Archive for November, 2010

29. November 2010

Suchbegriffe und Schreibereien

Heute habe ich mal das derzeit beliebte Bloggerspiel gespielt: der Schreibtest. Da ich deutsch schreibe, auf deutsch, hier bei der faz durchführbar.

Auf zwei willkürlich herausgesuchte Blogeinträge gab es die Ergebnisse Alexa Henning von Lange und Ingo Schulze, die ich beide bisher nicht kenne. Aber ich schätze, Zeitgenossen schreiben einfach ähnlich wie Zeitgenossen. Und dann habe ich meine beiden letzten Gedichte eingegeben. „Dahin“ ergab Hermann Hesse und „Der Tanz“ Johann Wolfgang von Goethe. Ha! Ein Honig-Ums-Schreibermaul-Test. Ich mag Hermann Hesse. Ich fühle mich geschmeichelt, vielen Dank, lieber Testersteller.

Nun zu den Suchbegriffen der letzten Woche:
klavierlehrerin schimpft – Hm. Was soll ich dazu sagen? Ich schimpfe nie. Zumindest nicht mit meiner Schülerin, nur mit der Mutter, aber die checkt das nicht. Früher, als ich noch ganz viele Klavierschüler hatte, habe ich auch nie geschimpft – nur sanft ermahnt, wenn mein kleiner Hyperaktiver mal wieder auf dem Fensterbrett tanzte. Aber ich halte Schimpfen für überflüssig und sogar kontraproduktiv im Musikunterricht, wobei Deine Lehrerin vielleicht einen guten Grund hatte? Hast Du ihr ans Schienbein getreten? Beim Vorspielen die Klavierklappe mit Wucht auf ihre Hände fallen lassen? Also dann würde ich auch… schimpfen.

draenei sex – ich darf doch sehr bitten. Das Spiel ist freigegeben ab 12.

häkelblumen anleitung – wie immer, die von mir benutzte stammt von nadelspiel.com. Ich finde sie einfach und hübsch.

basteln mit teebeuteln – also das finde ich ja mal eine total schräge Idee. Was bastelt man denn aus Teebeuteln? (Sollte sich der werte Sucher nochmal hierher verirren, wäre ich für einen Kommentar sehr dankbar.) Ich kenne so Teebeutelbäumchen mit verschiedenen Sorten für kranke Freunde oder zur Adventszeit, aber richtig basteln? *neugier*

strickmuster hunde – ist ein absolutes No-Go in meinen Augen. Hunde haben ein Fell, abgesehen von einigen speziellen Rassen, die sich sowieso kein strickwütiger Fifibesitzer anschaffen würde, weil es „nicht niedlich genug“ wäre. Dieses Fell ist optimal für den Temperaturausgleich eines Hundes, der mit dem Wärmehaushalt eines Menschen nicht zu vergleichen ist. Menschen haben kein Fell und brauchen deshalb eine künstliche Hülle. Hunde dagegen werden von Strickpullovern krank, da sich bei feuchter Kälte (Schneefall) unter dem Strickzeug diese Nässe absetzt und den Hund völlig unterkühlt – Wer für seinen Hund niedliches Anziehzeug strickt, erreicht das Gegenteil dessen, was er beabsichtigt. Wenn nicht sowieso nur Angeberei mit Niedlichkeitsfaktor beabsichtig ist.

wir sind verlobt – herzlichen Glückwunsch!

was tun mit häkelblumen – Warum hast Du sie denn gehäkelt? Wenn Du nur mal ausprobieren wolltest und jetzt Hundertschaften gut gelungener Wollpflanzen besitzt, kannst Du sie auf Kleidungsstücke nähen, an Lampenschirmen befestigen, sie zu Girlanden verbinden, sie auf Geschenkpapier als besondere Note kleben, sie Briefen beilegen, Blumentöpfe und Gardinen damit verzieren, sie an den Teppichrand tackern, sie in einen großen Eimer packen und dann das Fenster aufmachen und Frau Holle spielen, sie mit Leberwurst einreiben und lustige Suchspiele mit dem Hund veranstalten, sie an strategisch günstigen Stellen auf der Lieblingsbluse der Schwiegermutter befestigen, sie mit einem freundlichen Lächeln an fremde Leute in der U-Bahn verteilen, sie mit Duftöl beträufeln und in verschiedene Wäschekommoden legen, sie färben und einen Regenbogen für das SOS-Kinderhaus in der nächsten Stadt daraus nähen, sie als Wunschträger in Deinen Lieblingsbaum hängen…

Laß Deine Fantasie spielen.

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27. November 2010

gerüsselt und gepestet

So, es ist soweit – nach dem eiskalten Bahnhofsabend neulich und der ewigen Sitzerei in unserer staubtrockenen Klimaanlage (die nur bei Ostwind nach altem Frittenöl oder gekochter Leber aus dem Hotel nebenan riecht) bin ich erkältet. Ich hoffe, dieser Schnupfen bleibt ein Schnupfen und verkrümelt sich bald wieder, denn zum richtig krank werden habe ich weder Zeit noch Lust.
Heute hatte ich das erste von 3 Weihnachtskonzerten mit meinem Chor. Ein Kurzauftritt während eines Weihnachtsmarktes. Wir haben es sehr interaktiv gestaltet und das Publikum die Hälfte mitsingen lassen. Die üblichen Weihnachtslieder gehen ja immer, aber wir haben auch einen ganz unbekannten Weihnachtskanon gesungen – mit Publikum in drei Stimmen. 🙂 Das war sehr lustig, und man merkte richtig, wie manche Leute schon beim Vorschlag verkrampften oder leise pfeifend Richtung Decke blickten und dann, als sie merkten, daß es weder schwer ist noch auffällt, plötzlich mit breitem Grinsen dasaßen und mitsangen. Ich mag ja sowas. Es waren auch etliche jüngere Leute im Konzert – damit meine ich jünger als 50 und in unserem Fall heute sogar deutlich jünger – und eine Frau erklärte mir, es habe sogar ihrer Tochter (so um die 16 Jahre, die fröhlich lächelnd neben ihr stand) sehr gut gefallen, was ich als echtes Kompliment gewertet habe. Teenager sind nicht so leicht zu beeindrucken, zumindest nicht von Weihnachtsliedern, und die Kleine sah ehrlich begeistert aus. Aah – Honig auf Seele.
Nicht so schön war, daß ein Baß sich offenbar für den Rest des Jahres abgemeldet hat, und das nicht bei mir, sondern bei meinem Vater, der ebenfalls in meinem Chor singt. Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich befremdlich. Vielleicht ist das auch nur mein Ego, aber das ist verdammt noch mal mein Chor, auch wenn ich manche Proben meinem Vater überlasse, wenn ich abends arbeiten muß. Und was mich am meisten ärgert, ist, daß ich diesen abgemeldeten Baß sehr mag – er und seine Frau singen wirklich gut, sind sehr nett und schon einige Zeit dabei – und das einfach unnötig war. Ich meine, muß ich als Leiterin des Chores sowas im Vorbeigehen kurz vor dem ersten Konzert hören? Das gibt ein Nachspiel. 🙂

Und morgen bin ich wieder von 14 bis 23 Uhr auf der Arbeit. Juchu.

24. November 2010

Arbeitswoche

Dies ist eine Ausnahme-Arbeitswoche. Am Montag wurde ich angerufen, ob ich nicht (verzweifelt-fröhliches Lachen im Telefon) Dienstag früh kommen und bis Freitag 16 Uhr bleiben wolle. Öhm. Ja, klar. Ist ja nicht so, als hätte ich eine Wahl. Schließlich hatte ich um mehr Stunden gebeten und nicht bekommen. Cool, jetzt kriege ich mehr Stunden. Ob die wohl auch bezahlt werden?
Jedenfalls war ich gestern noch recht sanft von 10 bis 22 Uhr eingeteilt und hatte sogar von 14-15 Uhr Mittagspause. Theoretisch. Praktisch sah es so aus, daß ich die ganze Zeit auf Abruf saß, aber nicht eingesetzt wurde. Irgendwann laß ich das Skript nur noch mit halber Hirnkapazität mit und benutzte die andere Hälfte zum Sockenstricken. Als mein Kollege und ich Hunger bekamen und fragten, wie es denn mit einer Pause aussieht (in Proben hält man sich da oft nicht an Uhrzeiten, sondern die Bedürfnisse der Ausführenden im Probenablauf) meinte der Inspizient ebenfalls verzweifelt-fröhlich: Pausen gibt es heute nicht. Jeder macht Pause, wann er denkt und wird durchgerufen, wenn er gebraucht wird. Wir hirschten also mit Funkgerät bewaffnet in die Kantine, schoben ein schnelles Mittag ein und hirschten zurück, nur um festzustellen, daß wir noch immer nicht gebraucht wurden.
Um 14.30 mußte ich zu den Herren Chefs ins Parkett, weil mein Nichtstun plötzlich „wichtig“ war und ich „das Recht“ dazu hatte, vorne zu sitzen (augenroll) – was den Fortschritt der Socke massiv beeinträchtigte.
Um 18.30, nachdem ich 4 Stunden meine ganze Kraft dazu gebraucht hatte, ein interessiertes Gesicht vorzugeben und gelegentlich – etwa einmal pro Stunde – eine musikalische Frage zu beantworten, während ich im Halbschlaf auf die Bühne schielte und hörte, wie alle anderen die weitere Probe bis 22 Uhr und die danach spontan geplante Nachtschicht besprachen, hatte Cheffe einen Anfall von Gnade und schickte mich nach Hause. Ich rannte förmlich raus, denn er ist nicht für Gnadenakte bekannt und ich wollte weg sein, bevor es jemand bemerkt.
Dann stand ich eine Stunde am Bahnhof und fror mir den Hintern ab. Als mein verspäteter Zug endlich durchgesagt wurde, stieg ich erleichtert ein, nur um drinnen festzustellen, daß es eben nicht mein Zug war. Glücklicherweise teilten beide Linien sich noch die nächste Haltestelle, so daß ich nach nur weiteren 10 Minuten im eiskalten Wind endlich heimkam und nicht an der Ostsee landete. Zu Hause angekommen war mir so kalt, daß ich kaum den Autoschlüssel ins Schloß bekam. Aber dank der cheflichen Gnade war mein Mann noch wach und ließ mir sofort eine heiße Wanne ein. *knuddel* Dazu brachte er mir eine Tasse heißen Apfeltee mit Zitrone und schon war klein Wolfi wieder glücklich.

So – heute ziehe ich mich doppelt so dick an wie gestern, denn ein zweiter Gnadenakt dürfte mir kaum gewährt werden, und da es jetzt gerade die ersten Flocken des Jahres schneit, wird es wohl heute Nacht so richtig schön eisig. Also dann – ich muß zum Zug. 🙂

22. November 2010

Klavierunterricht

Heute muß ich mal aus aktuellem Anlaß ein Wort – vermutlich werden es eher viele Worte – zu meiner kleinen Klavierschülerin loswerden. Ich unterrichte die 7jährige Tochter einer Dorfkatechetin. Dieses Kind ist sehr intelligent und aufgeweckt, hat viel Fantasie und nicht das geringste Maß an Erziehung. Der Vater wohnt irgendwo anders und kommt gelegentlich mal am Wochenende vorbei. Bei diesen Gelegenheiten macht er den Eindruck, das Leben wäre ein einziger Reggaetitel. Die Mutter ist das fleischgewordene Gegenteil von Organisation; in ihrer Wohnung, in der ich das Kind vor einem halben Jahr noch unterrichtet habe, sieht es aus wie SAU, und das sage ich, die ich einen haarenden Labrador hatte und nie viel Lust zum Aufräumen. Diese Mutter gibt dem Mädchen weder jemals ein ernstzunehmendes Nein noch irgendeine sinnvolle Verhaltensrichtlinie, was dazu führt, daß die Kleine ihr auf der Nase herumtanzt, sie manipuliert ohne Ende und dasselbe auch mit allen anderen Menschen tun zu können glaubt. Dazu ist sie nicht in der Lage, sich 5 Minuten auf ein Thema zu konzentrieren (was im Klavierunterricht Spaß macht), die Wahrheit zu sagen (weshalb ich sie immer Händewaschen schicken muß, da ich mich auf ihre Aussagen nicht verlassen kann) oder vernünftig zu kommunizieren („Hattest Du diese Woche Zeit zu Üben?“ – „Murmelmurmel… Mein Lieblingstier ist der Delphin.“)
Heute sagte mir die Mutter in Hörweite ihrer aufmerksam lauschenden Tochter, manchmal sei sie entsetzt über das Verhalten ihres Kindes (sowas würde ich echt vor meinem Kind niemandem sagen – wie demütigend ist das denn?) – und wenn sie dann mal in der Schule sei, müsse sie feststellen, daß alle anderen Kinder noch viel schlimmer seien. HALLO? Was für eine willkommene Generalabsolution. Und wie schön, daß das Kind sich jetzt auch darauf berufen kann. Die Mutter behauptet ja auch immer wieder, die Kleine sei gerade in einem schwierigen Alter (was macht sie dann, wenn ihre Tochter 14 wird?) und ist gegen jeden Versuch, ihr simpelste Ratschläge wie „setz Dich durch“ zu geben – inzwischen hat es wohl schon die ganze Dorfgemeinde inklusive des Pfarrers versucht – vollkommen immun.

Und dieses wunderbare Kind ist mein wöchentliches Erziehungsprojekt. Anfangs habe ich die Kleine zu Hause unterrichtet. Für mich sind das 15-20 Minuten Autofahrt, aber die Mutter hat eben keine Zeit, das Kind irgendwohin zu bringen, und ihre Schule mit Hort ist gleich um die Ecke und ein Klavier war zu Hause vorhanden, also dachte ich mir, den Gefallen tue ich ihr. Der Unterricht begann etwas stockend, da die Klärung der Frage, woher das Kind einen Wohnungsschlüssel bekäme, einige Wochen dauerte, und als er dann begann, mußte ich mich wie gesagt in einen Saustall ohne jeden Vergleich begeben. Womit ich nicht gerechnet hatte, war natürlich, daß das Kind sich in besagtem Saustall zu Hause fühlt. Das war ihr Revier, ihre Höhle. Und entsprechend aufmüpfig wurde sie mit der Zeit. Alles begann mit zwischendurch mal schnell was trinken gehen (in 30 Minuten Unterricht nicht wirklich nötig, da sie vorher genug Zeit hatte), ging dann weiter über mal eben das Meerschweinchen holen und kraulen und fand seinen Höhepunkt in der Woche, in der ich an der Wohnung klopfte und von drinnen hörte: Is‘ offen! Ich ging hinein und nichts passierte. Also zog ich mir erstmal die Schuhe aus und suchte die Kleine. Ich fand sie mit einem Laptop auf dem Schoß im Wohnzimmer sitzend, völlig vertieft in ein Computerspiel. Auf mein Guten Tag erwiderte sie ohne hochzuschauen: „Der blöde Frosch! Nie schaffe ich das!“ Als ich meinte, sie könne es ja nach der Klavierstunde weiter versuchen, bekam ich gar keine Antwort, denn sie versuchte es bereits weiter. Leise über das Spiel schimpfend, ignorierte sie meine Versuche, mit ihr zu reden und sie auf die Klavierstunde hinzuweisen. Schließlich sagte ich ihr, sie möchte bitte das Spiel weglegen und ans Klavier kommen, sonst würde ich sofort wieder fahren, denn um dumm herumzuwarten wäre ich nicht den ganzen Weg gekommen. Da sie mich weiter ignorierte in dem sicheren Mama-gestützten Bewußtsein, daß Erwachsene eh nie ihre Drohungen wahrmachten, ging ich. Ich zog mir draußen die Schuhe an und hörte nach 30 Sekunden ein stinkwütendes „Ey!“ – und plötzlich stand sie in der Tür, die Fäuste in die Seiten gestemmt und fauchte mich an: „Du kannst nicht einfach gehen! Du mußt mir Klavier geben!“ Ich sagte: „Ja, das habe ich gerade 10 Minuten lang versucht, aber Du wolltest lieber Spielen als Unterricht haben, deswegen gehe ich jetzt und werde auch nächste Woche nicht wiederkommen.“ Vollkommen sprachlos vor Entrüstung fiel ihr nichts mehr ein, als mir mit Wucht die Tür vor der Nase zuzuschlagen.

Eine Weile hörte ich nichts von Mutter und Kind – die Mutter ist sehr telefonfaul, wenn es darum geht, solche Dinge auszubügeln, denn ihr gehen vermutlich die Ausreden aus – und irgendwann nach ein paar Wochen drückte mir die Mutter eine Entschuldigungskarte in die Hand, erzählte mir irgendwas vom Pferd von wegen schwieriges Alter blabla und bat mich, den Unterricht wieder aufzunehmen. Ich sagte ihr, das könne ich tun, aber unter der Voraussetzung, daß sie sich bewegen würden und in mein Territorium kämen, damit diese blödsinnigen Machtspielchen aufhörten, und daß das Kind auch wirklich Unterricht haben will. Ich habe nämlich nach wie vor den Eindruck, sie wolle zwar gerne ein Instrument lernen, aber eigentlich lieber etwas anderes, und müsse Klavier machen, weil davon schon eins zu Hause herumsteht. Mutter versicherte mir, das Kind sei ganz heiß auf Klavierunterricht (haha), nur in die Stadt bringen könne sie sie nicht, weil sie zuviel zu tun habe. Da sprangen meine eigenen Eltern in die Bresche, die im selben Dorf wohnen wie die Katechetin, und boten ihr Wohnzimmer an. Da muß das Kind immer noch ans andere Ende des Dorfes laufen oder radeln, und es ist mehr mein Revier als ihres, aber sie schafft es immerhin alleine über einen sicheren, autofreien Feldweg.
So. Nun haben wir vor einem Monat wieder mit dem Unterricht begonnen. Erstmal konnte ich alles wieder von vorne anfangen, was wir eigentlich schon ganz gut draufhatten. Sogar die Fingerhaltung. Aber okay. Dann kam sie vor 2 Wochen nicht. Nach 20 Minuten dachte ich: Bitte Popolecken und fuhr heim. Sechs Tage später rief die Mutter an und brabbelte irgendwas von Fehlkoordination mit den Horterziehern. Ich sagte, das wäre zwar Zeitverschwendung gewesen, aber da ich ja trotzdem das Honorar für’s Warten bekommen würde, solle sie sich mal keinen Kopf machen, woraufhin sie etwas ins Stottern kam. Dann sagte ich, ich hätte gerne die Nummer vom Hort (Warum muß ich sowas eigentlich einfordern? Müßte ihr als Mutter nicht daran gelegen sein, daß ich bei Verspätung ihres Kindes dort nachfragen kann?) Letzte Woche kam die Kleine wieder nicht. Ich wartete 40 Minuten, dachte wieder P… naja, und fuhr heim. Diesmal rief die Mutter garnichtmal erst an. Heute, als ich mir schon ein gutes Buch für die schöne halbe Stunde alleine bei meinen Eltern mit einer großen Tasse Kaffee mitgenommen hatte, kam sie an der Hand ihrer Mutter, und nur eine Viertelstunde zu spät. *thumbs up!* Ich bat die beiden herein und erklärte, daß sie eine Viertelstunde zu spät seien und ich heute leider nicht überziehen könne, weil mein Mann ohne Wohnungsschlüssel losgefahren war und ich ihn nicht im Regen warten lassen wolle. Antwort: „Wie, zu spät?“ Da hatte die liebe Mama doch glatt die vereinbarte Uhrzeit durcheinandergebracht.
Während der „Stunde“ war das Kind unerträglich, vermutlich weil sie sich in Mamas Gegenwart vor Schimpfe sicher wähnte. Mama ihrerseits beobachtete mich mit Argusaugen, und immer, wenn sie vermutete, daß ich genervt sei, ließ sie einen pseudo-erzieherischen Satz vom Stapel. „Benimm Dich doch mal wie ein Mensch!“ (Die Kleine kroch gerade auf allen Vieren unter dem Tisch herum.) – „Ich benehme mich wie ein Kind!“ (Völlig richtige Feststellung, fand ich. 🙂 ) – „Nein, Du benimmst Dich nicht wie ein Kind!“ – Kind krabbelt weiter am Boden. Ganz toll, oder? Ich komme mit der Kleinen wirklich gut klar, obwohl sie wahnsinnig anstrengend ist, und sie ist regelrecht süchtig nach mir, wenn wir uns mal außerhalb der Stunde treffen bei einem Kirchenfest oder so. Aber diese Mutter… die möchte ich jedesmal, wenn ich sie sehe, mit dem Kopf auf die nächste Tischplatte hauen.

Egal. Ich spare ja auf einen neuen Laptop, und dafür sind die paar Silberlinge, die ich mir Montags verdiene, ganz in Ordnung. Und, wie meine Mutter feststellte: „Wenigstens sieht sie einmal in der Woche ein aufgeräumtes Zimmer.“

21. November 2010

Wochenende, Suchbegriffe

Neben den üblichen Suchbegriffen – 2 Wölfe, Strickanleitung und unser alter Freund Bühnenküsse – tauchen diese Woche auch auf Was ist ein Patentmuster? und Jägerin lvl 80 Draenei.

Also, ein Patentmuster ist einfach ein patentiertes Strickmuster. Ich verweise dazu mal auf den Wiki-Artikel zum Thema Stricken.

Was die Jägerin angeht – seufz. Bis dahin hab ich noch 8 Level und das zieht sich tierisch in die Länge. Momentan eh, da ich nicht spiele. Aber davon mal abgesehen gibt es sicher viel Spaß für 80er Figuren, zumal Cata ja nicht mehr weit ist – bis dahin versuch doch mal ein paar der abartigeren Erfolge zu knacken.

Nun, wir waren ein bißchen unterwegs, haben die Schwiegerfamilie zu Hause und einen Freund im Krankenhaus besucht und uns Freitag Nacht ein Mutabor-Konzert angehört. Meine Güte, ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzt Mal in einem Konzert war, in dem die Hose alleine weitertanzt, wenn man still stehenbleibt. Wir sind hingegangen, weil wir meinem Schwager Karten zum Geburtstag geschenkt hatten und die Gelegenheit nutzen wollten. Ich kannte Mutabor bis vorgestern nicht, aber es hat mir gut gefallen, abgesehen von der abartigen Lautstärke, denn durch dieses völlige Übersteuern gingen leider die interessanten Instrumente (Geige, Flöte, Klarinette) völlig unter und auch der Text war nicht mehr zu verstehen. Später habe ich eines der Lieder auf CD gehört und das war spitze.

So, und müde wie ich bin schmeiße ich mich jetzt in die Klamotten und gehe harmlos Gottesdienstbesucher mit Brahms und Reger beschallen. Einen schönen Sonntag allerseits!

17. November 2010

Hummeln

Ich fasse hier mal ganz belanglos ein paar „Hummeln“ (besonders schöne Sachen) der letzten Zeit zusammen. Heute früh: Obstfrühstück. Das tut mir gerade unglaublich gut, ich mache das in letzter Zeit öfter.

Vor ein paar Tagen kam ein schmales Päckchen von Amazon an meinen Mann adressiert. Als er nach Hause kam, malte er einen großen Smiley drauf und sagte, es sei für mich und ich dürfe es öffnen, wann immer es mir richtig schlecht ginge und er nicht da sei. Nun, richtig schlecht ging es mir zwar nicht, aber ich war ganz schön schnufflig gestern und konnte mich kaum zu meiner Chorprobe aufraffen. Also durfte ich das Päckchen aufmachen und darin war – tadaaa – die neueste BBC-Verfilmung der Scheibenweltromane: Going Postal. Ganz frisch. Es ist toll! Ich habe auch schon die anderen beiden Verfilmungen – The Colours of Magic und Hogfather – und mag sie sehr gerne, auch wenn sie natürlich nicht mit Spezialeffekten à la Hollywood aufwarten können. Aber englische Schauspieler kommen mir oft charakteristischer und weniger klischeehaft vor als amerikanische, wobei das vielleicht auch nur ein Vorurteil ist. Ich meine, ich rede nicht von Größen wie Jodie Foster oder so. Ach, egal – Heute früh habe ich faules Stück mir Going Postal angeschaut und sehr genossen. Es sind ja immer 2 Teile von je 90 Minuten Länge, also genug Zeit für Filmemacher und Zuschauer, sich in die Welt richtig schön hineinzufühlen. Going Postal gefällt mir sogar noch besser als die anderen beiden Verfilmungen.

Gestern Vormittag hatte ich eine schöne Probe mit meinem Mädels-Quartett. Währenddessen hat der Mann von der Sängerin, bei der wir diesmal geprobt haben, lecker gekocht und wir waren alle herzlich auf eine Lauchsuppe eingeladen. Leider war die mit Hackfleisch, und zwar nicht mit gut sortierbaren Klößchen, sondern fein püriert. Die Suppe war wirklich lecker, und da ich bei Leuten, die nicht wissen, daß ich Vegetarier bin und in einer aussichtslosen Sortiersituation wie dieser sowieso nie einen Aufstand mache, habe ich einen guten Schwung davon verdrückt. Und oh, ich habe es so bereut. Wer hätte gedacht, daß einem von Fleisch derartig schlecht werden kann? Aber im Nachhinein erinnerte ich mich, daß mir das schonmal passiert ist, vor circa 8 Jahren, als ich im Winter in einer Sonntagnacht in der heizungslosen Wohnung einer Freundin festsaß und wir nur Mikrowellenlasagne hatten. Götter, war mir da schlecht hinterher. Aber egal – ich habe mir trotzdem das Rezept geben lassen, weil ich die Suppe ja auch ohne Hack machen kann bzw. in 2 Töpfen, und damit – so dachte ich – könnte ich meinem Kerl mal eine Freude machen. Aber als ich ihm davon erzählte, meinte er nur: Ah, Suchtsuppe. Altes Pfadfinderrezept. Hm.
Überhaupt macht das Quartettsingen gerade viel Spaß, auch einfach wegen der gemeinsam verbrachten Zeit. Und das Schönste daran sind die Äußerungen einer meiner Quartettfreundinnen. Typische Unterhaltungen im Quartett laufen derzeit etwa so ab:
irgendjemand: Mistwetter – grau, regnerisch, kalt…
sie: Ja! Ist das nicht toll? So liebe ich den November!
Und so ist sie immer drauf. Ein echter Sonnenschein, ich genieße das total.

Dann habe ich das Räuchermännchen wieder in Betrieb genommen. Als ich noch klein war, fand ich in der Vorweihnachtszeit immer das Räuchermännchen meines Vaters total spannend. Er benutzt es heute noch: ein kleines, blau angemaltes Holzmännchen mit großer Pfeife vor dem offenen Mund, aus dem es raucht. Als mein Kerl mitbekam, daß ich dieses Männchen total schön finde, fiel ihm ein, daß er sowas ja auch mal hatte und wühlte so lange im Keller, bis er es fand. 😀 Also sieht es jetzt so aus:

Der untere Teil wird abgesteckt und man setzt einen Räucherkegel auf den dafür vorgesehenen Aufsatz. In meinem Fall ist das ein Kegel der Marke KNOX und der Duftrichtung Schokolade. Die Rückseite der Packung wird geziert von dem kleinen Sprüchlein
Nicht nur an grauen Wintertagen
schafft uns ein wohliges Behagen
der feine Räucherkerzen-Duft.
Er würzt aromareich die Luft.
Von altersher ein schöner Brauch,
seid klug und übernehmt ihn auch.

Werbung mal poetisch. 🙂


Dann wird das eigentliche Männchen auf den Aufsatz gesteckt – diese 2 Leichtmetallspangen halten es sicher und fest, so daß man es auch während des Räucherns bedenkenlos hochnehmen und herumtragen kann, aufrecht natürlich wegen des glühenden Kegels – und aus der oberen Öffnung zieht behaglicher Rauch. Dieses spezielle Männchen ist ein Angler – auf der bildabgewandten Seite hält es eine Angel mit Fisch dran in der Hand – und daher eigentlich nicht so für Weihnachten geeignet, aber dafür hat es eine witzige Filzweste über dem Holzkörper an und ist auch für alle anderen Jahreszeiten einsetzbar. Ich finde es toll, und jetzt riecht es hier in der Küche nach ein bißchen Schokolade und viel von diesem typischen Räuchermännchenduft. Das muß irgendein Trägerstoff in den Kegeln sein, jedenfalls wird mir dabei ganz zu Hause zumute und es wird sehr gemütlich, während ich mir nun wieder das Schattenbuch schnappe. Denn dieses Wochenende ist mein letztes freies für dieses Jahr. Vermutlich überhaupt die letzten freien Tage am Stück, bevor der berufliche und ehrenamtliche Weihnachtswahnsinn beginnt. So betrachtet tröstet es mich fast ein bißchen, daß meine WoW-Gamecard gerade jetzt abgelaufen ist (mitten in den spannenden vor-Cataclysm-Events, gnaaa), denn ab nächste Woche wüßte ich ohnehin nicht, wann ich spielen sollte.

Also dann – wer kann, lasse es sich so gut gehen wie ich mir und habt eine schöne Restwoche noch!

10. November 2010

Schreiblust

Ich schreibe gerne. Ich blogge hier größtenteils relativ belangloses Zeug, aber ich tue es gerne. Ich habe als Kind Geschichten und Gedichte geschrieben. Die Geschichten haben irgendwann aufgehört, die Gedichte nicht. Und manchmal schreibt man ja, weil man muß – die Diplomarbeit, eine Stellungnahme, einen Antrag, eine Kündigung oder Bewerbung. Bei diesen Gelegenheiten ist es wichtig, nicht nur auszudrücken, was man sagen möchte, sondern gleichzeitig alle Reaktions-Eventualitäten der Leser zu bedenken und gegebenenfalls seine Formulierungen zu ändern.
Darauf kam ich kürzlich, als jemand im Forum ankündigte, regelmäßig eine Zeitschrift mit heidnischen Inhalten herausgeben zu wollen. Das finde ich schön. Und auch nicht ganz ungefährlich, denn so eine Zeitung verbreitet natürlich Gedanken und Meinungen zu Themen, die oft nicht objektiv beweisbar sind – Geister sind nur ein Beispiel – oder die von verschiedenen Menschen auf verschiedene Weisen wahrgenommen werden (Naturgeister, schamanische Erfahrungen usw.).

Also, ich bin sowieso der Meinung, daß Zeitungen egal welcher Art so objektiv und neutral wie möglich zu sein haben, denn andernfalls nennt man sie BILD und sie verbreiten nur Stammtischfakten und besitzen keinen sachlichen Wert. Diese Neutralität zu erreichen ist natürlich unglaublich schwierig, und weil mir das klar ist, schreibe ich bisher nicht für diese Heidenzeitung, obwohl mich das Schreiben an sich schon sehr reizt. Aber was für eine große Verantwortung!
Besonders in unserem Metier, in diesem ganzen Hexen- und Heidenkram, dürfen wir uns auf keinen Fall auf persönliche Meinungen festbeißen oder allzu emotional argumentieren, denn ich glaube, daß Zeitungen wie diese unsere Kultur und Religion (oder wie man es nennen will) in die nicht-heidnische Öffentlichkeit tragen. Wir machen uns damit öffentlich und somit auch angreifbar. Wenn wir nicht klug und sachlich genug argumentieren, machen wir uns als religiöse Gruppe lächerlich. Und das wäre schade, nur weil jemand in einem Artikel schreibt „Dämonen sind üble Wesen der Unterwelt“ statt „Dämonen werden von den meisten Menschen als üble Wesen der Unterwelt betrachtet“. Oder „das ist so“ anstelle von „das war meine persönliche Erfahrung“. Auf mehr will ich gar nicht hinaus.
Ich finde es großartig, solche Zeitungen zu machen, denn irgendwo müssen wir ja Wissenspools anlegen und uns repräsentieren, unseren Gleichgesinnten Diskussionsstoff bieten und uns für Andersdenkende transparent machen.
Ich denke nur wie gesagt, wer einen Artikel veröffentlicht, sollte die möglichen Konsequenzen vorher bedenken und seine Formulierungen auf das höchstmögliche Niveau heben. Denn machen wir uns nichts vor – mindestens 80% der Benutzer, die wir aus heidnischen Onlinetreffpunkten kennen, sind nicht die Sorte Leute, von denen wir uns gerne persönlich in unserer Weltsicht repräsentieren lassen wollen. Und vielleicht schreiben die trotzdem gerne, und sei es nur, um sich mal veröffentlicht zu sehen. Daher liegt wohl die größte Verantwortung beim Herausgeber, der sich jeden Kleinkram gründlich durchlesen und durchdenken muß, immer und immer wieder, und man kann nur hoffen, daß da einer sitzt, der das mit ganzer Seele tut.

8. November 2010

Sie sind doch alle gleich

Der Schwiegerhund durfte gestern mit uns in den „Eichhörnchenpark“ (weiß gar nicht, wie der wirklich heißt). Dort hat Felix seinen Eichhörnchenbaum gehabt, um den er immer wie manisch herumgesprungen ist, seit mal ein Hörnchen seinen Weg kreuzte. Ja, ja, der Jagdtrieb. Eigentlich wollten wir dort die Enten füttern mit den getrockneten Resten selbstgebackenen Brotes. Aber dann kam tatsächlich ein Eichhörnchen über den Weg gezischt und der liebe Schwiegerhund, der Felix sonst in wenigen Dingen ähnlich sieht, entwickelte schlagartig auch einen ausgeprägten Jagdtrieb und dieselbe Blödheit wie mein alter Schnuffel, nämlich nur zweidimensional zu denken. Das Hörnchen saß innerhalb von Sekunden 2 Meter über uns auf einem Ast und zeigte den weißen Bauch, ein hämisches Grinsen und die Mittelkralle. Da ich stets auf der Seite der Hörnchen stehe, hier noch eines aus der Nähe.

5. November 2010

Hund im Anmarsch

Ich stecke mitten in einem häuslichen Rundumschlag – die Schwiegermutter kommt! Morgen Mittag rückt sie an, bleibt bis Mittwoch und bringt – Hurrah! – den Schwiegerhund mit. Der ist toll! Groß, schwarz, verfressen, also genau richtig. Um das gebührend zu feiern, besuchen wir morgen meinen Bruder und seine Familie, die Hunde auch lieben und einen sehr hundefreundlichen großen Garten haben. Und dort werde ich mich mit Bruders semiprofessioneller Hilfe an die Aufnahme meiner ersten Gedichtvertonung machen. 🙂 Ich freu mich schon sehr darauf. So, jetzt noch ein bißchen weiter aufräumen, dann eine Tüte Begrüßungspansen kaufen…

Habt ein schönes Wochenende!

1. November 2010

November

Dies ist das Bild aus meinem Geburtstagskalender, das ich am wenigsten mag. Aber ich lasse es trotzdem nicht an Euch vorübergehen. 🙂
Und ich werde nie begreifen, nach welchen Maßstäben hier die Bilder vergrößert und verkleinert werden und warum ich nicht einfach „Originalgröße“ verwenden kann. Narf. Vermutlich suche ich doch wieder ein anderes Template, wenn mich das weiterhin nervt.