Kochen und Malen

So, damit hier heute nicht nur ausgekotzt wird an Lichtmess, schreibe ich mal noch einen zweiten Artikel hinterher. Da Bride / Brighid ja ihre drei Feuer am Laufen hält und heute ihr Feiertag ist, wird dieser Artikel über Kochen und Malen sein. 🙂 Das Feuer des heimischen Herdes und das der Inspiration sozusagen. Das dritte, das der Divination, findet mehr innerlich statt, dort aber mit Schwung.

Also gut. Am Wochenende wollte meine Mutter, die Muffins liebt und das Wort deutsch ausspricht, ihr Weihnachtsgeschenk, ein Muffinsbackbuch (bitte deutsch ausgesprochen denken) endlich mal benutzen und lud uns beide ein. Sie wollte Lachs-Sahne-Muffins machen. Wir kniffen bei der Vorstellung beide Augen zusammen, denn zum einen kennen wir schon eklige frühe Versionen deutschsprachiger Muffins – meine Mutter steht auf „Bio-Öko-Haste-nich-jesehn“ wie sie es nennt und das ergibt dann staubtrockene, quasi zuckerfreie Roggenvollkornpseudoschokomuffins – und zum anderen gibt es überhaupt nur eine richtige Sorte Muffins: die dunkelschwarzbraune mit den riesigen Schokostückchen, die vor Fett praktisch triefen. Und jetzt sollten es herzhafte Muffins werden? Wir waren skeptisch. Außerdem wollten wir den Abend gemütlich zu Hause bei einem Film verbringen und so fuhren wir zum Kaffee zu meinen Eltern, wünschten meiner Mutter viel Glück beim Backen und wollten wieder fahren, bevor etwas Schlimmes passiert. Aber – Ha! Die Rechnung hatten wir ohne Supermum gemacht. Entschlossen packte sie mir Lachs, Sahne, 2 Bioökohastenichjesehn-Eier (man braucht für das Rezept nur eins, aber mit dem einen könnte ja was sein), eine bereits halbierte Zitrone und 2 Packungen Blätterteig (man braucht nur eine, aber…) ein und nur mit Mühe konnte ich sie davon abbringen, auch noch Salz, Pfeffer und Dill dazuzutun. Dann plötzlich war ich es, der viel Glück beim Backen gewünscht wurde und so kam es zum großen Showdown in der Küche.
Dazu muß man vielleicht wissen, daß ich nie koche, wenn mein Mann da ist. Er kocht. Er macht das super und ich esse gerne, die Aufgaben sind ganz klar verteilt. Ich bin mit Fertigtortellini in Fertigsauce mit Fertigkäseraspeln glücklich. Er dagegen kann nichtmal mit ansehen, wie ich Nudeln koche, ohne blass zu werden. Daher verzog er sich ans gegenüberliegende Ende der Wohnung, während ich mir die Küchenschürze umbinde. (Ich trage diese Schürze übrigens sehr oft und gerne, allerdings nicht beim Kochen sondern beim Malen. Naja, riecht sie eben auch mal nach Essen.)

Und dann ging es los. Ofen vorheizen, das ist einfach, das kann ich. Blätterteig ausrollen. Ha. Easy. Lachs würfeln und im Saft einer halben Zitrone liegen lassen. Okaaaay… wie kriege ich den Saft aus Supermums halber Zitrone, wenn ich grad das Dingsda nicht finde? Richtig. Quetschen. Und wie heißt es in Lateinamerika so schön? Es ist egal, wohin Du die Orange hältst – sie trifft immer das Auge. Gut, geschafft. Jetzt Förmchen ausstechen. Hmm… Ich besitze gar nichts, um Förmchen auszustechen, außer kleinen Metallweihnachtsbäumen. Aber gewußt wie: Ich besitze unter vielen für das Ausstechen ungeeigneten Tassen auch eine unglaublich häßliche mit goldenem Namenszug, die mir eine wunderbar bösartig veranlagte Freundin mal in Maria Taferl in Niederösterreich gekauft hat. Deren Rand machte Muffinkreise, die genau in die Förmchen paßten.
Jetzt weiß ich auch endlich, warum dieses häßliche Ding schon so viele Jahre bei mir überlebt hat, während die schönen Tassen alle nach und nach kaputt gingen. Sie hatte noch ein Lebensziel zu verwirklichen. Da sie immer noch ganz ist, nehme ich an, ich werde noch mehr Muffins backen.
Jedenfalls werden diese Kreise dann in Muffinförmchen aus Papier gegeben als Boden. Dann rührt man eine Sauce an aus einem Ei, 200 ml Sahne, Salz Pfeffer und Dill (laut Rezept), verteilt die Lachsstückchen in den Förmchen und kippt die Sauce hinterher.
Normalerweise müßte man das jetzt in den Ofen schieben. Aber so geht das doch nicht. Da sind auf dem Papier vom Blätterteig noch so viele hübsche Rauten und Dreiecke übrig, damit läßt sich doch noch etwas anfangen? Genau. Die Muffins bekommen im Hause Bär/Wolf noch ein kleines Deckelchen.
Na, das sieht doch gleich viel besser aus. So, jetzt kommen sie aber wirklich in den Ofen, und zwar für 8-10 Minuten bei 180° Umluft. Während sie backen, nochmal eine kurze Anmerkung zur Würze: Ich hasse Dill. Deshalb habe ich keinen drangemacht. Stattdessen habe ich mich für viel Petersilie untschieden. Nachdem wir die Muffins probiert haben, glaube ich, daß da auch große Spielräume existieren. Ich denke, man könnte auch ein wenig Tomatenmark in die Sauce mengen und das Ganze mit Knoblauch und/oder Basilikum anreichern. Blätterteig ist ja eine dankbare Grundlage für praktisch alles.
So sehen die guten Stücke dann fertig aus: Yummie. Dazu haben wir Drachenzähmen leicht gemacht gesehen und Tränen gelacht. Einige dieser Drachen haben unheimliche Ähnlichkeit mit Labradoren. Dieser Film ist wirklich fantastisch und nicht umsonst so gut bewertet bei der imdb.

Und für alle, die sich bei dem letzten Foto wundern: Jaaa! Es gibt tatsächlich Muffinsbackbleche. Die haben vorausgestanzte muffinförmige Aussparungen, 12 Stück an der Zahl, also gleichermaßen gut auf drei oder vier Leute aufteilbar. Aber Supermum hat mir natürlich zusätzlich noch Papierförmchen mitgegeben, die ich in die Blechförmchen hineingetan habe, damit der Aufwand beim Saubermachen nachher nicht so groß wird. Unglaublich, nicht wahr? Da werden die Muffins auch alle gleich groß. Das ist erstaunlich. Wenn ich mal eine Schokomuffin-Backmischung angerührt habe, hatten die Dinger immer lustige Formen und sehr unterschiedliche Gewichte. Nun gut.

Jetzt zum Feuer der Inspiration. Das ist nicht ganz so spektakulär, aber ich habe mich mal ein bißchen ausgetobt und jede Menge Bleistiftskizzen gemacht sowie nochmal mit den Acrylfarben gespielt.


Der Flügel war als solcher ziemlich schön, bevor ich angefangen habe, mich mit Farben auszutoben. 🙂 Jetzt ist er halt von etwas dadaistischen Motiven bedeckt, aber ich fand es interessant, herauszufinden, was mit helleren Farben auf Blau passiert. Und meine Bleistiftskizzen werden langsam besser, insbesondere auch die Gesichter. Leider gelingt es mir noch nicht, aus einem gut skizzierten Gesicht ein gutes Bild zu machen. Hab’s gestern erst wieder versucht, aber in Acryl verschwimmen mir die Proportionen wieder. 😦 Nun ja. Üben, üben, üben.

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