Bücher und Geschenke aller Art

Dies ist meine erste Socke.

Natürlich noch im Entstehungsprozess, wie man sieht. Als Vorbereitung auf das Wagnis Sockenstricken, vor dem ich mich immer etwas gefürchtet habe, habe ich mir dieses tolle Bambusnadelspiel geleistet und dazu die Sockenwolle mit dem schicken Muster à la schlammbespritzte Kuh (was ich vorher nicht wußte). Dann habe ich mir eine einfach klingende Anleitung ergooglet und losgelegt. Wie sich herausstellte, ist es gar nicht so schwer, mit Nadelspiel zu stricken. Man bedient ja trotzdem immer nur 2 Nadeln. Das Problem sind eher die anderen 3, denn die sind ständig irgendwo im Weg. Anfangs hatte ich mehrmals den Verdacht, sie würden mich rudelartig attackieren und versuchen, mir via Hebelwirkung die Finger zu brechen. Seit ich aber die Ferse geschafft habe, verstehen wir uns ganz gut.

Nun zu einigen Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe: Da wäre zunächst mal der zweite Teil der Gaia girls – „Way of the water“. Kann ich nur ebenso rückhaltlos empfehlen wie den ersten. Ich habe wieder das englische Paperback bestellt, weil mir das deutsche Hardcover einfach zu teuer war. Die Lieferung dauerte zwar etwas, aber egal.

Dann habe ich auf einem Flohmarkt „Heidi“ entdeckt. Dieses Buch habe ich mit 7 oder so zu Weihnachten geschenkt bekommen von einer lieben Tante aus dem Westen. 🙂 Ich habe es am Weihnachtsabend durchgelesen. Danach hatte ich die ersten Kopfschmerzen meines Lebens, aber das Buch war fantastisch und ich habe es jahrelang immer wieder gelesen und sehr gemocht. Mit 13, als wir umzogen, gab ich es mit mehreren anderen Kinderbüchern in eine Kiste für das Kinderheim. Und als ich erwachsen wurde und mich kaum noch an die Handlung erinnern konnte, entwickelte es eine Art mythischen Status im Hinterkopf. Es war DAS Buch. Und nun habe ich es wieder gelesen und muß sagen – meine Güte, was für ein Mist. Also, es ist ja der Grundgedanke ganz wunderbar, das man lieber ganz natürlich leben und sich geben sollte als sich krampfhaft irgendwelchen gesellschaftlichen Zwängen zu unterwerfen und dabei die eigene Menschlichkeit zu verlieren. Das unterschreibe ich gerne. Aber: Dieser Peter ist ähbäh. Warum hatte ich den nur in so netter Erinnerung? Und erst seine Großmutter! Was übt diese Frau für einen psychischen Druck auf ein fünfjähriges Kind aus! Wie kann man ein Kind, das einen besucht, verabschieden mit „Das Du mir nur bald wiederkommst, sonst tät ich’s nicht überleben“? Das ist doch abartig. Die einzigen sympathischen Menschen sind der Almöhi sowie der Vater und besonders die Oma von Klara. Ich kann mir nur vorstellen, daß die Spyri extrem schlechte Erfahrungen mit dem Egoismus anderer Leute gemacht haben muß und finde, das zumindest behandelt sie anhand verschiedener Figuren sehr gut. Aber diese Peter-Oma… brrr.

Dann habe ich die Pellinorsaga ausgelesen. Es sind gute Bücher, wenn auch keine, die ich mir nun extra kaufen würde. Ich finde, für den langen Aufbau kommt letztlich die Geschichte Maerad-Cadvan zu kurz. Außerdem legt die Autorin im letzten Buch weniger Wert auf die Innenschau Maerads, weshalb man sich ihr plötzlich entfremdet fühlt. Cadvan ist mein absoluter erklärter Held. Ich kenne noch keinen Romanhelden, dessen Persönlichkeit mich so anspricht – nichtmal Winnetou. 😉 (Vielleicht liegt es auch nur daran, daß ich ähnliche Züge aufweise; einerseits großzügig, hilfsbereit, liebevoll, andererseits oft zu stolz, manchmal hochmütig, manchmal auch sehr verschlossen.) Jedenfalls ist er wirklich sabber.

Nun zu einigen Büchern, die ich noch nicht gelesen habe: Noch von der Hochzeit übrig sind zwei, zu denen ich ohnehin mal bloggen wollte. Dieses hier werde ich mit größter Wahrscheinlichkeit nie lesen. Ich finde es auch ein absolut abartiges Hochzeitsgeschenk. Mit der innigsten Herzlichkeit (tatsächlich!) überreicht wurde es uns von einer entfernten Bekannten meiner Eltern, die an irgendeiner psychische Labilität leidet und ihren Trost im christlichen Glauben findet. Was ich an sich eine schöne Sache finde. Aber wenn ich das Wort Sünde schon höre, da muß ich doch aus allen Poren kotzen. Verzeiht den Ausdruck. Dieses Buch geht davon aus, daß wir sowieso alle Sünder sind, da „das Gepäck, mit dem wir vor den Altar treten“ von der Bibel als Sünde bezeichnet wird. Die Bibel solle die Grundlage für die Ehe sein. Nun ja, das war ein wie ich weiß wirklich gut gemeintes Geschenk. Ich anerkenne also die Liebenswürdigkeit, die dahinter steht, und ignoriere den Erziehungsversuch.

Dann haben wir von Aquamarine zur Hochzeit ein richtig fantastische Südengland-Geschenkesammlung bekommen:

Hier sieht der geneigte Leser: Zweierlei Chutney – einmal Zwiebel, Pfeffer & Orange und das andere mit dem vielversprechenden Namen „Victorian Kitchen Garden“ -, ein Glas Honig aus Devon und eine Packung Brixham Fudge. Da ich nicht wußte, was Fudge ist, habe ich das nach der Hochzeit mal gesuchmaschint und festgestellt, daß man davon wahrscheinlich dick wird. Yummie! Wir haben noch nichts davon aufgemacht, da wir noch knietief in selbstgemachten Brotaufstrichen diverser Freunde und Verwandter stehen. Das wird bestimmt unser Special zur Adventszeit.
Und dazu gab es das Buch „The Witchcraft and Folklore of Dartmoor“. Also DAS ist ein echter Magnet, dem ich bisher leider leider noch nicht nachgehen konnte. Ich muß auch immer noch zuerst einen Stapel geborgter Bücher abarbeiten und zurückgeben, daher wird wohl auch dieses Buch ein Weihnachtsspecial.

Und zu guter Letzt vorgestern als Überraschungsgeschenk von meinem Schatz in der Post gewesen:

Wer die erste Seite des Originaltextes kennt, für den ist dieser hier ein echter Schenkelklopfer: „It is a truth universally acknowledged that a zombie in possession of brains must be in want of more brains.“ Also für mich als Jane Austen Fan genau das Richtige.

Und jetzt das Geschenk des Jahres: Gestern wurde ich von einem Inspirationspartikel getroffen. Ich hatte jemand sehr lieben und inspirierten um einige Gedichte zum Vertonen gebeten und sie wurden mir gewährt und gemailt. Gestern wollte ich keinen Lesestoff mit auf die Arbeit schleppen und nahm daher die ausgedruckten Gedichte und ein dünnes Notenheft mit, in der Hoffnung, vielleicht für eines der Gedichte schon ein Grundkonzept zu bekommen. Immerhin fahre ich eine Stunde hin und eine zurück, da hat man schon Zeit zum Überlegen. Und ich brauche eigentlich viel Zeit zum Überlegen solcher Sachen, denn ich bin mehr der Arrangeurtyp, nicht so die Komponistin. Ich bin ziemlich gut darin, bereits bestehende Dinge umzuformen und mache sie gelegentlich sogar etwas schöner, auf jeden Fall aber passender für die Besetzung, die das Arrangement haben will. Komponieren ist eine völlig andere Sache, und das Vertonen von Gedichten, deren Sprachrhythmus ohne einen Gedanken an musikalische Umsetzung entstanden ist, ist für mich eine echte Herausforderung.
Gestern jedoch saß ich da mit einem Haufen Gedichte und plötzlich sprang mich eines an. Ich hatte das Grundgerüst innerhalb von 20 Minuten fertig und schrieb dann noch 15 Minuten an Details der Instrumentalbegleitung, bevor ich in die S-Bahn mußte. Dann bevor die Arbeit anfing kam mir noch die zündende Idee für den Anfang eines zweiten Liedes. Glücklich schrieb ich ich der Pause eine sms an die geschätzte Autorin.
Auf dem Nachhauseweg saß ich über eine halbe Stunde am Bahnhof fest wegen Zugverspätung. In dieser halben Stunde schrieb ich das vollständige dritte Lied. Und im Zug nach Hause das vierte. So habe ich mich bisher nur ein einziges Mal in meinem Leben gefühlt: Als mir Aquamarine in der 10. Klasse in unserem 3-Bett-Internatszimmer einen Limerick erzählte. Wumm, hatte ich einen Chorsatz davon im Kopf. Diese Gedichte lösen offenbar ganz schön was aus. 🙂 Mein Mann meinte, als ich ihm heute Nacht nach der Arbeit davon erzählt habe, die Texte müßten wohl das richtige Thema für mich haben. Ja. *nick*

Ausblick: Am Wochenende ist Reformationstag, und ich singe Lutherchoräle auf einer Lutherparty in einer Nachbargemeinde, im Mittelalterdress mit anschließender Kürbissuppe. Ich freue mich schon total drauf.

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3 Kommentare to “Bücher und Geschenke aller Art”

  1. Huuuuh, ich bin so gespannt!
    Sicher so wie bei Comgall – das Bild wollte gestern unbedingt raus und ich hatte ihn sowas von deutlich vor Augen, dass ich erstmal stundenlang hochkritisch an meiner Skizze gesessen habe. =D

    *schmacht* Das Englandpaket ist ja schööööön. Du kanntest kein Fudge? Großer Gott, ich liebe Fudge. Im letzten Leben war mein Spruch „And on the 8th day, HE made fudge!“ (Man konnte da beliebig auch noch Bacon hinzufügen.)
    The Witchcraft and Folklore of Dartmoor klingt toll. Nach sowas muss ich mal suchen und meine Wunschliste nochmal aufstocken. 😀

  2. Die Sockenwolle sieht richtig witzig aus. Die Socken werden richtig schön!

    Hihi, als Kind mochte ich „Heidi“ auch. Man darf halt nicht vergessen, dass das Buch aus einer völlig anderen Zeit stammt. Inzwischen ist doch kulturell und gesellschaftlich einiges passiert 🙂
    Ich mochte auch im Fernsehen „Robbi, Tobi und das Fliwatüt“. Deshalb freute ich mich sehr, als das neulich mal wieder im Fernsehen kam – räusper – das hat mir mal gefallen???? Ging gar nicht mehr…

    Dein Dartmoor-Buch klingt sehr interessant. Bin schon gespannt auf deine Rezension, falls du eine schreibst.

    LG, Alruna

  3. Ich bin auch schon gespannt auf das Buch und werde auf jeden Fall darüber berichten. 🙂

    Heute Nacht um eins habe ich das erste Lied fertig gestellt – I hear my inner voice singin -, und gerade eben das zweite, The Beauty within. Gelegentlich treibt mich mein Notenschreibprogramm in den Wahnsinn (ich bin eine alte Bleistiftbevorzugerin, aber von handgeschriebenen Noten spiele ich nicht gerne und schließlich soll alles schick sein), aber ich habe obsiegt. 😀 Das nächste wird September’s Thoughts, aber ich brauche jetzt erstmal eine kleine Pause. Und dann muß ich mir überlegen, wie ich die Stücke akustisch umsetze. Soll ich mit mir selbst dreistimmig singen? Oder vielleicht trommle ich wenigstens für das erste ein paar Mädels zusammen, da kann ich eh nicht alle Instrumente spielen… Hmm…. Mal sehen.

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