Noch mehr heiß-kalt

Gestern war ich von halb acht morgens bis halb acht abends unterwegs. Auf der Arbeit. Weil 2 Leute krank geworden waren, wurde mein Dienstbeginn von 15 Uhr auf 9 Uhr vorverlegt, was eigentlich nicht weiter schlimm ist, wenn man nicht gerade am Abend vorher bis 22.30 Uhr eingeteilt ist und wegen ungünstiger Zugfahrzeiten 2 Stunden nach Hause braucht. Aber ich durfte am Abend vorher 2 Stunden früher gehen, also ging es.
So saß ich also gestern von 9 bis 18 Uhr in unserem Kämmerlein, das ein circa 30 Meter langer und 2 (ja, 2, nicht 20!) Meter breiter Raum ist, der komplett geschwärzt wurde. Decke, Türen, Wände, Boden, Stühle, Technik, Schränke, alles schwarz und dazu eine Reihe schwächster Glühlampen, die uns gerade ermöglichen, Skripte zu lesen und die Technik zu erkennen, aber nach Möglichkeit nicht durch die entspiegelten Fenster in den Zuschauerraum leuchten. Ächz. Ich bin dort sehr gerne, ich mag meine Kollegen und den lustigen cholerischen Chef, ich höre gerne Musik, auch wenn’s nur über die Übertragungsanlage kommt. Aber diese 9 Stunden gestern waren echt zunehmend einschläfernd und deprimierend und… schwarz.
Als ich nach Hause kam, hatte mein Freund schon Pizza vorbereitet und wir aßen richtig am Tisch mit Kerzen und so. Ich finde das toll. Wir sehen oft beim Abendessen einen Film, aber manchmal brauche ich das total, dieses sich einander Zuwenden. Ich glaube auch, wenn man sich solche Gewohnheiten wie beim Essen einen Film zu sehen, zulegt, solange man jung ist, und das jahre- und jahrzehntelang durchzieht, wird einem ganz unauffällig das einander Zuwenden immer weniger wichtig. Man vergißt irgendwie, daß es auch anders sein könnte.
Und dann träume ich natürlich heute Nacht, daß Felix zurückkommt. Nur für ein paar Tage, nur, damit ich ihn nochmal kraulen kann und um ein paar Pflaumen abzugrasen, und nur, weil ich mir das so unglaublich sehr gewünscht habe. Im Aufwachen hielt ich die zusammengeknubbelte Decke neben mir für den Hund. Böööses Erwachen!
Aus irgendeinem Grund habe ich auch noch von sprechenden Fruchtsaftwesen geträumt, die sich in Tetrapacks verstecken und zur Tarnung so tun, als würden sie gluckern, wenn ein ignoranter Mensch das Tetrapack schüttelt. Orange und Himbeer.
Das sind doch wirklich zwei gute Gründe, nicht wieder ins Bett zu gehen, sondern lieber vor dem Frühstück eine Runde zu bloggen.

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