Hummeln

Ich fasse hier mal ganz belanglos ein paar „Hummeln“ (besonders schöne Sachen) der letzten Zeit zusammen. Heute früh: Obstfrühstück. Das tut mir gerade unglaublich gut, ich mache das in letzter Zeit öfter.

Vor ein paar Tagen kam ein schmales Päckchen von Amazon an meinen Mann adressiert. Als er nach Hause kam, malte er einen großen Smiley drauf und sagte, es sei für mich und ich dürfe es öffnen, wann immer es mir richtig schlecht ginge und er nicht da sei. Nun, richtig schlecht ging es mir zwar nicht, aber ich war ganz schön schnufflig gestern und konnte mich kaum zu meiner Chorprobe aufraffen. Also durfte ich das Päckchen aufmachen und darin war – tadaaa – die neueste BBC-Verfilmung der Scheibenweltromane: Going Postal. Ganz frisch. Es ist toll! Ich habe auch schon die anderen beiden Verfilmungen – The Colours of Magic und Hogfather – und mag sie sehr gerne, auch wenn sie natürlich nicht mit Spezialeffekten à la Hollywood aufwarten können. Aber englische Schauspieler kommen mir oft charakteristischer und weniger klischeehaft vor als amerikanische, wobei das vielleicht auch nur ein Vorurteil ist. Ich meine, ich rede nicht von Größen wie Jodie Foster oder so. Ach, egal – Heute früh habe ich faules Stück mir Going Postal angeschaut und sehr genossen. Es sind ja immer 2 Teile von je 90 Minuten Länge, also genug Zeit für Filmemacher und Zuschauer, sich in die Welt richtig schön hineinzufühlen. Going Postal gefällt mir sogar noch besser als die anderen beiden Verfilmungen.

Gestern Vormittag hatte ich eine schöne Probe mit meinem Mädels-Quartett. Währenddessen hat der Mann von der Sängerin, bei der wir diesmal geprobt haben, lecker gekocht und wir waren alle herzlich auf eine Lauchsuppe eingeladen. Leider war die mit Hackfleisch, und zwar nicht mit gut sortierbaren Klößchen, sondern fein püriert. Die Suppe war wirklich lecker, und da ich bei Leuten, die nicht wissen, daß ich Vegetarier bin und in einer aussichtslosen Sortiersituation wie dieser sowieso nie einen Aufstand mache, habe ich einen guten Schwung davon verdrückt. Und oh, ich habe es so bereut. Wer hätte gedacht, daß einem von Fleisch derartig schlecht werden kann? Aber im Nachhinein erinnerte ich mich, daß mir das schonmal passiert ist, vor circa 8 Jahren, als ich im Winter in einer Sonntagnacht in der heizungslosen Wohnung einer Freundin festsaß und wir nur Mikrowellenlasagne hatten. Götter, war mir da schlecht hinterher. Aber egal – ich habe mir trotzdem das Rezept geben lassen, weil ich die Suppe ja auch ohne Hack machen kann bzw. in 2 Töpfen, und damit – so dachte ich – könnte ich meinem Kerl mal eine Freude machen. Aber als ich ihm davon erzählte, meinte er nur: Ah, Suchtsuppe. Altes Pfadfinderrezept. Hm.
Überhaupt macht das Quartettsingen gerade viel Spaß, auch einfach wegen der gemeinsam verbrachten Zeit. Und das Schönste daran sind die Äußerungen einer meiner Quartettfreundinnen. Typische Unterhaltungen im Quartett laufen derzeit etwa so ab:
irgendjemand: Mistwetter – grau, regnerisch, kalt…
sie: Ja! Ist das nicht toll? So liebe ich den November!
Und so ist sie immer drauf. Ein echter Sonnenschein, ich genieße das total.

Dann habe ich das Räuchermännchen wieder in Betrieb genommen. Als ich noch klein war, fand ich in der Vorweihnachtszeit immer das Räuchermännchen meines Vaters total spannend. Er benutzt es heute noch: ein kleines, blau angemaltes Holzmännchen mit großer Pfeife vor dem offenen Mund, aus dem es raucht. Als mein Kerl mitbekam, daß ich dieses Männchen total schön finde, fiel ihm ein, daß er sowas ja auch mal hatte und wühlte so lange im Keller, bis er es fand. 😀 Also sieht es jetzt so aus:

Der untere Teil wird abgesteckt und man setzt einen Räucherkegel auf den dafür vorgesehenen Aufsatz. In meinem Fall ist das ein Kegel der Marke KNOX und der Duftrichtung Schokolade. Die Rückseite der Packung wird geziert von dem kleinen Sprüchlein
Nicht nur an grauen Wintertagen
schafft uns ein wohliges Behagen
der feine Räucherkerzen-Duft.
Er würzt aromareich die Luft.
Von altersher ein schöner Brauch,
seid klug und übernehmt ihn auch.

Werbung mal poetisch. 🙂


Dann wird das eigentliche Männchen auf den Aufsatz gesteckt – diese 2 Leichtmetallspangen halten es sicher und fest, so daß man es auch während des Räucherns bedenkenlos hochnehmen und herumtragen kann, aufrecht natürlich wegen des glühenden Kegels – und aus der oberen Öffnung zieht behaglicher Rauch. Dieses spezielle Männchen ist ein Angler – auf der bildabgewandten Seite hält es eine Angel mit Fisch dran in der Hand – und daher eigentlich nicht so für Weihnachten geeignet, aber dafür hat es eine witzige Filzweste über dem Holzkörper an und ist auch für alle anderen Jahreszeiten einsetzbar. Ich finde es toll, und jetzt riecht es hier in der Küche nach ein bißchen Schokolade und viel von diesem typischen Räuchermännchenduft. Das muß irgendein Trägerstoff in den Kegeln sein, jedenfalls wird mir dabei ganz zu Hause zumute und es wird sehr gemütlich, während ich mir nun wieder das Schattenbuch schnappe. Denn dieses Wochenende ist mein letztes freies für dieses Jahr. Vermutlich überhaupt die letzten freien Tage am Stück, bevor der berufliche und ehrenamtliche Weihnachtswahnsinn beginnt. So betrachtet tröstet es mich fast ein bißchen, daß meine WoW-Gamecard gerade jetzt abgelaufen ist (mitten in den spannenden vor-Cataclysm-Events, gnaaa), denn ab nächste Woche wüßte ich ohnehin nicht, wann ich spielen sollte.

Also dann – wer kann, lasse es sich so gut gehen wie ich mir und habt eine schöne Restwoche noch!

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One Comment to “Hummeln”

  1. Ich hab auch die KNOX-Kegel wieder in Betrieb genommen – meine Räuchermännchen sind noch mit den restlichen Weihnachtssachen im Keller. Aber die werden spätestens am Wochenende hochgeholt und dann wird umdekoriert.
    Mir ist schon so weihnachtlich zumute. 🙂
    Meine absoluten Favoriten an Räucherkeeln sind der Tannenduft und der Weihnachtsduft. *seufz* Und es lässt mich immer total an meinen Opa denken.

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