Archive for Dezember, 2010

31. Dezember 2010

Prost

Allen, die heute eine große Party feiern und allen, die wie wir allein zu Hause bleiben, allen, die ein schönes Jahr hatten, und allen, die es schwer hatten – allen, die in Stimmung sind und allen, die sich nur die Decke über den Kopf ziehen wollen –

Ich wünsche Euch einen guten Rutsch in ein schönes, glückliches, erfolgreiches, sehr gesundes und zufriedenes Jahr 2011.

Und für alle, die die Tradition meiner Familie teilen, sich an Silvester die 9. Sinfonie Beethovens anzuhören, aber wie ich keinen Fernseher haben, hier ein kleiner, aber wunderschöner Ausschnitt. Das Interview mit Leonard Bernstein finde ich sehr schön., aber wen das nervt: die musikalische Aufnahme startet bei 3’30“. Und jetzt – Prost!

… das ist natürlich nicht der gesamte vierte Satz. Wer den hören will, dem rate ich zum Konzert. Nächstes Jahr um die Jahreswende vielleicht? Aber der Schluß des Videos ist zumindest gut gewählt: „…und der Cherub steht vor Gott“, wo Beethoven, der nichts zufällig machte, so gänsehautmäßig grandios in die Mediante wechselt… Nach der Länge der von Bernstein gehaltenen Fermate zu urteilen, ist es auch für ihn absolut gänsehautmäßg. Enjoy. 🙂

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28. Dezember 2010

herzeigen und nachfragen

Jetzt, da alle Geschenke bis auf eines bei ihren Adressaten angelangt sind, darf ich die beiden Bilder, die dazugehörten auch herzeigen, ohne zu spoilern. 🙂 Also:

Klicken macht größer und naja – die Unterlagen sind noch die Zeitungen, auf denen die Bilder zum Trocknen lagen. Der Gedanke dahinter war, ein möglichst einfaches Symbol für den Empfänger zu malen – natürlich ist so ein Symbol nicht annähernd persönlichkeitsumfassend, aber trifft vielleicht zumindest einen Aspekt. Ich möchte noch ein drittes Bild machen für mich selbst, aber wie das so ist, bei der eigenen Person ist man wie vernagelt und mir fällt einfach noch kein Symbol ein.

Und hier ist noch ein Bild von einem Geschenk, daß ich noch nicht verschickt habe. Liebe AQUAMARINE, wenn Du das hier liest, bitte gib mal Laut, ob Du sie haben möchtest, wie sie jetzt sind, oder noch etwa 2 Wochen warten, in der Hoffnung, daß ich bis dahin etwas Ordentliches hinbekomme. Worum es geht, sind diese Handstulpen. Ich habe diese tolle Mohairwolle hergenommen und einen freihändigen Versuch mit Handstulpen gemacht. Sie sind auch wirklich sehr schön warm, möchte ich nach 10 Sekunden Probetragen behaupten, aber leider – mir unerklärlich – unterschiedlich lang, trotz gleicher Maschenzahl. Ich bin zutiefst verwirrt. Also, um sie mal zu zeigen – einmal ihre Schokoladenseite und einmal realistisch:

Tja. So ist die harte Realität. Krumm und schief. 😦 Mir fehlt aber sowieso zu Deinem Weihnachts- und Geburtstagspäcken noch eine entscheidende Zutat, also sag ruhig, wenn ich es nochmal ordentlich versuchen soll. Andernfalls schicke ich Dir erstmal diese, ähm, sehr individuellen Stulpen, übe dann den ganzen Sommer und nächstes Jahr bekommst Du die Titanklasse.
Und übrigens vielen, vielen Dank für das tolle Kochbuch. Das werde ich leider nur alleine nutzen können, zumindest in Kombination mit der Opern-CD, denn bei dem Musikstil hat mein Kerl eine sehr niedrige Toleranzschwelle. Aber… *händereib* ich werde es tun. Muahaha.

Und dann bin ich noch am Mitbringsel häkeln. Also, liebe Ash, es werden erstmal keine Stricksocken, das dauert nämlich zu lange. Stattdessen passen und gefallen Dir hoffentlich diese hier.

An einem zweiten Paar eine Größe kleiner bin ich noch dran:

Und zuletzt habe ich selbst ein Geschenk bekommen von meinem Kerl, das bis heute in der Post verschollen war, und zwar die CD „Sigh no more“ von Mumford & Sons, einer Londoner Band, von der ich bis heute nie gehört hatte. Kaum hatte ich die CD eingelegt, mußte ich sie auch schon auf volle Lautstärke hochdrehen, entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, während ich am zweiten Sockenpaar häkelte. Sie können singen, richtig mehrstimmig meine ich, und sie haben ein Banjo! Und es tut mir Leid, aber wenn ich ein Banjo höre, raste ich total aus. Banjos sind sowas von toll. Banjos prickeln mehr im Bauch als Champagner. Und als wäre das noch nicht genug, haben sie auch richtig schöne Texte und phantastische Arrangements. Damit Euch das nicht entgeht, hier mal ein Hörbeispiel, nicht allzu banjolastig, sondern eher etwas kontemplativ.

Und noch eines mit mehr (lechz, sabber) Banjo:

Na, macht das nicht glücklich? Sogar jemanden wie mich, die ich in den letzten Wochen im Minutentakt zwischen 0 und 180 pendle. Danke, Bär – das ist eine superschöne CD und ich habe keine Ahnung, wie Du es immer schaffst, meinen Geschmack derartig genau zu treffen.

26. Dezember 2010

zum Wegträumen

Gerade sitze ich zum allerersten Mal in einem Chatroom. Ich fühle mich gerade wie eine olle Omma. Ich bin seit ungefähr 6-7 Jahren in diesem Forum, glaube ich jedenfalls, und heute nutze ich zum ersten Mal den Chat. Und da verlinkt jemand dieses Video, das einfach nur unheimlich schön ist und gut tut, darum teile ich das mal mit Euch:

25. Dezember 2010

weil…

… Weihnachten dieses Jahr einfach nicht im Inneren stattfinden will

…ich gestern auf der Weihnachtsfeier für alleinstehende Senioren, auf der ich gesungen habe, von einer Oma angegrabbelt, umarmt und immer wieder ins Gesicht gefaßt wurde

…im Gottesdienst, wo ich gestern ebenfalls gesungen habe, eine weitere Oma sich als sozial noch beschränkter, noch egozentrischer und noch ignoranter herausgestellt hat als mancher WoW-Nerd

…alle meine psychosomatischen Freunde ganz lieb zu Besuch kommen und nach der überstandenen Bronchitis sich nun eine Blasenentzündung ankündigt

…ich heute und morgen arbeiten muß

…nur Jazz es schafft, wenigstens einen Teil davon auszugleichen:

22. Dezember 2010

Mehr Weihnachtsmucke und mehr anderes

Hier mal ein Eindruck von meinem Geburtstag:

Von Amala gab es dieses absolut coole Eulen MugRug. Ich finde es wirklich total schön und werde mit Sicherheit niemals eine Teetasse darauf abstellen – höchstens vielleicht frisch gespült. Von meinem Schatz gab es diese fantastische Norwegermütze; endlich mal eine (wenn auch haarscharf) genügend große Mütze für meinen Dickschädel, die auch noch die Ohren wärmt und schick ist. Außerdem gab es eine Jahreskarte für den Zoo, die wir gleich eingelöst haben bei minus 15 Grad in totaler Wildeinsamkeit, und eine Mundharmonika, falls mir mal langweilig ist. 🙂

Von Ash und Feona habe ich eine total niedliche Überraschung bekommen, nämlich dieses Küken (das rechte). Ich habe es Sir Henry genannt und Sir Henry ist ein super Tänzer.

Meine Family hat freundlicherweise meine Sparwut unterstützt – ich spare schon länger auf einen neuen Laptop. Insbesondere mein Bruder ist da sehr kreativ geworden und hat mir, da ich Appleuser bin und bleiben will, einen riesigen Korb Äppel geschenkt und an jeden Apfelstiel 2 Euro gebunden. Jetzt muß ich Mus machen. 😀

Wie angekündigt stelle ich jetzt noch meine liebsten englischen Weihnachtslieder vor. Nicht, daß ich da so eine Koryphäe wäre, aber ich habe jahrelang jedes Weihnachten mit einem amerikanischen Opernsänger und seiner Freundin Konzerte gespielt, und der ist genauso ohrenschmalzsüchtig wie ich. Daher gehören zu den für mich schönsten englischen Weihnachtsliedern unbedingt I wonder as I wander und Good King Wencelas. Beide stelle ich mal nicht rein – schöne Versionen sind auf den verlinkten Blogs von Ashmodai und Feona zu hören. 🙂
Außerdem mag ich sehr sehr gerne God rest ye, merry gentlemen

und das Carol of the bells

…auch wenn ich dieses Barbiegegrinse von Celtic Woman immer etwas abstoßend finde.

Und zu guter Letzt eines, das kein Volkslied ist, sondern einfach ein pagan Popsong von Damh the Bard, die ich sowieso als Gruppe ganz ganz toll finde: On Midwinter’s Day.

Auch in dieser Woche gab es wieder interessante Suchbegriffe und wie immer tue ich mein Bestes, darauf einzugehen, bevor ich die nächsten 4 Tage wieder zur Arbeit verschwinde.

spiele+hausschreck – Jaaa… beides kam hier mal zur Sprache, allerdings nicht gemeinsam. Mit meinem ehemaligen Hausschreck würde ich auch echt nicht spielen wollen.

aquarell wordpress – Gibt es sicher auch Blogthemes mit.

laut wunschzettel hätte ich spätschicht – ernsthaft? Ich hätte laut Wunschzettel frei. Naja.

dungeonbrowser wow als krieger als tank oder damage? – Kommt auf Deine Talente an, oder? Bei Unsicherheiten immer erst DD, würde ich sagen.

Und wo wir gerade bei WoW sind – da habe ich heute eine nette Mitspielerin kennengelernt, die ebenfalls gerne RP macht und mit der gemeinsam ich super viel Spaß in Inis hatte. Selbst in der letzten, in der eine Heilerin nicht geheilt hat, bevor der Tank nicht auf 20% Leben runter war. Damit wir nicht alle sterben, habe ich schließlich das Heilen übernommen und sie dann darauf aufmerksam gemacht, daß sie mit ihrer Taktik keinen Puffer mehr für unliebsame Überraschungen hat – manchmal kommen ja doch mehr Monster als man denkt. Außerdem kann ich, wenn ich heile, keinen Schaden machen, was der Gruppe dann fehlt. Darauf meinte sie, sie hätte besseres zu tun gehabt. Sie zeigt auch gleich, was und präsentierte diese unsägliche Wer-macht-am-meisten-Schaden-Liste, die so beliebt ist bei Leuten, die nur kloppen können und sozial völlig inkompatibel sind. Ich lag knapp vor ihr auf Platz 4 von 5 – natürlich, denn ich hatte ja geheilt. Zum Schluß der Ini durfte ich mich von ihr noch bespucken lassen – die Chatmöglichkeiten leben hoch, hoch, hoch – bevor sie kommentarlos die Gruppe verlies. Nett, nicht?

Nun gut – jetzt aber direkt zurück zum Kitsch: Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten, genug Schnee für Glücksgefühle, aber auch wenig genug, um vorwärts zu kommen und einen ganz gesunden Rutsch in ein wunderbares, gesundes, glückliches und kreatives neues Jahr.

18. Dezember 2010

Jahresrückblick und Lieblingsweihnachtsmucke

So – Weihnachten ist ja fast da, und da ich außerdem morgen Geburtstag habe, finde ich das einen guten Zeitpunkt, um Amalas Jahresrückblick aufzugreifen, was ich hiermit tue. Ich habe noch einen Punkt eingefügt: Beruf.

FAMILIE
Hier viel Schönes (meine Hochzeit) und viel Trauriges (der Hund ist gestorben und noch einiges).

GESUNDHEIT
Im Frühling eine ewige Blasenentzündung und vor Kurzem eine richtig schöne Bronchitis, aber sonst ging es mir super.

BERUF
Hat sich nichts geändert, nur mehr Ehrenamtliches. In letzter Zeit allerdings kämpfen sich neue Ambitionen in mir frei und vorgestern erhielt ich auch ein interessantes Angebot für einen kleinen, musikalischen Nebenjob.

KREATIVITÄT
Da hat sich viel geändert. Ich habe wieder angefangen, Gedichte zu schreiben. Ich habe viel gestrickt, ein bißchen gemalt (ohne Komplexe, was das Neue daran ist) und vor allem: ich habe angefangen, Lieder zu schreiben. Das ist mir unheimlich wichtig geworden.

SPIRITUALITÄT
Hat sich auch einiges getan. 🙂

INTELLEKTUALITÄT
Hm – das hängt ja auch alles irgendwie zusammen. Ich habe bewußt Dinge gelernt und begriffen, die ich auch spirituell, kreativ erfahren habe. Ich schätze mal, intelligenter bin ich nicht geworden.

KONSUM
Wolle. Farben. Bücher.

ESSEN & TRINKEN
Sehr bewußt. Immer noch nichtmilitant vegetarisch, mit unverändert viel Begeisterung dafür. Ich kann mich in Obst und Tomaten förmlich hineinlegen. Ich backe seit diesem Jahr mein eigenes Brot im neuen Freund Broti, teils aus Backmischungen, teils nach Rezept.

ZUM ERSTEN MAL GEMACHT
Geheiratet. Ein Grab zugeschaufelt. Zufrieden genickt beim Anblick eines eigenen Werkes.

LEIDER NICHT GEMACHT
Spinnen gelernt. Tanzen und Reiten gegangen.

ALBUM ODER SONG DES JAHRES
Song: Praan von Garry Schyman
Album vielleicht „Firedance: Songs for Winter Solstice“ von Jayia. Wobei das auch schon letztes Jahr mein totaler Liebling war. Außerdem einige besonders schöne Soundtrack-Einzeltitel wie diese beiden.

LIEBLINGSORTE IN DIESEM JAHR
Die neue Wohnung. Der Wald zwischen Wohnung und Zoo und das Wolfsgehege.

ERKENNTNIS DES JAHRES
Planung ist sinnlos.

DREI BESONDERE HIGHLIGHTS
Mein erstes eigenständiges Konzert mit meinem Chor. Meine Hochzeit. Meine ersten selbstkomponierten Lieder.

DREI SCHRÖCKLICHE TIEFPUNKTE
Felix‘ Tod. Mein kurzer Versuch, ins Schulwesen zurückzukehren. Noch etwas noch zu Privates.

DREI PLÄNE FÜR’S NEUE JAHR
Meiner Kreativität freien oder wenigstens freieren Lauf lassen. Eine Möglichkeit für einen Zuverdienst oder eine bessere Stelle finden. Familie gründen.

2010 IN WENIGEN WORTEN
Chaotisch wie immer.

Und nun möchte ich Euch noch ein paar meiner absoluten Lieblingsweihnachtslieder anempfehlen. 🙂 Teilweise sind es eher Winterlieder, aber egal.

Zunächst: There ist no rose of such virtue. Schon der Text ist wunderschön. Und es gibt zwei total unterschiedliche und gleichermaßen umwerfend schöne Versionen davon: eine für Oberchor und Harfe, aus der Ceremony of Carols von Benjamin Britten (ohnehin ein echter Meilenstein der Musikgeschichte, so klein und unauffällig der Zyklus auch wirken mag) und eine zweite, leicht orientalisch angehauchte, von Sting, die auf seinem Album If On A Winter’s Night zu hören ist.

Here we go – der Britten in einer leider etwas unausgewogenen Aufnahme, aber mit einem guten Frauenchor (ich stehe so auf gute Frauenchöre…):

Zu meinen weiteren Lieblingsstücken zählen die Volkslied“klassiker“ Ostdeutschlands, die ganz ohne das Christkindl auskommen: Die Nacht ist kalt und klar, Oh Tannenbaum Du trägst ein‘ grünen Zweig und Tausend Sterne sind ein Dom.

Der Tannenbaum:

Tausend Sterne in einer wirklich historischen Aufnahme (ich finde sie eigentlich schrecklich – diese marschmäßige Schulchor-Stimmgebung… brrr)

Von der kalten und klaren Nacht habe ich leider keine Aufnahme gefunden. Hmm… davon habe ich mal einen Frauenchorsatz geschrieben, vielleicht sollte ich den mal aufnehmen. 😉

Vom „Tannenbaum“ gibt es übrigens auch unterschiedliche Textversionen der dritten Strophe. Statt
Und der mich kann versorgen,
das ist der Erde Schoß,
der läßt mich wachsen und grünen,
drum bin ich stark und groß.

gibt es auch eine christianisierte Fassung:

Und der mich kann versorgen,
das ist der liebe Gott

Was natürlich reimtechnischer Unsinn ist.

Zu meinen englischsprachigen Lieblings chistmas carols schreibe ich dann nächste Woche, sonst lädt dieser Beitrag gar nicht mehr zu Ende vor lauter Videoverlinkungen.

15. Dezember 2010

Frühstücksblogging

Guten Morgen!

Nach der Müdigkeit der letzten Wochen ist meine derzeitige Munterkeit sehr erholsam. Zumindest für mich selbst. Vermutlich liegt es nur daran, daß ich krank war und 10 Tage ohne Spätschicht hatte – jedenfalls nutze ich den frühen Morgen heute mal zum Bloggen.

Montag hat mich das Bastelteufelchen geritten und ich habe angefangen, Weihnachtskarten zu gestalten. Ich hatte dieses Jahr zwar überhaupt keine Lust, irgendwas zu backen, aber die Karten mußten selbstgemacht sein. Ich zeige sie mal her, bevor ich „Liebe/r XY“ draufgeschrieben habe:

Das sind einfache naturweiße Karten, bzw. die mit dem geriffelten Rand sind Bütten. Und da Weihnachten für mich grün-weiß-rot ist, habe ich grünes Krepppapier und roten Filz, beides Reste aus der Bastelkiste, hergenommen und wild drauflos improvisiert. Ich kann nur jedem davon abraten, aus 2 mm dickem Filz kleine Figuren schneiden zu wollen. Ich mußte schließlich die Geflügelschere hernehmen, und selbst damit ist mir fast die Hand abgefallen. Nächstes mal werde ich extra Filz dafür kaufen, der sich besser verarbeiten läßt. Naja, die 2 Versuche mit Aquarellstiften übergehen wir mal – ich habe da offenbar nicht so den Zugang.

Am Nachmittag dann hatte ich (Donnergrollen) Die Range – Klavierunterricht. Wieder wartete ich die ganzen 30 Minuten von halb bis um vier und nichts geschah (außer, daß ich von einem Inspirationspartikelchen getroffen wurde und begann „Ring the bell“ neu zu schreiben). Zwischendurch rief ich im Hort an, wo man mir sagte, die Kleine sei losgeschickt worden, und bei ihr zu Hause, wo ich dem Anrufbeantworter mitteilte, daß ich wieder auf Godot warte.
Fünf nach vier dann klingelte es an der Tür und das Kind stand hochrot vor mir. Ich fragte sie, ob irgendwas passiert sei, und sie meinte: Nee. Dann klärte ich sie über die Uhrzeit auf und darüber, daß ich eigentlich schon weg wäre, wenn ich nicht noch etwas anderes vorgehabt hätte, da ließ sie erst die Schultern hängen und grummelte dann, das wäre auch kein Wunder. Mama hätte gesagt, sie solle lieber nicht mit dem Fahrrad fahren. Also sei sie zu Fuß gegangen (das sind so 2-3 Kilometer etwa). Und der Ranzen sei schwer und überhaupt.

Na gut. Ich hatte ohnehin noch Zeit, also unterrichtete ich sie trotzdem. Sie wollte mir unbedingt am Anfang der Stunde ein neues Weihnachtslied vorsingen, das sie in der Schule gelernt hatte. Das hat sie super gemacht und ich habe sie auch sehr dafür gelobt und durfte mir deshalb auch das Liedblatt angucken. Dann fingen wir an, und das Weihnachtslied, an dem wir gerade arbeiten, war offensichtlich ungeübt (Papa war wohl letztes Wochenende nicht gekommen), aber mit meiner Hilfe hat sie es sofort hinbekommen. Völlig ohne Rhythmus und mit einer abartigen Fingerhaltung, aber die Grundbegriffe von „ein Finger nach dem anderen ergibt am Ende eine Melodie“ sind da. Und dann fuhr ich sie mit dem Auto nach Hause, damit sie nicht noch einmal eine Stunde unterwegs wäre. Und da fing sie an, mir ihr inneres Tagebuch herauszusprudeln: sie habe den ganzen Weg lang das Lied gesungen, damit es nicht so lange dauert, und Mama hätte festgestellt, daß der Ranzen schwerer sei als sie selbst (das Kind natürlich, und als ich ihr das Ding aus dem Auto gehoben habe, ist mir fast der Arm abgefallen), und auf dem Wunschzettel hätte sie Geigenstunden zu stehen, weil ihr bester Freund auch Geige spielt, und außerdem mußte sie einen Bambusteppich mit draufschreiben, weil sie Mamas Teppich versaut hat (an der Stelle mußte ich mich sehr zusammennehmen um ihr nicht ins Gesicht zu sagen, ihre Mutter sei sozial inkompetent) und in der Schule würde keines der Mädchen mit ihr spielen. Nun ja, ich kann das verstehen, aber das konnte ich ihr natürlich nicht sagen, zumal es einer Siebenjährigen kein Trost ist, zu hören: Kein Wunder, Deine Mutter tut ja auch alles, um Dich total zu verziehen. Ich muß ehrlich sagen, das Mädchen tut mir Leid. Der Unterricht mit ihr ist natürlich langsam und zäh, weil sie sich schnell ablenken läßt und an tausend Dinge gleichzeitig denkt, aber andererseits komme ich gut mit ihr klar, wenn ich sage „jetzt machen wir das, und dann erzählst Du mir diese Geschichte zu Ende, und dann üben wir zusammen die linke Hand“ – funktioniert immer und ohne Widerspruch. Warum geht das bei ihr zu Hause nicht?

Jedenfalls werde ich die Mutter anrufen müssen, um ihr zu sagen, daß ich mit dem Unterricht aufhöre. Mir blutet ehrlich gesagt das Herz, an das die Kleine gewachsen ist, denn letztlich bestrafe ich ja sie und nicht die Mutter. Aber andererseits: Ich kann nicht jede Woche wie blöd warten und dann gehen, auf die Gefahr hin, daß die Kleine eine Stunde bei Eis und Schnee einen schweren Ranzen stundenlang durchs Dorf schleppt. Und da die Mutter offenbar nicht in der Lage ist, sich besser zu organisieren, muß ich meine eigene Zeitverschwendungsgrenze ziehen.
Ich hoffe nur, es gelingt mir, der Mutter gegenüber wirklich völlig klarzustellen, daß ich allein ihretwegen aufhöre.

Am Montagabend dann war Glühweinsingen im Dorf meiner Eltern, bei dem ich den Kirchenchor nach Kräften unterstützt habe. Eigentlich wäre das nicht nötig gewesen, es hat trotz der Kälte kaum jemand gefehlt, aber ich wurde so herzlich eingeladen, daß ich nicht widerstehen konnte. Prompt bekam ich ein sehr nettes Kompliment aus dem verfroren sich an die Glühweinbecher klammernden Publikum – Honig auf Seele.

Und gestern war die Weihnachtsfeier mit meinem eigenen Chor, das war auch sehr schön; kitschfrei, entspannt, eine Frau hatte nette Kurzgeschichten mitgebracht und las daraus vor, und alle freuten sich schon auf die nächsten Proben nach der Weihnachtspause.

12. Dezember 2010

Langsames Wochenende

Was tut Frau nicht alles, um sich abzulenken. Heute Nacht habe ich geträumt, ich wäre eine todtraurige Wölfin und in meiner Nähe würde ein (mittelmäßiger Opern-)Tenor auf die Melodie von „Leise, Peterle, leise“ singen scheiden, immer nur scheiden – ein End‘ hat alles Leiden… – Manchmal frage ich mich, wer nächtens meinen Kopf besucht.

Gestern kam ein Brief von Amala hier an mit einem Geburtstagsgeschenk. Da mein Mann einer von der strengen Sorte ist, darf ich es erst an meinem Geburtstag öffnen, aber da ich die Karte gelesen habe, weiß ich schon, was es ist und freu mich wie Bolle. 😀 Ich danke Dir und werde nächste Woche alle Blogleser mit Bildern neidisch machen.

Um mich über die beschissene letzte Woche hinwegzutrösten hat Schwester B mir das Heftlein „Wohlfühlsocken häkeln“ von Tanja Müller geschenkt. Da ich die letzten Wochen eigentlich meine Stricksocken zu Ende bringen wollte – die erste ist ja schon fertig – und zunehmend frustriert wurde durch die schiere Langsamkeit des Fortschritts dabei, fand ich die Idee, Socken stattdessen zu häkeln einfach super. Hier mal der direkte Vergleich:

Wohlgemerkt, weder im Sockenstricken noch im -häkeln bin ich irgendwie geübt. Bei beiden habe ich immer die entsprechende Anleitung griffbereit gehabt und ständig nachgelesen, ob ich auch alles richtig mache, und bei keiner der beiden habe ich alles richtig gemacht. Socke Nummer 1 kostete mich 6 Wochen, Socke Nummer 2 nur 2 Tage – ich habe gestern damit angefangen. Ich glaube, ich bleibe, was Socken betrifft bei der Häkelnadel. Vielleicht überwinde ich mich noch, die zweite Stricksocke fertigzustellen, damit ich wenigstens ein Paar in meinem Leben geleistet habe, aber ansonsten schließe ich mich der Aussage der freundlichen Wollverkäuferin um die Ecke an: Sockenstricken ist eine Strafe.

Außerdem habe ich heute den ganzen Vormittag gemalt. Ich habe zum ersten Mal überhaupt Acrylfarben ausprobiert und bin begeistert. Mit Aquarellen komme ich bisher nicht so gut klar, die Bilder sehen bei mir immer gewollt und nicht gekonnt aus – noch mehr als alles andere, meine ich. Öl macht großen Spaß und ich liebe diese satten Farben, aber es braucht halt ewig, um zu trocknen. Neulich habe ich in kleines Ölbild als Geschenk gemalt, bei dem ein Motiv auf einen vollfarbigen Untergrund sollte. Ich mußte eine Woche warten, bis der Grund bemalbar und dann noch 2 weitere, bis auch das später aufgetragene Motiv getrocknet war.
Heute jedenfalls die Acrylfarben haben großen Spaß gemacht – man kann sie mit Wasser mischen, muß man aber nicht, das gibt unheimlich viel Flexibilität; sie trocknen sehr schnell (schnell genug, daß man auf die Pinsel achten sollte), ich habe ein wenig mit Strukturfarbe experimentiert und auch das funktioniert wunderbar.

Da auch dieses Bild ein Geschenk sein soll, kann ich es noch nicht herzeigen.

Nun noch ein Suchbegriff der letzten Woche, der mich etwas stutzig gemacht hat: Brot stricken. Äh…

10. Dezember 2010

Du machst den Kakao!!

Liebe Leserinnen,

wenn es Euch in nächster Zeit mal so gehen sollte wie mir diese Woche, was ich Euch wirklich aus ganzem Herzen nicht wünsche, nämlich beschissen, mies, unter aller Sau – dann gebt Euch das hier; eine unglaublich kreative Arbeit. Eine junge Frau hat einen Song, den ich zugegebener Maßen nicht kenne, illustriert, und zwar so, wie sich der englische Text anhört, wenn man nicht weiß, daß es ein englischer Text ist und nur versucht, überhaupt irgendwas zu verstehen. Selbst in verzweifelsten Momenten kann man darüber noch hysterisch lachen und ich empfehle es ernsthaft als Therapie. So, erst anschauen, dann verrate ich meine Lieblingsstelle:

Meine Lieblingsstelle ist natürlich: Huuuuuuuuhn. Über das beschissene dieser Woche blogge ich ein andermal. Habt ein schönes Wochenende.

3. Dezember 2010

Dezember und Spaß mit Bahn

So, erst am dritten aber immerhin kommt hier das letzt Bild meines kreidegezeichneten Geburtstagskalenders:

Dann möchte ich heute mal ausdrücklich und ganz ohne Hintergedanken der Deutschen Bahn ein Lob und Dankeschön aussprechen. Nein, das ist kein Witz. Gestern hatte mein Zug zur Arbeit am Vormittag 10 Minuten Verspätung. Da ich extra eine Stunde früher fuhr, um mir meinen neuen Arbeitsvertrag (um den ich seit Juli gebeten hatte) abzuholen, ließ mich das ganz unberührt. Aber neben mir fing eine Frau wie ein Rohrspatz zu schimpfen an – sie hätte schon den Regionalzug vor 20 Minuten knapp verpaßt, weil der zum ersten Mal pünktlich gefahren sei, und jetzt müsse sie auch noch warten. Ob man denn nicht mal bei Schnee, wenn die Leute schwer zum Bahnhof kämen, wenigstens 2 Minuten warten könne. Sie warf noch Schlagwörter wie Service und dergleichen in den Raum. Ich hörte ihr ganz fasziniert zu – sie schaffte es tatsächlich, sich in ein und demselben Satz über Pünktlichkeit und Unpünktlichkeit bei der Bahn aufzuregen. Fantastisch.
Gut gelaunt ging ich in den Bahnhofsramschladen, um mich mit einer Tasse schlechten Kaffees (und vor allem weg aus der zugigen Halle) aufzuwärmen. Da der Zug mit 10 Minuten Verspätung angesagt war, ging ich nach 8 Minuten langsam Richtung Gleis, und dort pfiff die Schaffnerin gerade die Türen zu, als ich noch nicht einmal die Treppe hoch war. Und hier kommen mein Lob und Dank: Obwohl ich wegen Glätte und Kaffee nicht rennen konnte und am hinteren Ende des Zuges ankam, hielt der Zugführer nach 2 Metern Fahrt noch einmal extra an und öffnete die Türen für mich und eine Frau, die ebenfalls zu spät dran war. Ist das nicht total nett? Ich war den ganzen Vormittag gut gelaunt deswegen.

Dann auf der Arbeit war es schön – ich lernte ein neues Stück kennen, das so kitschig war, daß mir die Tränen in die Augen stiegen. Und als ich ein paar Techniker darüber reden hörte, daß keine S-Bahnen mehr fuhren, stürzte ich mich gleich ins Internet (ich brauchte die gesamte Stückpause dafür, denn dieser PC wird noch mit der Handkurbel betrieben) und nahm mir schließlich nach der Arbeit ein Taxi zum Bahnhof. Das war zwar teuer, aber zu Fuß braucht man schon im Sommer etwa 25 Minuten, und soviel Zeit hatte ich einfach nicht.

Und auch jetzt hatte ich wieder Glück: Die Züge der letzten beiden Stunden in meine Stadt waren ersatzlos ausgefallen, aber meiner fuhr mit nur 5 Minuten Verspätung und ich bekam noch einen Becher Pfefferminztee geschenkt. Wir mußten zwar mitten auf der Strecke nochmal einige Kilometer zurück, weil eine Weiche kaputt war, aber schafften es, mit nur 30 Minuten Verspätung hier anzukommen, so daß ich pünktlich zu meinem nächsten Termin kam: Zwei alte Herren hatten mich um ein Treffen gebeten, um sich fachlichen Ratschlag für ihren seit 65 Jahren bestehenden Männerchor geben zu lassen. Das hätte ich wirklich um nichts in der Welt verpassen mögen, und ich hatte auch wirklich bei einer gepflegten Tasse Tee viel Spaß mit den beiden. 😀