Archive for Februar, 2010

27. Februar 2010

Marry Me

26. Februar 2010

Wölfe des Meeres

Wie man gestern in den Nachrichten hören und hier bei Spiegel Online nachlesen kann, hat vorgestern ein in Gefangenschaft lebender Orca seine Trainerin getötet. Dies geschah vor den Augen des Publikums und nach unterschiedlichen Quellen bereits zum dritten Mal in den letzten 20 Jahren durch denselben Wal. Trotzdem denken die Betreiber der Sea World Florida nicht daran, den Wal in Freiheit zu entlassen oder gar prinzipiell von der Gefangennahme dieser Meeresbewohner abzusehen, da (laut NDR Info) „dieser Orca der vermutlich größte in Gefangenschaft lebende und zudem der zeugungskräftigste“ sei. Man lasse sich diese Begründung auf der Zunge zergehen.
Wie wir in Schätzings „Schwarm“ lesen konnten, werden Orcas von einigen Stämmen der nordamerikansichen Indianer als „Wölfe des Meeres“ bezeichnet. Und wie Wikipedia verrät, leben sie tatsächlich in Rudeln, sogenannten Schulen. Die Kinder bleiben sogar, anders als bei Wölfen, ihr ganzes Leben bei den Eltern. Man jagt zusammen, man lebt zusammen; das Oberhaupt der Walschule ist immer ein Weibchen. Die Weibchen werden von 50 bis zu über 80 Jahre alt, die Männchen 30 bis 50 Jahre. Die gemeinsame Jagd ist unglaublich clever und methodisch an den jeweiligen Lebensraum angepaßt, und diese Wale sind die schnellsten überhaupt.
Und nun wird so ein Männchen aus seinem Rudel entführt und in einem unvergleichlich winzigen Becken gehalten. Er darf nicht mehr jagen, er hat kein Sozialleben mehr, er kann sich nicht annähernd ausreichend bewegen, er wird dressiert und muß in der Show funktionieren und ansonsten möglichst unsichtbar sein. Und das Jahrzehnte lang. Ist es da ein Wunder, wenn dieser Wal irgendwann wahnsinnig wird vor Einsamkeit und körperlicher Qual? Aber all dies ist nichts im Vergleich zum ureigensten amerikanischen Recht auf Amusement und verdientes Geld.
Ich erwarte als nächstes eine Petition irgendwelcher amerikanischer Bürger nach dem Motto „wie viele Menschen müssen noch sterben, bis der Killerwal endlich umgebracht wird?“ Und ich frage mich – wie viele Wale (und so unendlich viele andere Tiere) müssen noch gequält und krank ein kampuschartiges Schicksal durchmachen, wie viele Kinder aus dem Zuschauerraum müssen noch für den Rest ihres Lebens mit solchen Bildern traumatisiert werden, bis die guten, bodenständigen Kapitalisten bemerken, daß man Geld nicht fressen kann?

25. Februar 2010

Noch mehr heiß-kalt

Gestern war ich von halb acht morgens bis halb acht abends unterwegs. Auf der Arbeit. Weil 2 Leute krank geworden waren, wurde mein Dienstbeginn von 15 Uhr auf 9 Uhr vorverlegt, was eigentlich nicht weiter schlimm ist, wenn man nicht gerade am Abend vorher bis 22.30 Uhr eingeteilt ist und wegen ungünstiger Zugfahrzeiten 2 Stunden nach Hause braucht. Aber ich durfte am Abend vorher 2 Stunden früher gehen, also ging es.
So saß ich also gestern von 9 bis 18 Uhr in unserem Kämmerlein, das ein circa 30 Meter langer und 2 (ja, 2, nicht 20!) Meter breiter Raum ist, der komplett geschwärzt wurde. Decke, Türen, Wände, Boden, Stühle, Technik, Schränke, alles schwarz und dazu eine Reihe schwächster Glühlampen, die uns gerade ermöglichen, Skripte zu lesen und die Technik zu erkennen, aber nach Möglichkeit nicht durch die entspiegelten Fenster in den Zuschauerraum leuchten. Ächz. Ich bin dort sehr gerne, ich mag meine Kollegen und den lustigen cholerischen Chef, ich höre gerne Musik, auch wenn’s nur über die Übertragungsanlage kommt. Aber diese 9 Stunden gestern waren echt zunehmend einschläfernd und deprimierend und… schwarz.
Als ich nach Hause kam, hatte mein Freund schon Pizza vorbereitet und wir aßen richtig am Tisch mit Kerzen und so. Ich finde das toll. Wir sehen oft beim Abendessen einen Film, aber manchmal brauche ich das total, dieses sich einander Zuwenden. Ich glaube auch, wenn man sich solche Gewohnheiten wie beim Essen einen Film zu sehen, zulegt, solange man jung ist, und das jahre- und jahrzehntelang durchzieht, wird einem ganz unauffällig das einander Zuwenden immer weniger wichtig. Man vergißt irgendwie, daß es auch anders sein könnte.
Und dann träume ich natürlich heute Nacht, daß Felix zurückkommt. Nur für ein paar Tage, nur, damit ich ihn nochmal kraulen kann und um ein paar Pflaumen abzugrasen, und nur, weil ich mir das so unglaublich sehr gewünscht habe. Im Aufwachen hielt ich die zusammengeknubbelte Decke neben mir für den Hund. Böööses Erwachen!
Aus irgendeinem Grund habe ich auch noch von sprechenden Fruchtsaftwesen geträumt, die sich in Tetrapacks verstecken und zur Tarnung so tun, als würden sie gluckern, wenn ein ignoranter Mensch das Tetrapack schüttelt. Orange und Himbeer.
Das sind doch wirklich zwei gute Gründe, nicht wieder ins Bett zu gehen, sondern lieber vor dem Frühstück eine Runde zu bloggen.

21. Februar 2010

Februar

Heiß-kalt geht es bei uns zu. Besonders schöne und besonders traurige Momente wechseln einander ab. Jeden Tag fehlt uns Felix in der einen oder anderen Situation, und wir versuchen, nicht ständig daran zu denken, wie es wäre, wenn er gerade jetzt seine Schnauze in unserem Schoß hätte oder so. Manchmal kommt es uns noch so vor, als müßten wir nur die nächste Tür öffnen, und er würde begeistert wedelnd dastehen und sich wundern, warum wir ihn die ganze Zeit dort vergessen haben.
Gestern habe ich mit meiner Mutter alle alten Spielzeuge, Leinen, Geschirre und Näpfe abgeschrubbt und dann noch mit dem Dampfreiniger keimfrei gemacht. Die Sachen sind jetzt innerfamiliär verteilt, bis auf ein Hundenetz mit Schraubhaken für’s Auto und eine Kette für den Hals, die wir nur sehr kurz benutzt haben, weil das so ein Würgehalsband war. Wenn also jemand Bedarf hat – bitte melden.

Und jetzt noch das Kalenderbild für den Februar, daß ich Euch Anfang des Monats schuldig geblieben bin:

Naja, ist wirklich nicht so doll.

Heute habe ich begonnen, ein Chache-Coeur zu stricken. Ich habe vor einigen Tagen im Schlecker Wolle entdeckt mit 28 % Wollanteil, also fast echt. Faßt sich sehr schön an und hat schöne gemauschelte Farben: ich habe je 3 Knäuel Herbstgelb mit rot-blauen Fäden und Grün mit gelb-blauen Fäden gekauft. Mal sehen, ich glaube für das Cache-Choeur reichen die 300 Gramm nicht, vielleicht gehe ich nächste Woche nochmal hin und hole Nachschub. Das ist eine super Sache mit dem Stricken – man muß sich konzentrieren und es entstehen wunderschöne Dinge dabei. Also folge ich dem Rat meiner Schwester B und mache jetzt erstmal alles, was mir in der Seele gut tut.
Und jetzt kommt auch gleich mein Bruder mich abholen, ich fahre mit zu ihm und trinke mit seiner Familie Kaffee, bevor ich heute Abend arbeiten gehe.

17. Februar 2010

Felix

Dieser Kummer ist unvorstellbar allgegenwärtig. In jedem Geräusch höre ich den Hund. Jeder Alltagsgegenstand weckt eintausend Erinnerungen. Und ich schäme mich, Erinnerungen zu sagen, da ich die Wärme seines Fells und die Form seiner Schnauze, die Pfötchenballen und den Knubbel am Hinterkopf noch fühle, als wäre er wirklich hier bei mir. Manchmal fühlt es sich an, als wäre er noch da, und wenn ich dann den routinierten alle-paar-Minuten-geht’s-dem-Hund-auch-gut?-Kontrollblick werfe, ist das Sofa leer. Es ist einfach schrecklich und zerreißt mir das Herz.
Ich will wieder diese Schnauze kraulen. Jetzt, sofort!

14. Februar 2010

/ liebenswerte Eigenheiten

Jedes Haustier hat sie – die feinen kleinen Angewohnheiten und Besonderheiten, die es von anderen seiner Art unterscheidet, und die die Besitzer verleiten, zu glauben, man habe es hier mit dem intelligentesten, niedlichsten (…) überhaupt zu tun.
Wir haben natürlich auch den besten Felix der Welt.
Seine Vorderpfötchen sind in der Mitte weiß – die beiden mittleren Zehen, Krallen und und die Haare im Fußballen sind weiß und vermitteln den völlig falschen Eindruck von Eleganz und Zartheit.
Wenn Felix schnuppert, weil er etwas sucht (versteckte Trockenfutterdröpsel zum Beispiel, denn Suchspiele findet er ganz toll), dann knattert irgendetwas ins seiner Lunge. Klingt, als hätte er ein Moped verschluckt. Sehr niedlich.
Schuhe – ohne Worte.
Manchmal, wenn er draußen vor der Wohnung interessante Geräusche hört, springt er auf einen Stuhl und guckt sich an, was da los ist. Gelbe Autos und schwarze Vierbeiner sind auch mal ein Knurren oder leises Bellen wert.
Felix frißt praktisch alles, wenn er kann. Lassen wir ihn jetzt in den elterlichen Garten, klaut er sogar das Vogelfutter. Er tut auch alles für ein Leckerli, wir vermuten, daß er früher mal über Futter „erzogen“ wurde (obwohl er kaum erzogen war). Jedenfalls haben wir bisher 4 Dinge herausgefunden, die er nicht zu sich nimmt, außer mit seeeehr viel Salatdressing: Grüner Salat, Champignons, Zitrone (er frißt andere Zitrusfrüchte, so ist das nicht) und Kaffee. Und wenn Ihr jetzt denkt, es wäre auch für einen Hund nicht normal, solche Dinge zu fressen, kennt Ihr offenbar noch keinen hungrigen Labrador. Manchmal kommt mein Schatz nach Hause mit einer frischen grünen Gurke aus der Gärtnerei und gibt sie dem Hund an der Wohnungstür. Felix braucht keine 2 Minuten für das unterarmlange Stück Gemüse. Er pflückt Pflaumen und Äpfel vom Baum und springt sogar am Stamm hoch dafür. Er rasiert auch Himbeer- und Blaubeersträucher (gaaanz vorsichtig übrigens, mit gespitzten Lippen und wirklich nuuur die Himbeere, und dann die nächste…) und buddelt nach Erdbeeren. Er findet alles, sogar unter einer dicken Schneedecke wie jetzt – manchmal schiebt er den Kopf bis zum Halsband in den Schnee und kommt weiß und glücklich wieder hoch mit einem weggeworfenen, abgenagten Chicken Wing in der Schnauze.
Felix tanzt, wenn wir tanzen. Er jault auch, wenn wir jaulen.
Felix ist ganz schön eifersüchtig, wenn der Papa mich an der Haustür zu lange begrüßt. Er versucht dann, mit dem obligaten Schuh im Maul ein bißchen Aufmerksamkeit zu erknurren und trippelt auf der Stelle, damit der Papa ihm ENDLICH den Schuh abjagen kann.
Felix kann völlig unbewegt irgendwo liegen in seiner fantastischen Geckohaltung, und wenn wir irgendwas zu ihm sagen oder ihn anlächeln, wedeln nur die unteren 10 Centimeter der Rute. Oder es macht genau einmal: Flapp.
Felix geht in jeder neuen Wohnung, die wir besuchen, zuerst in die Küche. Zum Abchecken, falls er mal alleine bleibt.
Felix liebt, wie gesagt, Suchspiele, und dazu gehört auch, den irgendwo in der Wohnung versteckten Hundepapa zu suchen. Er findet ihn überall, sogar in der Badewanne, nur unter einer Decke versteckt hat er ein bißchen Probleme.
Wenn ich alleine zu Hause bin und laut spreche, ohne ein Telefon in der Hand zu haben, steht er auf und knurrt, weil er irgendwas nicht mitgekriegt hat (wo sind die fremden Kerle? Wo? Wo?). Lustig, wenn man mit Hundefreunden am Skypen ist (kamerascheu ist er nicht), aber wenn man ein Diktiergerät benutzen will, naja.
Schweini ist sein bester Kumpel. Er nagt ihm immer zärtlich an einem kurzen Gummibeinchen oder am Ohr, leckt es gelegentlich einfach nur ab, schleppt es an Schuhes Statt durch die Gegend und hat es gestern Abend sogar auf den Spaziergang mitgenommen. Er hat es erst fallen lassen, als die Katze auftauchte.

Schweini:

Vermutlich fallen mir nächste Woche noch 1000 andere Sachen ein, einfach dadurch, daß sie nicht mehr passieren. 😦

13. Februar 2010

/ Knochen

Wir wohnen in Wohnungen, seit wir den Hund haben. Auch schon vorher und vermutlich auch noch eine Weile, obwohl wir beide eher Haus-und-Garten-Typen sind, aber nunja. Wir haben Felix zwar versprochen, daß er irgendwann seinen eigenen Garten kriegt, in dem er alle Passanten anbellen darf, Knochen verbuddeln kann, wo er will und wo wir ganz viele Obststräucher mit Fruchtstand in Schnauzenhöhe pflanzen, aber bisher haben wir es noch nicht dahin geschafft. Daher gibt es ein eklatantes Problem mit dem Vergraben von Knochen.

Normalerweise läuft das so, zumindest in hündischen Gedankenblasen:

Aber in einer Mietwohnung? Nun, der kluge Hund findet auch hier seine Möglichkeiten.
Unter Papas Schreibtisch:

Oder unter der Gardine, noch liebevoll abgedeckt mit einer Papiertüte voller Postkarten:

Oder den gigantischen Knochen, den ihm Schwiegeropa vor 2 1/2 Jahren geschenkt hat, unter meinem Schreibtisch hinter der verstauten Nähmaschine:

Die ersten beiden Knochen sind aus getrockneter, gerollter Rinderhaut. Diese Knochen gibt es in unterschiedlichen Größen, und sie sind zur gesunden Zahnpflege, also auf Deutsch zum drauf Rumknautscheln. Felix knautschelt nicht, er vergräbt. Ein einziges Mal hatte er die Gelegenheit, so eine Rinderrolle im schwiegermütterlichen Kleingarten zu verbuddeln und hat ihn dort 3 Tage später tatsächlich wieder ausgegraben, endlich saftig genug für die Ansprüche eines echten Feinschmeckers. Ansonsten bleibt ihm nur, ein bißchen übers Parkett zu kratzen und den Knochen vor unseren Blicken zu verstecken.
Der riesige Knochen begleitet uns schon sehr lange (ist völlig Fleisch- und geruchsfrei) und war schon an den lustigsten Orten vergraben: Hinter der Toilette, unter einer Zudecke, unter der Heizung, unter einer viel zu kleinen Flickenteppichecke, hinter dem Klavier, auf einem Sessel hinter dem Polster… Das eigentlich Witzige ist das ohrenbetäubende KLONK, mit dem der mehrere Kilo schwere Knochen zu Boden fällt, und daß der Hund trotzdem glaubt, wir würden nichts mitkriegen.

12. Februar 2010

/ Gecko

Ein Hund, der sich hinlegt, um sich auszuruhen, legt meistens den Kopf auf die eng nebeneinander liegenden Vorderpfötchen und rollt den Hintern ein bißchen herum, so daß er auf einer Hüfte liegt. Wenn er völlig das Interesse an seiner Umgebung verliert und lieber ein bißchen schlafen möchte, nimmt er oft die Haltung ein, die von Gaspode, dem genialen Straßenköter aus Terry Pratchetts Feder, zynisch „Treuer-Freund-preßt-Nase-an-Arsch“ genannt wird. (In „Der fünfte Elefant“, fantastisches Buch, wenn man Kommandeur-Mumm-Fan ist wie ich.)
Sagt man einem Hund Platz, er will aber trotzdem schnell aufstehen können, dann macht er erst Sitz und legt sich dann längs hin, Hinterbeine unter dem Hintern, Vorderpfoten unter der Schnauze, der ganze Hund eine Linie.
Ist so ein Hund nun unglaublich fett, gibt es da eine große Schwierigkeit zu bewältigen: die Beine gehen nicht unter den Bauch. Wo ein Körper ist, kann nunmal kein zweiter sein, und wo vor 3 Jahren Felix‘ Schwabbelmasse war, konnten die Beine eben nicht hin. So passierte der „Gecko“. Der Hund macht Platz, die Beine liegen aber nicht unter dem Körper bzw. der Schnauze, sondern rechts und links daneben, so daß er wie eine steinzeitliche Höhlenmalerei eines Wesens aussieht, an dessen Gliedmaßen man Saugnäpfe vermuten würde.

Hier mal zum Vergleich:

entspannte Aufmerksamkeit:

Treuer-Freund…:

Fette Rolle / Gecko:

11. Februar 2010

/ Tröte

Die Tröte ist eigentlich ein medizinisches Gerät: so eine Halskrause aus Plastik, die am Nacken eng anliegt und sich nach vorne trötenförmig öffnet. Das Ding ist durch Steckverschlüsse zu einem Trichter zusammengeklemmt, die ein normaler Hund nicht öffnen können sollte. Aber Felix war kein normaler Hund, zumal als er die Tröte tatsächlich benötigte und sie vom Tierarzt verschrieben wurde. Da hatte ich den Hund gerade ein halbes Jahr, und er hatte am ganzen Körper offene Stellen und einen Juckreiz, der mindestens so stark war wie jetzt gerade. Manchmal hat er sich mitten auf einem Spaziergang hingeworfen und wie irre am linken Oberschenkel geknabbert, wo er bereits eine etwa 15 Centimeter durchmessende Wunde hatte.
Mit diesem manisch kratzenden Hund auf dem Rücksitz fuhr ich vor 2 1/2 Jahren nach Dänemark in den Urlaub. Es waren 40° und Stau. Wir schwitzten Blut und Wasser, und diese Hitze verschlimmerte den Juckreiz bei Felix offenbar bis ins Unerträgliche. Er schaffte es in seiner Manie, um die Tröte herumzuknabbern und dabei mit seinem Kopf einen solchen Druck auf das Plastik auszuüben, daß die Verschlüsse aufgingen. Ich gab ihm bei jeder Gelegenheit Wasser, aber nach 2 Stunden Fahrt wollte er es auch nicht mehr trinken, denn es war etwa 30° warm. Dann versuchte ich, ihn von seinem Bein abzulenken, so gut es ging und fuhr mit nur einer Hand, den rechten Arm immer hinten beim Hund zum Kraulen. Da wir eh nur mit maximal Schrittgeschwindigkeit vorwärts kamen, war das kein Problem. Schalten war überflüssig.
Als wir endlich in Dänemark waren und die Straßen wieder flüssig befahrbar, waren Hundi und ich schon recht entnervt. Aber dann: der Strand.

Das tat gut! Salzwasser, das die Haut desinfizierte. Laufen und Rennen, stundenlang ohne Leine. Gelegentlich andere Hunde treffen, die ebenfalls ohne Leine unterwegs waren und (wahrscheinlich genau deshalb) total friedlich und freundlich. Chillen. Sich den Wind um die Ohren wehen lassen.

10. Februar 2010

/ kleines Hundewörterbuch

Die meisten dieser Begriffe hat der Hund in wenigen Tagen, wenn nicht Stunden, gelernt und zielstrebig (außer „Fuß“) angewendet.

Napf
Fressen
Leckerli
Dröpsel
Ohr
Schweineohr
Möhre
Apfel
Keks
Kong
(Das Interessante ist, daß man ihm einen Körb Äpfel, eine Tüte Möhren und einen Sack Schweineohren zeigen könnte, und wenn man sagen würde „Nimm Dir eine Möhre“, würde er sich eine Möhre nehmen.)
——-
Spazierengehen (Hund rast zur Tür und bringt einen Schuh, zwischendurch ein bißchen Tanzen und Springen)
Bring (einen Schuh) (Hund bringt einen Schuh. Oder ein Schweini. Oder den Ball. Oder den Tiger.)
Bring den anderen Schuh (Hund bringt irgendwas anderes. Oder auch den anderen Schuh.)
Komm (Geschwindigkeit der Ausführung erhöht sich radikal, wenn man dazu mit einer Plastiktüte raschelt.)
Sitz
Platz
Rolle
(diese 3 gehören zusammen – setzen, hinlegen, Rolle seitwärts, erwartungsvoll gucken)
Hierher (mit Rascheln sehr schnell, sonst auch okay.)
Bleib (schweeeer. Was macht die Mutti da ganz alleine in der Küche? Ich geh doch mal lieber vorsichtig durch den Türspalt gucken.)
Hopp (und schwupp ist der Hund auf dem Sofa.)
runter (und schwupp ist er wieder runter.)
Fuß (heißt auf deutsch: Du hast die letzten 4 Kilometer so an der Leine gezogen, daß meine Finger abgestorben sind, jetzt reicht’s. Wenn Du jetzt nicht neben mir gehst, hebe ich Dich hoch und trage Dich nach Hause.)
Halt (an der Ampel)
Winken gehen (wir rasen ins Wohnzimmer, er springt auf Papas Stuhl und guckt aus dem Fenster, bis Papa vorbeikommt. Oder eine Katze. Oder Irgendwas anderes Interessantes.)
Pfötchen (Er ist Linkspföter)
Das andere Pfötchen (Aahh, schon besser.)
Kommst Du mit? (Gleiche Reaktion wie Spazierengehen.)
Willst Du …? (sofortiges Tanzen auf der Stelle – er will immer. Egal, was es ist.)