Zwischenbericht

Es gibt Zwischenstandsmeldungen aus verschiedenen Bereichen, und es ist gut, daß wir uns schriftlich verständigen, denn sonst müßte ich SCHREIEN, DAMIT MAN MICH HÖRT, DENN VOR MEINEM OFFENEN SCHLAFZIMMERFENSTER RAST DER MÄHER DURCH DEN HINTERHOF.
Vorher aber: In den Suchbegriffen, die zu meinem Blog führten, stand „woher kommt das Wort Maisonette“, daher hier mal die simple Antwort: von Maison, französisch für Haus. Die Endung -ette ist eine Verkleinerung, also Häuschen. Der Begriff wird für mehrstöckige Wohnungen innerhalb von Mehrfamilienhäusern benutzt, sozusagen für ein Haus in einem Haus; ob es in Frankreich auch einfach kleines Häuschen bedeutet, weiß ich nicht.

Nun zu mir und den kleinen Erfolgen: Ich habe endlich, endlich den Stoff für’s Brautkleid gefunden. Nachdem ich bereits durchsichtige weiße Baumwolle und gummiartige grüne Elastikstoffe vorgesetzt bekam, macht ich mich am Freitag nochmal auf zu einer Shoppingtour in Berlin. Ich kenne Berlin nicht besonders gut, hatte mir aber einige Läden im Internet herausgesucht und die dazugehörigen S- und U-Bahn-Haltestellen und lief los. Sollte ich nichts finden, bis die schlechte Laune einsetzt, so nahm ich mir vor, würde ich eben nur weißen Stoff kaufen und die ursprünglich grün geplanten Ärmel einfach besticken.
Der erste Laden war ein reines Wollgeschäft, das nicht einmal Stickgarne führte, aber ein gutes Sortiment schöner Wolle, auch handgewobener und Filzwolle, so daß ich möglichst rasch die Flucht ergriff, um mich nicht arm zu machen. Die Besitzerin erzählte mir von einem Stoffgeschäft um die Ecke, doch als ich dort ankam, begannen die dort gerade die erste Minute ihrer zweistündigen Mittagspause und ließen mich von der verschlossenen Tür her zugucken. Na gut.
Zurück in der U-Bahn stieg ich in einen Waggon, in dem ein Mann von Mitte dreißig im Anzug und mit zornrotem Gesicht herumtigerte, gegen Sitze und Haltestangen trat und wüste Beschimpfungen vor sich hinzischte. Ich ließ mich vom Einsteigeschwung gleich so weit wie möglich ans andere Ende des Abteils tragen und hörte unterwegs 4 coole Jungs in leisem türkisch-deutsch diskutieren, ob sie das nicht auch tun sollten, bevor der Kerl Amok läuft.
Dann lief ich zu einer Adresse in einem alten Fabrikgebäude. Hinter der Hausnummer verbarg sich ein ganzer Häuserblock, in dem Wirtschaftsprüfer, ein Kinderheim und ein deutsches Restaurant mit ausschließlich arabischen Kellnern verbargen. Die Kellner waren sehr nett und hilfsbereit und hatten keine Ahnung von einem Stoffgeschäft, meinten aber, ich solle doch mal im Klamottenladen da vorne fragen. Dort half man mir 4 Häuser weiter in das gesuchte Stoffgeschäft – ja, es war tatsächlich eins. Nur leider führten sie nur Wohnstoffe, keine Kleiderstoffe. Der Inhaber empfahl mir zum Trost ein anderes Geschäft, und zwar ausgerechnet das, wo man mir vor einem Monat das gummiartige grüne Zeug angeboten hatte. Danke. Ich lief in den nächsten Laden und kaufte mir 0,75 Liter Flüssigkeit, die ich bis zur nächsten U-Bahn-Station heruntergekippt hatte. Langsam wurde ich etwas pflastermüde.
Das nächste Geschäft war wieder ein reines Wollgeschäft, wieder mit einem sehr schönen Sortiment und einer ungeheuer bemühten Inhaberin, die mir gleich zwei weitere Adressen empfahl, nämlich einen Markt („da können Sie Glück haben, aber manchmal findet man auch gar nichts“), und ein Wollgeschäft, das nur 4 Straßenbahnstationen entfernt war („die führen aber eigentlich kaum ja einfarbige Stoffe, sondern immer so bunt bedruckte Sachen, mehr für Kinder“). Es klingt nicht so, aber zu diesem Zeitpunkt war ich schon über 3 Stunden unterwegs, und Shopping gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, die schlechte Laune begann also schon einzusetzen.
Ich entschied mich zunächst für das Geschäft, weil es den Namen meiner Lieblingsblumen trägt. Dort angekommen fand ich ein kunterbuntes Farbmeer, Stoffe, die von der Decke hingen, in den Fenstern lagen, auf Tischen ausgebreitet waren und dort lagen sie, nebeneinander – mein Grün und mein Weiß. Beides Naturstoffe. Eine passende Kordel hatten sie auch noch. Ich sage also aus vollem Herzen: Danke, Frau Tulpe! Sie führen übrigens auch Biostoffe und haben, soweit ich weiß, eine Filiale in Hamburg.

Das gesamte Wochenende war dann geprägt von unserem Umzug. Dies ist unsere letzte Woche, am nächsten Wochenende wollen wir komplett hier raus sein. Wir haben also gepackt und geschleppt und gepackt und geschleppt und eigentlich nichts von dem wunderbaren Sommerwetter genossen, das endlich hier ankam. Gestern Nachmittag suchte mein Vater uns spontan heim und packte mit an, und nun habe ich schon sämtliche Hängeschränke in der neuen Küche und kann heute dort schon einiges einräumen.

So – denn wolln wa ma. Habt eine schöne Woche!

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2 Kommentare to “Zwischenbericht”

  1. Schön das du gut vorankommst!
    Der Link ist übrigens fatal…ich sehs kommen das ich da ein Vermögen für Bänder und Borten lasse..

    • 🙂 Ja, es ist wirklich ein toller Laden.
      Ich habe jetzt 80% der Küche in Kisten verpackt, mache noch 5 Minuten Pause und fahre das Zeug dann in die neue Wohnung. Mal sehen, vielleicht hole ich mir unterwegs einen Veggie-Döner oder so. Ist ja kein Kochgeschirr mehr da…

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