Konzert und Mama-Tag

Dies war bisher ein unheimlich emotionales Wochenende.
Am Freitag hatte ich ja nun mein erstes Konzert mit meinem Chor. Wir haben die 30-Minuten-Marke tatsächlich geknackt, mit etwas Hilfe meiner Terzettmädels und meiner Moderation. Das Publikum war nicht nur zahlreich und aus weitem Umfeld angereist, sondern auch noch höchst freundlich, aufmerksam und stets (hey – das ist ja ein rückwärts lesbares Wort) zu begeistertem Applaus bereit. Sie wollten sogar eine Zugabe und haben sich nach meinem Geständnis, daß wir wirklich alles gegeben hätten, gerne bereit erklärt, einfach ein Lied aus dem Konzert noch einmal wiederholt zu hören.
Beim Verlassen der Kirche schüttelte mir praktisch jeder die Hand und gratulierte zum Konzert, wünschte dem Chor im Allgemeinen und mir im Besonderen eine glorreiche Zukunft und es war einfach ein Fest. Natürlich hat der Chor nicht überwältigend gut gesungen, wenn man ihn vergleicht mit Profis oder sorgfältigen Aufnahmen von semiprofessionellen oder guten Amateurensembles. Aber für ganze 7 Monate Vorbereitungszeit und dabei ständiger Aufstockung des Ensembles auf mittlerweile stolze 20 Personen waren sie wirklich, wirklich richtig gut. Und vor allem haben sie sich an mein Plädoyer vorher gehalten: Leute gehen nur aus einem einzigen Grund in Konzerte – sie möchten in der Stimmung gefangen werden und die Stimmung einfangen. Sie möchten sehen, was die Musiker empfinden. Es geht nicht in erster Linie um technische und interpretatorische Perfektion, sondern um das Sich-Einlassen auf den Moment, um das Teilen des besonderen musikalischen Momentes zwischen Ausführenden und Zuhörern. Daher wäre der größte Fehler, sich im Konzert unglaublich anzustrengen, damit auch ja jeder Ton perfekt an der richtigen Stelle sitzt und dies zur Priorität zu machen. Das Wichtigste ist, zu wissen, was man singt und es zu empfinden. Nur dann erreicht man seine Zuhörer, und manchmal erreicht man etwas in seinen Zuhörern und sie gehen als andere Menschen nach Hause.
Und so war es – der Chor hat gelächelt, wenn es beschwingt war, hat mitgefühlt, wenn der Protagonist des Liedes sterben wollte und hat einige Zuhörer sogar zum Mitsingen animiert. Wie schief die Intonation zwischendurch war, werde ich also niemals verraten. 😉

Und gestern war ich mit meiner Mutter zum Hochzeitskleid anprobieren wieder in Leipzig. Es war eine lange Fahrt und wir wurden mit einem Kaffee von der Schneiderin belohnt. Das Kleid wird, glaube ich, wirklich richtig schön. Das Grün leuchtet, der Stoff fühlt sich gut an und obwohl es eng anliegt, kann ich mich gut und ungezwungen darin bewegen. Außerdem hatte ich die 2 kleinen Triumphe, daß meine Mutter zugeben mußte, daß das Grün schön ist und daß sie mir keine neuen Schuhe gekauft hat, sondern mich meine 4 Jahre alten bequemen, flachen tragen läßt.
Danach sind wir in die Innenstadt gefahren und waren fast 5 Stunden Shoppen. Das ist für uns beide normalerweise der Horror – nach spätestens 1,5 Stunden geht gar nichts mehr. Aber wir haben einfach mal Geschäfte gefunden, in denen richtig schöne Kleidung angeboten wird und lange in dem Anblick geschwelgt, dann nach schöner Unterwäsche gesucht und erst ganz am Schluß gefunden und zwischendurch 10 Minuten in einer kleinen Bäckerei gesessen und während dieser Zeit mindestens 10 schwangere Frauen und 10 weitere mit Kinder- und Zwillingswägen gesehen.
Irgendwann sind wir über ein ziemlich lustiges Seifen- und Kosmetikageschäft gestolpert: Lush. Es war klein, eng, voll und unglaublich laut und die Verkäuferinnen waren sehr bunt und sehr, nunja, duzfreundlich. Die Seifen, Massagebutter, Badekugeln und was es nicht alles gab, duften in den unterschiedlichsten Varianten, und eigentlich wollten wir nur einmal quer durch’s Geschäft schnuppern, aber am Ende standen wir dann da mit je einem kleinen Pröbchen Fußcreme – meine Mutter mit kühlender Minze, ich mit wärmendem Zimt -, Seifen – sie Vanille, ich Rose und Rose/Oregano – und mit einem Lippenbalsam „Honey Trap“ und einer veganen (Isi, liest Du das?) Gesichtwaschpaste namens „Babe“, dem Schweinchen zuliebe.
Als wir wieder zum Auto gingen, stellten wir schwer schockiert fest, daß es scchon dreiviertel 7 war und riefen sofort unsere Männer an, die uns eigentlich deutlich früher zurück erwartet hatten. Nach einer intensiv verquatschten Rückfahrt war ich halb 10 wieder zu Hause mit meiner wundervoll duftenden Tasche und stellte fest, daß mein Kerl mit Pizza und dem Kommentar „ich dachte, das wäre romantisch“ auf mich gewartet hatte. Na, wenn das nicht romantisch war. 🙂
Und heute Vormittag rief meine Mutter an, um mir zu sagen, daß sie mich liebt, und legte dann wieder auf.

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2 Kommentare to “Konzert und Mama-Tag”

  1. Ja, ich bin da. *meld* 😉 Ich LIEBE Lush! Die haben ganz viele tolle Produkte, machen keinerlei Tierversuche und so ist auch fast alles bei denen vegan. 😉 Vor allem die vielen tollen Seifen haben es mir angetan, auch wenn es meine Lieblingsseife (Lavendel) nicht mehr gibt. 😦 Aber es ist ohnehin toll die immer neuen Kreationen und witzigen Beschreibungen dazu zu lesen. 😀

    Dein Beitrag liest sich so schön, so voller Freude, Leben und Liebe, dass ich hier nun breit grinsend sitze, danke dafür. 🙂

  2. 🙂 Nichts zu danken! Es war wirklich ein schöner Tag. Mehr dazu in Deinem Schattenbuch. 😉

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