Archive for Februar, 2011

24. Februar 2011

Malkram

Vor einigen Tagen dachte ich mir: Eigentlich muß es sich doch auch lohnen dürfen, daß ich jeden Montag mit lernbehinderten verhaltensgestörten etlichen Schülern verbringe – ich belohne mich. Gedacht, getan. Gerstaecker hatte tolle Angebote und ich habe zugeschlagen ohne Ende.

das schöne Kind von hinten

und was dazu gehört

Neben dieser absolut tollen Tischstaffelei hätten wir da also:
– ein Männekieken, das nur zu bereitwillig stundenlang in derselben Körperhaltung für mich verbringen wird
– eine Flasche Flow Improver, weil das Verdünnen mit Wasser zur Verunschönerung der Farbe führt (okay, die Farbe ist auch einfach billig) und sie mir einfach zu schnell irgendwo fleckig festtrocknet
– eine Dose Pinselreiniger (dieses Acryl kann nämlich sehr schnell sehr hartnäckig werden)
– eine kleine Dose bronzene Effektfarbe, der ich einfach nicht widerstehen konnte
– 5 Extrakleine Pinsel, Größe 0, weil meine 1er mir immer noch zu grob für viele Dinge sind und mit Nähnadeln malen sich als wenig praktikabel herausgestellt hat (Papier eben)
– eine Packung Malkohle aus Somerset, weil mir meine Bleistiftskizzen soviel Spaß machen und ich dachte, das müßte doch mit Kohle noch um einige Nuancen bereicherbar sein
– jede Menge dünner Malplatten, die mit Leinen bzw. Baumwolle bespannt sind und den Vorteil haben, nicht so viel Platz wegzunehmen wie ein Keilrahmen

Ich habe tatsächlich die Hälfte meines Januar-Musikschulgehalts dafür ausgegeben und bin glüüüüüüüüüüücklich und werde selbstverständlich Erfahrungsberichte schreiben; insbesondere auf den Fließverstärker bin ich sehr gespannt.

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21. Februar 2011

Diese Bewegung

Ich habe eigentlich ein anderes Lied aus diesem wunderbaren Zyklus gesucht, aber die Ossis, die mit dieser Musik aufgewachsen sind oder sie in den 80ern gehört haben, haben offenbar Youtube noch nicht für die wirklich guten Zwecke entdeckt. Daher dieses Lied als (wunderschönen) Ersatz und eine Empfehlung an alle, die das Buch lieben aber Kurt Demmler nicht kennen, sich die Doppel-CD zu kaufen, die es offenbar mittlerweile gibt.

15. Februar 2011

Von der Liebe

Von der Liebe

Einmal
zwischen all diesen Gefühlen
wußte ich plötzlich:
ich brauche Dich gar nicht.
Ich liebe Dich nur.
Ich wünsche Dich in meine Nähe
doch nicht aus Bedürftigkeit.
Ich bin frei in meiner Seele.
Ich bin stark, gesund und glücklich
wie nur jemals
mit Dir oder ohne Dich.
Dies ist das Geschenk meiner Liebe:
sie braucht, gebraucht Dich nicht,
sie will sich nur verschwenden.
Nimm davon, soviel Du tragen kannst,
schrick nicht davor zurück –
Du stehst in keiner Schuld.
Ich habe diese Liebe ohnehin
und werde immer davon überfließen.
Und frei entschieden habe ich mit Dir zu leben
solange Du es wünscht
wie ich.

(Gedichte ohne Autorennamen in diesem Blog stammen von mir und bleiben bitte bei mir.)

12. Februar 2011

Kodderschnauze

Ich besitze eine und bei manchen Gelegenheiten verfluche ich sie – nämlich immer dann, wenn sie nicht nur im Kopf stattfindet, sondern das Koddern sich seinen Weg nach draußen sucht. Ganz unbefangen und gedankenlos. Wie heute im Supermarkt.

Wir stehen in der langen Kassenschlange ganz hinten, schon wieder zwischen den Regalen mit peinlichen Zeitschriften auf der einen und Hygieneartikeln auf der anderen Seite. Mein etwas abwesender Blick streift einen großen Stapel pastellfarbener Windelpackungen. Etwas daran irritiert mich. Mein Blick gewinnt an Anwesenheit und ich starre auf die Windelwerbung: Mit lustigen Motiven von Urmel aus dem Eis. Ich klappe den Mund auf, ich klappe den Mund zu. Ich lege den Kopf zur Seite und sage zu meinem Mann: Steht da wirklich auf der Windelpackung „Mit lustigen Motiven von Urmel aus dem Eis“? Er bestätigt das. Ich sage: „Welches Kind, das Windeln trägt, ist denn alt genug, sich an lustigen Motiven von Urmel aus dem Eis zu erfreuen? Oder welches normale Kind, das schon Urmel aus dem Eis versteht, trägt noch Windeln?“ Sagt mein Mann: „Darunter steht für Kinder von 11 – 25 Kilo.“ Ich, völlig schockiert, gehe im Gleichschritt mit der Schlange einen Schritt weiter und wälze das Thema im Kopf herum. Stell Dir vor, Du wiegst 25 Kilo (halb soviel wie ein Supermodel) und trägst eine Windel. Stell Dir vor, Du bist drei Jahre alt und nimmst Deine Umwelt schon relativ bewußt war, hast die Freuden der Sprache und der Zwischenmenschlichkeiten entdeckt, kannst einen Hund von einem Freund und den wieder von einem anderen Freund unterscheiden – und dann trägst Du eine Windel. Stell Dir vor, Du bist 30 und Deine früheste Kindheitserinnerung ist, wie Du in eine Windel kackst.

Unterdessen waren wir an der Kasse angelangt und die Frau vor uns packte eine hellblaue Packung Windeln auf das Laufband, auf der ein Werbeslogan mit lustigen Figuren von Urmel aus dem Eis vermutlich Kinder zum Kauf animieren wollte, die ihre Windeln schon selbständig einkaufen gehen können… Ich wollte im Boden versinken.

12. Februar 2011

Warum Jahreskarten für den Zoo so toll sind:

– Weil man beobachten kann, wie die Pinguine gefüttert werden. Sie watscheln eifrig hinter dem jungen Pfleger her, der sich mit einem großen Eimer voller Fische an den Beckenrand stellt. Dann springt eine Hälfte der Pingus ins Wasser und bürzelt sich zu den hineingeworfenen Fischen, während die andere Hälfte schön am Eimer stehen bleibt und nur den Schnabel aufsperrt. Heute saß noch eine hungrige Krähe im Baum, krähte ein bißchen und flog schließlich ins Gehege, wo sie ebenfalls einen Fisch verspeiste.
– Weil die Gänse einem frech aus der Hand picken. Eine trägt seit heute den Beinamen „weißer Hai“, denn sie hat das lustige Zupfen am Jackenärmel der letzten Wochen zu einem kräftigen Biß in die Hand gesteigert. Hungriges Tier.
– Weil die Eulen gucken wie pikierte alte Damen in der Gegenwart Thomas Magnums.
– Weil die Löwinnen sich manchmal benehmen wie Hauskatzen und einfach spielen.
– Weil uns der Holztiger vor dem Tigergehege immer noch daran erinnert, welchen Bammel unser Hund hatte, als wir mal mit ihm Raubtiere gucken gegangen sind – so viel, daß er sich nachher nicht an den Holztigern vorbeigetraut hat. Das ist vermutlich nur dann lustig, wenn man den Hund kannte – ein Macho, von dem Zapp Brannigan noch hätte lernen können.
– Weil viele Tierarten einfach aus dem Gehege dürfen und einem ahnungslosen Besucher plötzlich vor die Füße stolpern. Manche Tiere wie die Waschbären haben einfach einen Kletterbaum im Gehege, von dem aus sie zu verschiedenen entfernter aufgebauten Plattformen bis fast (!)in erreichbare Nähe klettern können, andere kommen direkt auf den Fußweg.
– Weil die Esel so eine weiche Schnauze haben.
– Weil die Rehe in einem begehbaren Stück Wald wohnen und einem ebenfalls aus der Hand fressen. (When it comes to Futter sind offenbar alle Tiere irgendwie Labradore.)
– Weil die Wölfe einfach soooo schön sind.

Und jetzt noch die Fotos dazu. Klicken macht größer.
Gans zärtlich




Komische Schafe
spielende Löwinnen

Reh Selbstbedienung
Rehe in der Hand
Cheffe

11. Februar 2011

Weil Zugfahrten so ungeheuer zum geistigen Wegdriften einladen… wieder mal ein Gedicht. Ich weiß gar nicht, wo die alle auf einmal so herkommen.

Das Zögern

Allein vor der offenen Tür
Drinnen Licht,
Lachen, Reden, Freunde
Draußen ich,
Abendkühle, Schatten, Wind
Drinnen – Größe
Große Seelen, große Taten, tiefe Liebe, tiefes Lachen
Draußen ich
zögernd
Nur einen Schritt zurück und
alles wäre wie immer
Doch einen Schritt weiter und
ich stünde in demselben Licht wie ihr.
Wer wäre ich dann?
Wer wäre ich in Eurem Licht?
Wär‘ das Alleinsein leichter oder schwerer noch
zu tragen zwischen Euch?
Würde das Licht an mir nicht tief’re Schatten werfen?
Wär‘ durch mein Schweigen Euer Lachen nicht gedämpft?
Und ginge ich hinein
und setzte mich zu Euch
(egal wohin, es wären zwei von Euch getrennt)
würde mein Ich-Sein, meine Kleinheit mir wohl noch bewußter?
Und träte auch nur einer dieser Punkte ein – nein.
Ich gehe nicht hinein.
Doch auch der Schritt zurück erscheint unmöglich.
Das eigene Versagen zu bestätigen.
Die Einsamkeit besiegeln, ja umarmen gar,
das hatte ich zu lang.
So bleibe ich hier stehen,
zwischen zwei Schritten
hinter mir ein altes Leben
und vor mir ein geträumtes.
Das Jetzt und Hier in wackliger Balance.

Ja. Und gleich kommt der Bär nach Hause und wir beginnen das Wochenende mit einer gefüllten Gans. Mit mehreren gut gefüllten Gänsen genau gesagt. Im Zoo. Und heute denke ich hoffentlich auch mal an die Kamera, dann habe ich einen Beweis, daß die wirklich aus der Hand picken. 😀

8. Februar 2011

Good news everyone

Ist auch gleich mein heutiges Zitat. Das sagt der Professor in Futurama immer und es kommen danach meistens abartig schlechte Nachrichten, die sich zunächst ganz toll anhören. Ich zitiere ihn allerdings eher deshalb, weil ich die Verteilung der Sprechrollen im amerikanischen Original einfach nur grandios finde. Ich zitiere hiermit auch gleich noch einen Suchbegriff dieser Woche: wogen druiden warben – also bitte. So jung und schon so bekifft? Oder spielt da ein Wagnerianer im Rentneralter World of Warcraft, der im Hintergrund den Plattenspieler laufen hat und immer pseudo-eddasche Stabreime mitsingt? Also: die WoRgen Druiden haben andere Farben als die Nachtelfen Druiden und sowieso ein etwas anderes Erscheinungsbild. Aber welche – keine Ahnung. Spiele keinen.

Heute Vormittag war ich beim Urologen. Eigentlich nur, weil bei der letzten Blasenentzündung (oder war’s die vorletzte?) der Arzt in der Notaufnahme (war ein Sonntag, sonst bin ich da nicht so dramatisch) irgendwas von Tumoren und Diabetes erzählt hat. Also habe ich mir eine Überweisung geben lassen und war heute da. Good news everyone: Ich habe keinen Blasentumor. Ich habe das auch wahrhaftig nicht erwartet. Und die lange Zeit in einem Wartezimmer voller alter Männer habe ich genutzt, um mal kreativ die Gedanken schweifen zu lassen.

I’ve taken the first step
I’ve written a song
I’ve taken the first step
It has taken me oh so long

I have started to sing out
I have started to sing my truths
I make music and will never let go
I make music now
I’m singing a song

And taking the first step
Has taken so many years
I was repeating what I learned and studied
I was just covering my fears

The fear to be heard, the fear to stay unheard forever
The fear to begin and the fear I might never start to live
The fear to have nothing to say or too much
The fear to be misunderstood – or simply too simple
Yes, the fear, someone might hear me
And also, no one might ever hear me at all

So now the choice is made
May I stand alone or in the crowd
May you like my songs or laugh out loud
I sing, heard or unheard, I sing
Fears or doubts, I sing
Simple or wrong, I sing
This is my truth, I must sing

6. Februar 2011

Erste Feuerprobe

Heute war ich sechs Stunden mit dem neuen Ensemble zum Proben, mit dem ich jetzt spiele bzw. das ich gerade mitgründe. Bei unserem ersten Treffen zum Kennenlernen vor 2 Wochen haben sie schon extrem sympathisch gewirkt und auch darum gebeten, daß ich meine eigenen Stücke mal mitbringe. Das habe ich heute getan – vier Stücke, gestern noch liebevoll geputzt und poliert und schickestmöglich ausgedruckt, schön sortiert und untypisch ordentlich mit Büroklammern zusammengesteckt, sicher verpackt in der Tasche. Ich habe mich gefühlt, als würden meine Kinder eingeschult. Drei Stücke haben wir geschafft zu spielen (wir hatten trotz der sechs Stunden einfach viel zu viel Repertoire zu sichten und längst nicht alles geschafft) und alle drei kamen super an. Der allererste Kommentar nach dem ersten Durchspielen des ersten Stückes kam von dem netten, zurüchaltenden Cellisten, der meinte: Oh! Du bist eine heimliche Irin! 😀 Das streite ich nicht ab. Irish at heart, obwohl ich nie dort war. Oder vielleicht deshalb, um mal Realismus raushängen zu lassen.

Der Schatten über dieser Probe war, daß praktisch jeder in diesem Ensemble irgendwann in seinem Leben in dem F…, Sch…, Mistorchester gespielt hat, in dem ich vor Jahren auch mal war und alle übereinstimmend der Meinung waren, die intriganteste Person in diesem Orchester sei die Frau, die ich bisher eigentlich für die einzig noch nette dort gehalten habe. Heute habe ich etwas über meine damalige Kündigung und ihre Rolle dabei gehört, daß mich nicht so begeistert. Ich werde darüber nachdenken müssen.

Dann fand ich noch nette Suchbegriffe (neben den Blogsofakartoffeln Bühnenkuss und Cache Coeur): bilder malen herzen – Jaaa…? Das ist ganz einfach. Denke ich. Links ein Schwupp und rechts ein Schwupp. Oder so wie mein Mann: ein V malen und obendrauf 2 umgedrehte Arschbacken.

rotz an der mütze Wir haben noch keine Kinder.

Draenei Jäger Namen – Das klingt, als würde jemand sich für richtiges RP interessieren. Nun, meine Draenei Jägerin hat kürzlich eine Wandlung durchgemacht und das Volk gewechselt, da ich einfach nicht mit ihr spielen konnte. Und weil ich die Hand von Argus verabscheue. Und nicht immer die einzige zweieinhalb Meter hohe blaue Frau mit Hufen sein wollte. Aber ich würde empfehlen, mal in den WoW Foren nach Lore zu gucken oder mit einer anderen Figur ein bißchen über die Azur- und Blutmythosinsel zu laufen und sich die Namen der NPCs anzusehen.

Jedenfalls – ich = happy. Sie mögen meine Lieder. 😀 Sie mögen meine Lieder. Ich werde das jetzt den ganzen Abend vor mich hinsingen. Der Bär sagt, dann sei ich ja jetzt wohl offiziell Komponistin – nach diesem fachlichen Feedback. Und der Bär selbst hat in den letzten Tagen derartig viel positives Feedback von seinen Auftraggebern erhalten, daß dadurch mehr als wettgemacht wird, daß seine Mutter ihm ein Paket geschickt hat mit Büchern, die sei meinem Vater zurückgeben sollte. Statt sie direkt an meinen Vater zu schicken. Wortlos. Plakativ. Hier sind Eure letzten Sachen, damit trennen sich unsere Wege. Und genau, wie ich ihr in meiner Email schrieb: Jeder andere, für den der Bär arbeitet, leistet vernünftige Zuarbeit und läßt den Bären dann den fachlichen Teil ohne unnötige Einmischung machen. Jeder hat gelernt, Bitte und Danke zu sagen und besitzt wenigstens den Anstand, eine Gegenleistung anzubieten, auch wenn das finanziell nicht drin ist. Und bisher hat noch jeder sich nach einem halben oder ganzen Jahr wieder beim Bären gemeldet, einfach nur, um begeistert zu erzählen, wie viele Leute in die Konzertreihe strömen, seit seine Plakate benutzt werden, oder wie die Heilpraxis anläuft seit der tollen Homepage. Der Bär ist einfach ein toller Bär und darf zu Recht sehr stolz auf sich sein. Ist er auch gerade, weil er im Austausch für ein Logo eine X-Box kriegt. Oder sowas. Ich verstehe nichts davon, aber es ist ein kleiner Kasten, der große Bären glücklich macht.

Und auf der Fahrt nach Berlin haben sie auch noch Mumford & Sons im Radio gespielt! Ist so viel Glück zu fassen?

4. Februar 2011

Jean Kilbourne

Ich weiß nicht, wo der Bär immer seine Informationen hernimmt, aber diesen kurzen und gut verständlichen Vortrag (englisch) müßt Ihr Euch einfach ansehen. Wir alle wissen, daß mit dem Frauen- (und by the way auch dem Männer-) bild in der Öffentlichkeit irgendwas massiv nicht stimmt, aber Jean Kilbourne bringt es fantastisch direkt auf den Punkt. Ohne Anti-Männer-Kampfaufrufe, schlicht und sehr authentisch. Ich bin wirklich begeistert. Hier ist der erste kurze Teil, die anderen sind ebenfalls bei Youtube zu finden.

4. Februar 2011

My Lord what a morning

Heute Nacht WoW gezockt. Es war super lustig. Verabredet waren wir (die vier Gildenmitglieder, die die Gilde mit einer Million Twinks füllen) an der Kathedrale, in der um 8 eine Messe gehalten wurde. Die Predigt kam von einem Mitglied einer anderen Gilde – es waren mehrere andere vertreten, die Kathedrale war ziemlich voll – und war ziemlich, ähm, fundamentalistisch. Die Emotes und Gedankenblasen der geduldigen Zuhörer (das dauerte eine Stunde) waren auch entsprechend witzig zu lesen. Dann spielten wir einfach so noch weiter und es wurde ein schöner Abend. Der Bär hatte mir Wein an den Computer gestellt, ich selbst hatte mir Kaffee gemacht, nichtmal so sehr zum wachbleiben, sondern einfach weil ich das mit Wohlfühlen verbinde, und dazu knabberte ich mit Begeisterung auf Erdnüssen herum. Ich weiß nicht, ob es die tödliche Mischung Wein-Kaffee-Nüsse ist oder nur einer der Bestandteile zu so später Stunde, aber uärgs, hatte ich heut früh Bauchweh.
Also wollte ich mir, ganz braves Kind, einen Magen-Darm-Tee zum Frühstück machen. Lege einen Teebeutel in eine Tasse, drücke auf den Wasserkocher, warte bis das Wasser kocht, beginne zu gießen und – hm? Das Wasser ist schwarz. Ich denke, ich guck nicht richtig und gieße probeweise etwas Wasser in eine Glaskaraffe. Schwarz. Ich gieße den Rest des Wassers in den Ausguß. Der ganze Ausguß schwarz. Ich öffne den Wasserkocher – kein Kaffeesatz zu sehen. Ich war seit gestern Abend (vor dem Wein!) nicht mehr in der Küche und habe den Wasserkocher heute nicht angefaßt, da er noch gut gefüllt war. Ich war auch wie gesagt nicht an der Kaffeedose – nur am Teeregal. Und dem Bären sähe es nicht ähnlich, falsche Dinge in richtige Dinge zu schütten. Bär? War heute früh irgendwas Unnormales im Gange?
Nun ja. Ich habe den Wasserkocher mit Zitronensäure gefüllt und ausgekocht. Wer weiß, vielleicht gibt es ja satanischen schwarzen Kalk. Muahaha. Und mir stattdessen einen halben Liter Orangensaft eingefüllt, damit ich es bis zu meiner Klavierschülerin die Straße runter schaffe, bei der es immer einen schönen Tee gibt.

Hoffentlich geht der satanische Kalk bis heute Mittag weg. Ich spüre Gedichte und Bilder und Musik am Anschlag und ohne Tee und Kaffee wird es kein Vergnügen, die niederzuschreiben…