Dezember und Spaß mit Bahn

So, erst am dritten aber immerhin kommt hier das letzt Bild meines kreidegezeichneten Geburtstagskalenders:

Dann möchte ich heute mal ausdrücklich und ganz ohne Hintergedanken der Deutschen Bahn ein Lob und Dankeschön aussprechen. Nein, das ist kein Witz. Gestern hatte mein Zug zur Arbeit am Vormittag 10 Minuten Verspätung. Da ich extra eine Stunde früher fuhr, um mir meinen neuen Arbeitsvertrag (um den ich seit Juli gebeten hatte) abzuholen, ließ mich das ganz unberührt. Aber neben mir fing eine Frau wie ein Rohrspatz zu schimpfen an – sie hätte schon den Regionalzug vor 20 Minuten knapp verpaßt, weil der zum ersten Mal pünktlich gefahren sei, und jetzt müsse sie auch noch warten. Ob man denn nicht mal bei Schnee, wenn die Leute schwer zum Bahnhof kämen, wenigstens 2 Minuten warten könne. Sie warf noch Schlagwörter wie Service und dergleichen in den Raum. Ich hörte ihr ganz fasziniert zu – sie schaffte es tatsächlich, sich in ein und demselben Satz über Pünktlichkeit und Unpünktlichkeit bei der Bahn aufzuregen. Fantastisch.
Gut gelaunt ging ich in den Bahnhofsramschladen, um mich mit einer Tasse schlechten Kaffees (und vor allem weg aus der zugigen Halle) aufzuwärmen. Da der Zug mit 10 Minuten Verspätung angesagt war, ging ich nach 8 Minuten langsam Richtung Gleis, und dort pfiff die Schaffnerin gerade die Türen zu, als ich noch nicht einmal die Treppe hoch war. Und hier kommen mein Lob und Dank: Obwohl ich wegen Glätte und Kaffee nicht rennen konnte und am hinteren Ende des Zuges ankam, hielt der Zugführer nach 2 Metern Fahrt noch einmal extra an und öffnete die Türen für mich und eine Frau, die ebenfalls zu spät dran war. Ist das nicht total nett? Ich war den ganzen Vormittag gut gelaunt deswegen.

Dann auf der Arbeit war es schön – ich lernte ein neues Stück kennen, das so kitschig war, daß mir die Tränen in die Augen stiegen. Und als ich ein paar Techniker darüber reden hörte, daß keine S-Bahnen mehr fuhren, stürzte ich mich gleich ins Internet (ich brauchte die gesamte Stückpause dafür, denn dieser PC wird noch mit der Handkurbel betrieben) und nahm mir schließlich nach der Arbeit ein Taxi zum Bahnhof. Das war zwar teuer, aber zu Fuß braucht man schon im Sommer etwa 25 Minuten, und soviel Zeit hatte ich einfach nicht.

Und auch jetzt hatte ich wieder Glück: Die Züge der letzten beiden Stunden in meine Stadt waren ersatzlos ausgefallen, aber meiner fuhr mit nur 5 Minuten Verspätung und ich bekam noch einen Becher Pfefferminztee geschenkt. Wir mußten zwar mitten auf der Strecke nochmal einige Kilometer zurück, weil eine Weiche kaputt war, aber schafften es, mit nur 30 Minuten Verspätung hier anzukommen, so daß ich pünktlich zu meinem nächsten Termin kam: Zwei alte Herren hatten mich um ein Treffen gebeten, um sich fachlichen Ratschlag für ihren seit 65 Jahren bestehenden Männerchor geben zu lassen. Das hätte ich wirklich um nichts in der Welt verpassen mögen, und ich hatte auch wirklich bei einer gepflegten Tasse Tee viel Spaß mit den beiden. 😀

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