/ rudeln

Die Anekdote des Tages: Rudeln. Unter Rudeln verstehe ich, im Rudel nach Rudelregeln zusammenzuleben, zusammenzuhalten und sich aufeinander zu verlassen. Das konnte Felix nicht, als er zu mir kam, weil ich seine x-te Besitzerin war, und ich konnte es anfangs auch nicht, weil er mein erster Hund war und wir uns erst zusammenraufen mußten (mithilfe von Tischtennisplatten und so). Und dann, als ich den Hund etwa 10 Tage hatte, hatte ich mal einen langen Arbeitstag und eine Kollegin erklärte sich bereit, an meiner Stelle mit dem Klops spazierenzugehen. Sie nahm einen Freund mit, der zufällig zu Besuch war. Einige Tage später lernte ich diesen Freund selbst kennen, da er eine Homepage für unseren Arbeitgeber bauen sollte, und wir bei meiner netten Kollegin in der Küche schon mal Inhalte abklärten. Da erzählte der Freund, seine Eltern hätten bis vor wenigen Jahren auch einen schwarzen Labrador gehabt, und fing an, mit Felix auf dem Küchenfußboden zu spielen.
Und dann trafen wir uns nur mal so zum Spazierengehen am See. Und dann fuhr ich mal mit Klopsi in seinen Wohnort, zum Spazierengehen in der Stadt. Und dann plötzlich waren wir ein Rudel; der Hund machte es möglich. Wir zogen Knall auf Fall zusammen in meine Wohnung. Wir machten alle Sachen zu dritt.
Der Hund stürmt zur Tür, wenn ich sage „da kommt der Papa“ („Papa“ und „Mutti“ – total irre, ich weiß, aber der Hund versteht nichts anderes mehr). Wenn mein Freund morgens aus dem Haus geht, sage ich „Felix! Winken gehen!“ und wir flitzen beide ins Wohnzimmer und stellen uns ans Fenster – Felix springt immer auf den Stuhl davor, mit den Vorderpfoten auf dem Fensterbrett – und winken beziehungsweise ruffeln, wenn der „Papa“ vorbeikommt. Wenn wir abends einen Film sehen, kommt der Hund aufs Sofa kuscheln. Darf er das mal nicht, weil er z.B. regennaß ist, geht er nicht etwa in sein Bettchen, sondern legt sich vor unsere Füße. Einmal sind wir nachts vom Schwiegerelternbesuch nach Hause gekommen und Felix erkannte, daß er nun zu Hause war und begann glücklich zu jaulen. Vor lauter Übermut heulten und sangen wir gleich mit und legten auf diese Weise den letzten halben Kilometer zurück. Zu dritt, nach Hause, aaauuuuuuuh.
Vor einer Woche sagte mein Freund, als ich wieder mal mit dem Hundeschicksal haderte: „Weißt Du, ich glaube, Felix weiß, daß wir jetzt auch ohne ihn zurechtkommen.“

Advertisements

2 Kommentare to “/ rudeln”

  1. ja, vieleicht war genau das seine aufgabe in euren Leben: euch zu einem „Rudel“ / einem Paar zusammen zu führen..

  2. Eins ist sicher – ohne ihn hätten wir es nie geschafft. Meine Schwester meinte auch, er hätte überhaupt nur so lange durchgehalten, weil er so an uns hängt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: