ihn dazu animiert haben könnte, und vermute eher, daß die gefrorenen Kiefernnadeln der richtige Kratzteppich für seinen geschundenen und juckenden Rücken waren. Beide Male hatte er etwas Schwierigkeiten, wieder aufzustehen, aber danach war das Laufen kein Problem, und er war enttäuscht, daß der Spaziergang schon vorbei war.
Jetzt gehe ich wieder arbeiten, ziemlich lustlos, da heute leider nicht die netten und gesprächigen Kollegen da sind, sondern Frau Ichkennenurarbeitundmachesieperfekt und Herr Ichredenurmitmeinerzigarette.
Aber mir ist eine Idee für Fairys Blogadventskalenderrunde gekommen, und da ich mit der Runde am Samstag dran bin, wird es auch höchste Zeit.

15. Dezember 2009

Ähbähs und Oh-Ahs

Zu den Ähbähs des heutigen Tages gehören eindeutig und an erster Stelle der grausame Gestank nach Fäkalien, der in der S-Bahn herrschte und dessen güllige Nachdüfte mich noch auf meinem 10-Minuten Fußmarsch vom Bahnhof zur Arbeit weiter begleiteten ebenso wie der Mann in der S-Bahn, dessen Beine, die unten aus der Hose herausragten, meine Blicke auf ähnliche Weise anzogen, wie es vermutlich ein Massaker im Raubtierkäfig täte. Der arme Kerl sah im Kopfbereich noch ganz ordentlich aus, verfiel aber körperabwärts rapide und diese Beine… mich schaudert noch die Erinnerung daran, waren völlig verkrustet und verschorft, gelb-braun wie Baumrinde und rosa wie das bloße Fleisch. Die Fü0ße waren so angescchwollen, daß sie nicht mehr in die riesigen, weichen Filzlatschen paßten, obwohl deren Klettverschluß so wenig wie möglich geschlossen war, und ich vermute, vor 500 Jahren hätte man ihm ein Glöckchen um den Hals gehängt und ihn „unrein… unrein…“ sagen lassen. Er muß abartige Schmerzen beim Gehen haben, und ich frage mich wirklich, wieso er nicht einfach auf die nächste Notaufnahme marschiert, auf seine Füße zeigt und laut zu brüllen anfängt. Ich würde sowas an meinem Körper nicht ertragen.

Naja, die Hummel des heutigen Tages ist das wunderbare Wort „waluppen“, kommentarlos erstmal, da ich nicht mehr genau weiß, woher ich es kenne.

Das neue Medikament für den Hund kann ich morgen abholen. Dann macht der Tierarzt mit mir auch einen Plan zu schrittweisen Ausschleichung des Cortisons, und nach einem Monat sehen wir weiter. Falls es nicht funktioniert, sehen wir das natürlich schon viel früher, aber wir hoffen intensiv das Gegenteil.

11. Dezember 2009

Hundesorgen/1. Nachtrag

Also, der Tierarzt hat sich den Hund wieder von oben bis unten angesehen und mir ohne Umschweife erklärt, das letzte Mittel, das überhaupt möglicherweise noch helfen könne, sei Atopica, schlappe 150 Euro im Monat teuer und Erfolg nicht garantiert. Wie jedes Cortison-Ersatzpräparat kann es nur wirken, wenn die Nebenniere ihre Arbeit wieder aufnimmt (die sie dank Medis vor 5 (!!!) Jahren gestoppt hat, nämlich körpereigenes Cortisol zu bilden). Die Wahrscheinlichkeit, daß das passiert, sei sehr gering, und er müsse mir nun leider – herumdrucks, herumdrucks – sagen… dem lieben Gott kann man halt nicht auf ewig ein Schnippchen schlagen. Gut. Ich hab kurzerhand zum Praxistelefon gegriffen, meinen Freund auf Arbeit angerufen und ihn über den Preis informiert – das wir diese Chance nicht auslassen, war klar. Das Medikament ist nun bestellt und soll am Mittwoch da sein. Ich hoffe, daß wir den Moppel auf diese Art wenigstens noch schmerz- und möglichst juckfrei über Weihnachten bekommen. Sollte es wirken, gewinnt er vielleicht noch einige Wochen oder sogar Monate, das wäre toll. Und sollte es nicht wirken, werden wir den Hund selbst entscheiden lassen, wann er nicht mehr kann. Bisher ist er nach wie vor gut gelaunt und verfressen, nur die Hinterbeine und die juckenden entzündeten Hautstellen sind ein Problem – und vor allem Symptome für ein größeres Problem. Naja, wir hoffen weiter. Ich filme den Dicken jetzt, wann immer er es zuläßt, lasse ihn ganze Ewigkeiten auf meinem Schoß kuscheln und genieße die Zeit, die wir noch haben.

Danke Euch für Eure lieben Kommentare – ich habe ihm gestern erzählt, daß ihm sogar erklärte Katzenliebhaber alles Gute wünschen. Wenn das kein Grund ist, seine Kraft nochmal zusammenzunehmen, weiß ich auch nicht. 🙂

10. Dezember 2009

Hundesorgen

Seit wir vor drei Tagen komische Verhärtungen in Hundis Nacken festgestellt haben, die anfangs sogar blutig rot waren, und weil der Dicke immer schlechter Treppen steigt, wachsen die Sorgen. Heute Nacht hatte ich sogar einen langen, intensiven Traum, in dem die „Göttin der Unterwelt“ (welche auch immer) ihm noch eine Überlebenschance geben wollte, wenn er drei Aufgaben lösen könne (die für Hunde praktisch unlösbar sind). Er mußte irgendwie durch einen Wald und 3 verschiedene Tiere in ihren Höhlen finden, ein Pferd war das erste, vor dieser Höhle sollte er einen „Zunder-Kienapfel“ anzünden (habe ich für ihn übernommen) und damit die Höhle ausräuchern, beim zweiten Tier (weiß nicht mehr welches) war es dasselbe, das letzte war ein kleines fettes rosa Schwein, das er dazu bringen mußte, sich aus Freßgier kopfüber in einen hohen, schmalen Tonkrug zu stürzen. Die ganze Zeit wurden wir von Heerscharen von Zuschauern begleitet – Freunde von mir, die uns anfeuerten und in verzweifelten Momenten trösteten, Leute von der Unterweltgöttin, es war wie ein makabres Volksfest.
Tja. Auf zum Tierarzt, wieder mal. Er sagte gestern am Telefon, wir könnten noch einmal versuchen, das Cortison durch ein anderes Antiallergikum mit weniger gravierenden Nebenwirkungen zu ersetzen, es gäbe ein Neues, nur leider sei es sauteuer. Ich habe wirklich keine Ahnung, woher wir das Geld nehmen sollen, aber ich vertraue, daß es irgendwie seinen Weg zu uns findet, denn schließlich – woher sollen wir sonst diesen Hund nehmen?

8. Dezember 2009

4 Dinge – Stöckchen

Hier ein kleines Stöckchen, bei Ashmodai mitgenommen:

4 Jobs, die Du in Deinem Leben hattest:
– Unidozentin
– Lehrerin am Gymnasium
– Mädchen für alles
– Hundemama

4 Filme, die Du immer wieder anschauen kannst:
– eine zweite Chance
– Harry Potter Teil 3
– Käpt’n Blaubär
– Underworld

4 Orte, an denen Du (gern) gewohnt hast:
– der Harz
– Österreich
– Mecklenburg
– Brandenburg

4 TV-Serien, die Du gerne anschaust:
Nja, so ganz ohne Fernsehen ist das eine Kaufentscheidung:
– Monk
– Magnum
– Shawn the Sheep
– Dr. House

4 Plätze, in denen Du im Urlaub warst:
– Südengland
– Schweden
– Dänemark
– deutsche Ostseeküste

4 Webseiten, die Du täglich besuchst:
sind nicht täglich 4, manchmal hab ich auch so gar keine Lust auf Internet, aber:
– the Parish
– wordpress
– schlampengoettin.de
– wikipedia

4 Deiner Lieblingsessen:
– Obst
– Schoki
– Obst
– Schoki

4 Plätze wo Du gerne im Augenblick sein möchtest:
– im Orchestergraben
– im Büro des Operndirektors zur Vertragsunterzeichnung
– in meinem Garten vor meinem Traumhaus gleich am See
– genau da, wo ich bin

Letzteres geht nun leider grad nicht, die Arbeit ruft.
Ohren- und Halsschmerzen haben Gesellschaft bekommen – Kopfschmerzen! Yeah. Aber Aspirin macht’s möglich, und morgen habe ich einen Tag frei, da werde ich schon wieder auf die Beine kommen.

7. Dezember 2009

Und noch ein Blog-Candy,

diesmal bei Ashmodai. Dieser Blog ist ja ohnehin immer sehr lesenswert weil informationsstrotzend und schön aufgemacht.
Zu meinen Ohren- haben sich jetzt auch Halsschmerzen gesellt, aber die Laune ist ungebrochen sonnig, ich geh auch brav auf Arbeit. Dort lauern heute und morgen wieder riesige Kindermassen und wollen bespaßt werden.
Daher jetzt Frühstück für mich, Hund Gassi gehen, Frühstück für Hund, Abmarsch.

6. Dezember 2009

Nikolo,

wie man so nett in Österreich sagt. Und ich habe voooolle Schuhe, dabei hab ich gestern Nacht gar nicht mehr geputzt. Sie sind so schön arrangiert gefüllt, daß ich das Kunstwerk einfach nicht auflösen kann und mir irgendwas anderes an die Füße ziehen werde.
Außerdem hat mein Freund gestern Abend noch eine süße Kleinigkeit vorbereitet für das Kind im Stockwerk unter uns, und als ich kurz vor Mitternacht nach Hause kam, lag auch vor unserer Tür schon ein Serviettenpäckchen ohne Absender. 🙂 Ich find das toll – letztes Jahr waren wir noch die Einzigen, die die Kleine mit beschenkt haben, dieses Jahr standen ihre Eingangsstufen voller Schuhe und ein Riesenstrumpf hing an der Türklinke.

So, ich rase ins Bad und muß gleich zur Arbeit.

Habt alle einen schönen Nikolaustag!

5. Dezember 2009

nach längerer Pause…

… bin ich wieder da.
Ich war 3 Tage in Österreich, habe Freunde besucht, war auf dem Christkindlmarkt in Schönbrunn, auf dem am Wiener Rathaus und gefühlten 20 weiteren.

Ich habe eine Antwort von Schwester A bekommen, die mir deutlich macht, daß sie nicht den kleinsten Schritt von ihrer Position („ich habe Recht“) abweicht und das auch in Zukunft, selbst in absurden Fällen, so bleiben wird. Nun gut, da kann ich nichts machen.
Ich habe World of Warcraft für mich entdeckt und bin begeistert. Ich habe drei Figuren erschaffen, mit der dritten endlich kam ich so gut klar, daß sie derzeit als einzige von mir weiter gespielt wird.
Der Hund hat Muskelschwund – ein Bluttest ergab keine Ursache, nur die Information, daß seine Leber nach wie vor miserabel aussieht. Lebern regenerieren sich auch nicht von selbst, also haben wir nichts anderes erwartet. Jetzt denken wir darüber nach, ihn einem Ultraschall auszusetzen, um zu gucken, ob ein Tumor die Ursache für den Muskelschwund ist, obwohl wir eigentlich glauben, das Cortison sei Schuld.
Auf dem Weihnachtsmarkt im Heimatdorf von Sister B hat der Hund ein Alpaka geknutscht und war ganz friedlich. Die Besitzerin meinte, ihre 2 Jagdhunde würden auch nicht auf die Alpakas losgehen, weil der Geruch so gering sei. Sonst war der Markt auch klein, nett und bunt, mit viel Selbstgemachtem wie Kunsthandwerk, Filzkram, Honigkram, Töpferkram und so fort.
Und ich hab Ohrenschmerzen, die zwar von Rotlicht besser werden, aber nur, solange die Lampe an ist, daher bin ich etwas kuschelig heute.