Archive for ‘Spaß mit Familie’

28. März 2011

Die Woche in Stichpunkten

Erstmal das Dringliche: Ich habe eine offene Petition für die Abschaltung von Atomkraftwerken unterschrieben und möchte Euch allen ans Herz legen, dasselbe zu tun. Klickt hier, es dauert keine 30 Sekunden und man kann wählen, daß der eigene Name nicht öffentlich angezeigt wird. Ich will nicht viele Worte darüber verlieren, aber Japan und Tschernobyl sind ja nicht das Problem in seiner Gesamtheit – meiner Meinung nach nicht einmal das Hauptproblem von Kernkraft. Es ist einfach unfaßbar verantwortungslos, eine Energiequelle zu nutzen, die man nicht kontrollieren kann und die Endprodukte mit sich bringt, die noch in Jahrtausenden die Welt verstrahlen werden. Deshalb unterschreibt bitte. Ich neige sonst nicht zu politischem Aktionismus, aber in diesem Fall muß ich wirklich sagen: Ja, der Kampf gegen die Atomlobby scheint aussichtslos, aber nein, Nichtstun ist keine Alternative.

Nun zum Dallerkram:

Ich habe einen Autounfall gehabt, mitten in der Metropole. Den ersten seit dem Führerschein. (Nein, den habe ich nicht erst letzten Monat gemacht. Wer hat das gedacht?) Eine Stunde auf dem PKW-breiten Standstreifen inmitten von 6 Fahrspuren verbracht habend, betrachte ich die eingeatmete Smogmenge als indirekten Personenschaden.

Samstag Spätdienst, Sonntag Frühdienst gehabt, dazwischen zu ohnehin wenig Schlaf noch die Zeitumstellung (warum wird das eigentlich immer noch gemacht?!?). Der alte Trick aus dem Studium greift aber noch immer: Kaffee und Schokolade.

Meinen Bruder zur Probe mit seiner Band begleitet – ich mag die Jungs, und so 1-2 Mal im Jahr genieße ich es, auf einer Kabelkiste in der winzigen Garage, den sie Probenraum nennen, zu sitzen und mich total zudröhnen zu lassen. Diesmal war ein special guest da, den ich schonmal flüchtig bei einem Konzert bewundert habe und der einige eigene Songs mitgebracht hatte. Nach 2 Stunden schüchternen Fußwippens auf der Kabelkiste fragte mich der Drummer, ob mir langweilig sei, in dem Fall hätte er nämlich noch ein Mikro übrig. Woraufhin der special guest fragte: „Can you sing harmonies?“ Ich nickte – schließlich mache ich nichts anderes, sobald irgendwer ein Radio einschaltet – und dann hatten wir noch 3 Stunden viel Spaß mit dem Erfinden immer neuer Begleitvokalstimmen. Ich habe seit Ewigkeiten keinen so schönen, inspirierten Abend verbracht. Langsam wurde ich auch etwas entkrampfter, was das Improvisieren angeht – für mich als alte Klassiksau immer eine große Hemmschwelle, aber eine, die ich sehnsüchtig anstarre. Aber offenbar braucht es da nur einen unbekümmerten special guest, der sagt „Just try something… hey that was great“, damit ich auftaue und breit grinsend losrocke.

Heute kam gleich noch ein fachliches Kompliment hinterher von der unglaublich engagierten Mutter einer Schülerin, die mir mehrfach sagte, daß sie mich für eine sehr gute Lehrerin hält, was man schließlich nicht von jedem behaupten könne. Nach der Flappe mit dem lernbehinderten etwas langsamen mir unbegreiflichen Kind, dessen Eltern es ja inzwischen vor mir in Sicherheit zu einem anderen Lehrer gebracht haben, war das wirklich schön und tat mir gut.

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12. Februar 2011

Warum Jahreskarten für den Zoo so toll sind:

– Weil man beobachten kann, wie die Pinguine gefüttert werden. Sie watscheln eifrig hinter dem jungen Pfleger her, der sich mit einem großen Eimer voller Fische an den Beckenrand stellt. Dann springt eine Hälfte der Pingus ins Wasser und bürzelt sich zu den hineingeworfenen Fischen, während die andere Hälfte schön am Eimer stehen bleibt und nur den Schnabel aufsperrt. Heute saß noch eine hungrige Krähe im Baum, krähte ein bißchen und flog schließlich ins Gehege, wo sie ebenfalls einen Fisch verspeiste.
– Weil die Gänse einem frech aus der Hand picken. Eine trägt seit heute den Beinamen „weißer Hai“, denn sie hat das lustige Zupfen am Jackenärmel der letzten Wochen zu einem kräftigen Biß in die Hand gesteigert. Hungriges Tier.
– Weil die Eulen gucken wie pikierte alte Damen in der Gegenwart Thomas Magnums.
– Weil die Löwinnen sich manchmal benehmen wie Hauskatzen und einfach spielen.
– Weil uns der Holztiger vor dem Tigergehege immer noch daran erinnert, welchen Bammel unser Hund hatte, als wir mal mit ihm Raubtiere gucken gegangen sind – so viel, daß er sich nachher nicht an den Holztigern vorbeigetraut hat. Das ist vermutlich nur dann lustig, wenn man den Hund kannte – ein Macho, von dem Zapp Brannigan noch hätte lernen können.
– Weil viele Tierarten einfach aus dem Gehege dürfen und einem ahnungslosen Besucher plötzlich vor die Füße stolpern. Manche Tiere wie die Waschbären haben einfach einen Kletterbaum im Gehege, von dem aus sie zu verschiedenen entfernter aufgebauten Plattformen bis fast (!)in erreichbare Nähe klettern können, andere kommen direkt auf den Fußweg.
– Weil die Esel so eine weiche Schnauze haben.
– Weil die Rehe in einem begehbaren Stück Wald wohnen und einem ebenfalls aus der Hand fressen. (When it comes to Futter sind offenbar alle Tiere irgendwie Labradore.)
– Weil die Wölfe einfach soooo schön sind.

Und jetzt noch die Fotos dazu. Klicken macht größer.
Gans zärtlich




Komische Schafe
spielende Löwinnen

Reh Selbstbedienung
Rehe in der Hand
Cheffe

3. Februar 2011

Freundliche Ablenkung

…vom Schwiemuproblem. Meine letzte Mail hat nämlich nicht mehr sie selbst beantwortet, sondern ihr Lebensgefährte, in einem abartig prollig-aggressiven Tonfall. Ich zitiere mal nur den letzten Satz wörtlich: Noch eine beleidigung und ich sage euch, dass ich meinen wagen starte und losfahre zu euch. Jaaa… was sagt man darauf? Richtig, nichts. Mir ist das ein zu niedriges Kommunikationsniveau, und der Bär wollte einen Tag abwarten, ob seine Mutter sich von der ihm durch ihren Lebensgefährten angedrohten körperlichen Gewalt wohl distanzieren wird. Ist das nicht einfach nur unendlich traurig? Vielleicht muß der Mann mal eine Pränominaltherapie machen… (Nein, er heißt nicht Dieter.)

24. Januar 2011

Gääähn…

Guten Morgen… Während ich auf den Wasserkocher warte und darauf, endlich aufzuwachen, da es gestern spät wurde und heute früh, blogge ich mal gaaanz langsam das Zitat dieser Woche. Angeblich war es Winston Churchill, der sagte: Wir sind alle nur Würmer, aber ich will ein Glühwürmchen sein. Nun, von Churchill gibt es viele schöne Zitate, aber gerade dieses fiel mir gestern beim smsen mit einer Freundin ein, die sich derzeit etwas selbstbewußtseins- und motivationsgeknickt durch’s Leben schleppt.
Und das Schöne an dem Zitat finde ich die Vorstellung, daß Glühwürmchen aus sich selbst heraus glühen. Und irgendwie witzig, daß der dazu notwendige körpereigene Stoff Luciferin heißt.

Das war es auch schon an Tiefsinnigkeiten für heute – jetzt kommt der gute Magen-Darm-Tee zum Frühstück, ich suche noch ein paar Lieder für Klavierschüler heraus, dann bin ich um halb neun im Zug – endlich das erste Treffen des neuen Ensembles – und halb 10 heute Abend wieder da. Ich muß sagen, das Pendeln stört mich eigentlich gar nicht, aber daß der Zug nur jede Stunde geht kann echt grausam sein, wenn der letzte Schüler ungünstig liegt oder seine Mama noch irgendwas besprechen will.

An der Kommunikationsfront geht es gerade langsam (für meine ungeduldigen Begriffe) voran. Ich war am Wochenende meinen Bruder besuchen, um ihm mal meine halbgewalkten Ideen und Vorstellungen zu erzählen. Es war äußerst lustig bei ihm wie immer, hat aber weiter nichts ergeben als die erste Probeaufnahme für die von uns schon seit längerem geplante Weihnachts-CD mit abartigen Jazzarrangements. Wir haben White Christmas in absurdestem Clubstyle aufgenommen und hatten jede Menge Spaß dabei. Außerdem denke ich darüber nach, wie ich meine eigenen Stücke einerseits rechtlich absichere, andererseits aber von der gema fernhalte, und ob nicht ein BWL-Kurs angebracht wäre (wäh. -.- ), aber um mich durch Rechtserklärungen zu lesen brauche ich mal wirklich, wirklich Muße.

22. Dezember 2010

Mehr Weihnachtsmucke und mehr anderes

Hier mal ein Eindruck von meinem Geburtstag:

Von Amala gab es dieses absolut coole Eulen MugRug. Ich finde es wirklich total schön und werde mit Sicherheit niemals eine Teetasse darauf abstellen – höchstens vielleicht frisch gespült. Von meinem Schatz gab es diese fantastische Norwegermütze; endlich mal eine (wenn auch haarscharf) genügend große Mütze für meinen Dickschädel, die auch noch die Ohren wärmt und schick ist. Außerdem gab es eine Jahreskarte für den Zoo, die wir gleich eingelöst haben bei minus 15 Grad in totaler Wildeinsamkeit, und eine Mundharmonika, falls mir mal langweilig ist. 🙂

Von Ash und Feona habe ich eine total niedliche Überraschung bekommen, nämlich dieses Küken (das rechte). Ich habe es Sir Henry genannt und Sir Henry ist ein super Tänzer.

Meine Family hat freundlicherweise meine Sparwut unterstützt – ich spare schon länger auf einen neuen Laptop. Insbesondere mein Bruder ist da sehr kreativ geworden und hat mir, da ich Appleuser bin und bleiben will, einen riesigen Korb Äppel geschenkt und an jeden Apfelstiel 2 Euro gebunden. Jetzt muß ich Mus machen. 😀

Wie angekündigt stelle ich jetzt noch meine liebsten englischen Weihnachtslieder vor. Nicht, daß ich da so eine Koryphäe wäre, aber ich habe jahrelang jedes Weihnachten mit einem amerikanischen Opernsänger und seiner Freundin Konzerte gespielt, und der ist genauso ohrenschmalzsüchtig wie ich. Daher gehören zu den für mich schönsten englischen Weihnachtsliedern unbedingt I wonder as I wander und Good King Wencelas. Beide stelle ich mal nicht rein – schöne Versionen sind auf den verlinkten Blogs von Ashmodai und Feona zu hören. 🙂
Außerdem mag ich sehr sehr gerne God rest ye, merry gentlemen

und das Carol of the bells

…auch wenn ich dieses Barbiegegrinse von Celtic Woman immer etwas abstoßend finde.

Und zu guter Letzt eines, das kein Volkslied ist, sondern einfach ein pagan Popsong von Damh the Bard, die ich sowieso als Gruppe ganz ganz toll finde: On Midwinter’s Day.

Auch in dieser Woche gab es wieder interessante Suchbegriffe und wie immer tue ich mein Bestes, darauf einzugehen, bevor ich die nächsten 4 Tage wieder zur Arbeit verschwinde.

spiele+hausschreck – Jaaa… beides kam hier mal zur Sprache, allerdings nicht gemeinsam. Mit meinem ehemaligen Hausschreck würde ich auch echt nicht spielen wollen.

aquarell wordpress – Gibt es sicher auch Blogthemes mit.

laut wunschzettel hätte ich spätschicht – ernsthaft? Ich hätte laut Wunschzettel frei. Naja.

dungeonbrowser wow als krieger als tank oder damage? – Kommt auf Deine Talente an, oder? Bei Unsicherheiten immer erst DD, würde ich sagen.

Und wo wir gerade bei WoW sind – da habe ich heute eine nette Mitspielerin kennengelernt, die ebenfalls gerne RP macht und mit der gemeinsam ich super viel Spaß in Inis hatte. Selbst in der letzten, in der eine Heilerin nicht geheilt hat, bevor der Tank nicht auf 20% Leben runter war. Damit wir nicht alle sterben, habe ich schließlich das Heilen übernommen und sie dann darauf aufmerksam gemacht, daß sie mit ihrer Taktik keinen Puffer mehr für unliebsame Überraschungen hat – manchmal kommen ja doch mehr Monster als man denkt. Außerdem kann ich, wenn ich heile, keinen Schaden machen, was der Gruppe dann fehlt. Darauf meinte sie, sie hätte besseres zu tun gehabt. Sie zeigt auch gleich, was und präsentierte diese unsägliche Wer-macht-am-meisten-Schaden-Liste, die so beliebt ist bei Leuten, die nur kloppen können und sozial völlig inkompatibel sind. Ich lag knapp vor ihr auf Platz 4 von 5 – natürlich, denn ich hatte ja geheilt. Zum Schluß der Ini durfte ich mich von ihr noch bespucken lassen – die Chatmöglichkeiten leben hoch, hoch, hoch – bevor sie kommentarlos die Gruppe verlies. Nett, nicht?

Nun gut – jetzt aber direkt zurück zum Kitsch: Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten, genug Schnee für Glücksgefühle, aber auch wenig genug, um vorwärts zu kommen und einen ganz gesunden Rutsch in ein wunderbares, gesundes, glückliches und kreatives neues Jahr.

22. Oktober 2010

Notizen

Heute: WoW. 2 Level in 3 Inis mit Birch, ging super schnell. In der ersten fragte der Tank gleich am Anfang, ob nicht jemand anders außer mir noch heilen könne – er hätte kein Vertrauen zu Duduheilern. Ich habe noch nicht herausgefunden, warum Druiden „Dudus“ genannt werden, und ich habe auch spontan erstmal nicht pampig reagiert sondern gesagt, er solle mir mitteilen, was er gut findet, und ich würde mein Bestes geben. Er meinte, ich solle ihn einfach nicht sterben lassen. Keine Ahnung, mit was für Heilern der vorher gespielt hat, aber ich habe ihn im Laufe der Ini so gründlich bekehrt, daß er mich gleich um die nächsten beiden gebeten hat. Später haben wir uns noch über Tanken und Heilen unterhalten, da ich ja mit Felixa ebenfalls tanke, und er gestand mir, daß er sich einfach nicht traut, zu heilen. 😛
Gelesen: Ich habe angefangen mit „Die Krähe“, dem dritten Band der sogenannten Pellinorsaga. Die ersten 2 Bände haben mir trotz des etwas simplen Erzählstils sehr gut gefallen. Im dritten geht es leider durchwegs um den Bruder der eigentlichen Hauptperson, zu dem man vorher überhaupt keinen Bezug aufbauen konnte, aber mal sehen, wie es sich entwickelt.
Gesehen: Den Anfang von „Robots“, bis wir nach 10 Minuten enttäuscht ausgemacht haben und umgestiegen sind auf Kommissar Rex. Ich stehe auf diesen Hund. Heute war eine sehr schlabberige Folge – der Typ, dessen Name völlig unwichtig ist und der nur dem Hund die Wurschtsemmeln bringt, wurde dramatisch angeschossen und dieser fantastische Schäferhund hat ihm ständig das Gesicht abgeleckt und gründlich eingeschleimt. Hach, toll.
Morgen: Abendmusik, bei der ich singe, die Eröffnung der ersten Ausstellung meiner Schwester B, Besuch von einer lieben Freundin. Ich muß das ganze Wochenende nicht arbeiten und hoffe, daß dies noch dem vollen Septemberdienstplan geschuldet ist und nicht etwa den November vorwegnimmt.
Oh ja – heute wurde nach „Runenbeutel selbermachen“ gegoogelt. Dazu kann ich wirklich nur raten. Mein eigener selbstgemachter Runenbeutel prangt in einem meiner allerersten Beiträge und ist eigentlich nicht sehr gelungen, aber ich finde, zu Dingen, die man selbst entstehen läßt und mit Hingabe und Aufwand herstellt, hat man einen so anderen, intensiveren Bezug, daß ich das für praktisch alle magischen Sachen nur empfehlen kann. Klar, es gibt auch Situationen in Geschäften, wo man an der Auslage spontan zu sabbern beginnt… 😀 Wie schick so ein Gegenstand dann im Vergleich zu kaufbaren Dingen ist, ist unerheblich. Wichtig ist, wie gut man ihn kennt.

25. September 2010

After Show Chaos

So Ihr lieben geduldigen Leserinnen, da bin ich jetzt wieder. Dieser Beitrag wird etwas länger, also holt Euch noch einen Kaffee, oder wer sich nicht für die Hochzeitsreise und viel Alltagsblabla interessiert, kommt einfach nächste Woche wieder.
Wir fuhren zunächst nach Thüringen, wo wir neben der Verwandtschaft auch die Saalfelder Feengrotten besuchten. Die sind ein stillgelegtes Bergwerk, das im Guinnesbuch steht als farbenreichstes Höhlensystem der Welt, und dessen Hauptattraktion, der Märchendom, eine schöne Hintergrundgeschichte hat von Bergleuten, die nach einem Einsturz diese wunderschöne Höhle entdeckten und meinten, dort Feen und/oder weiße Frauen gesehen zu haben. Vom Eingang aus sieht man zunächst den sehr liebevoll gestalteten Kinderspielbereich:

Dann geht es in den Berg hinein. Der Führer unserer Tour war ein ehemaliger Bergmann, der unheimlich viel aus seinem Beruf zu erzählen hatte. Manche der Gänge waren unglaublich eng, man mußte Kopf und Schultern einziehen und sich teilweise halb quer irgendwo durchschieben. Was mir heimelig und romantisch vorkam, war wahrscheinlich für die Bergleute vor 100 Jahren täglicher Horror.

Manche Höhlen leuchteten in allen Farben, daher auch der Guinnesbucheintrag:

Und am Schluß kamen wir in den Märchendom, sahen dort eine Lichtshow mit Enyamusik (manche Sachen müssen wohl einfach sein) und bewunderten Stalagtiten und Stalagmiten. Und ja, ich weiß, welche welche sind, seit ich bei einer ähnlichen Führung vor fast 20 Jahren mal einen völlig idiotischen Witz des damaligen Bergführers gehört habe.

Der Märchendom:

Dann fuhren wir in Richtung Frankreich, und an diesem Tag begann das Chaos. Direkt an der Grenze machten wir einen Zwischenstop in einem kleinen Hotel, das uns eine schlaflose Nacht bescherte, denn es waren in unserem Zimmer derartig viele Mücken, daß wir beide trotz ständigen Um-uns-Schlagens am nächsten Morgen übermüdet und am ganzen Körper voller Stiche aufwachten. Außerdem konnte sich offenbar niemand an den am Telefon vereinbarten Preis erinnern und mir wurde eine „offizielle“ Preisliste unter die Nase gehalten, deren Angaben natürlich deutlich höher lagen. Grummel. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen und mußten dabei feststellen, daß wir weder die Toilette benutzen noch auch nur die Zähne putzen konnten, denn man hatte unangekündigt das Wasser abgestellt. Wir waren zu müde für einen Aufstand und zogen einfach von dannen.
In Frankreich wechselten wir uns mit dem Fahren ab, wobei ich die Strecke durch Lyons abbekam, die ich tierisch anstrengend fand, weil wir über die Stadtautobahnen mußten, unendlich viele Abfahrten zu nehmen hatten und die Leute dort mit dem natürlichen Selbstbewußtsein der Großstädter fuhren. Ähem. Irgendwann Abends landeten wir in einem kleinen Kaff in der Provence, genau wie gewünscht. Der Vermieter des von uns gewählten winzigen Häuschens war ein Deutscher, der seinen Lebensabend auf einem ziemlich großen Grundstück mit Pool und allem Tralala in Südfrankreich verbringt und sich ein bißchen was nebenher verdient, indem er eben jenes Häuschen auf deutschen Touristikseiten bewirbt. Es stand an einer sehr ruhigen Stelle, mitten zwischen Weinbergen, war sehr rustikal und auf den ersten Blick wirklich hübsch. Auf den zweiten Blick – den, den man wirft, sobald der Vermieter weg ist – war es unglaublich dreckig. Im Kühlschrank fehlte zwar die Glühbirne, dafür gab es aber eine Handvoll Schimmel gratis. Der Boden knirschte beim Drübergehen und irgendwie mußten wir uns schon ziemlich zusammennehmen, um uns das alles schönzureden.
Gleich beim ersten Duschen teilte ich mir das Bad mit einem Skorpion. Er saß direkt über dem Wasserhahn und war vermutlich ebenso verblüfft über meine Anwesenheit wie ich über seine. Er war nur etwa daumennagelgroß, und ich wußte, daß es in der Region Skorpione gibt, die nicht tödlich sind, sondern nur lähmen, daher dachte ich mir: Okay, wir haben uns kennengelernt und ich bin zwar nackt, aber mit einem Wasserstrahl bewaffnet, also bitte. Er versteckte sich auch gleich hinter einer Badfliese.
Am Abend desselben Tages traf ich die Mama, als ich eine Küchenrolle aus dem Küchenregal nahm, und sie krabbelte ziemlich hektisch davon – hinter das Regal. Da die „Küche“ nur einen Quadratmeter groß war, die Mama aber schon gut ihre 6 Centimeter hatte, fand ich das schon nicht mehr so entspannend. Am nächsten Morgen tapste ich schlaftrunken (schlechtes Bett! Heißes Wetter!) ins Bad und sah dort Papa Skorpion in der Wanne sitzen. Er war beeindruckend groß und kam gottseidank die glatte Fläche nicht hinauf. Ich starrte ihn eine Weile an, tapste dann wieder hinaus und sagte: „Schatz, wir haben einen skorpion in der Wanne.“ Da Schatz die anderen beiden nicht gesehen hatte, guckte er ganz neugierig nach und wir berieten uns ziemlich lange, ob wir ihn herunterspülen oder einfangen und wegtragen sollten. Herunterspülen fanden wir beide doof, da wir eher Tierretter sind, aber Einfangen? Bei dem Stachel? Nun ja, wir entschieden uns tatsächlich für Einfangen, was mein Freund erledigte, und ich brachte dann das Glas hinaus in einen Weinberg, drehte es dort 3x im Kreis und schüttelte unseren kleinen Freund dann hinaus mit der Bitte um längeres Fernbleiben.
Die nächsten 2 Nächte gewitterte es. Ich liebe Gewitter. Und in diesen beiden Nächten hatte ich zum ersten Mal richtig Angst. Es war unglaublich laut, der Regen prasselte mit einer riesigen Wucht auf das Dach, und wir dachten aufgrund der bloßen Regenlautstärke in der zweiten Nacht sogar, es würde hineinregnen. Immerhin hatte die Decke schon vorher Wasserflecken gehabt. Als wir sicherheitshalber aufstanden, um nachzusehen und überall das Licht anknipsten, war es zwar im ganzen Häuschen trocken, aber an Wänden und Decken hing Besuch.

Da der Besuch hinter den Bilderrahmen (deren Anzahl und Größe uns in diesem kleinen Haus ohnehin gewundert hatte) und Regalen hervorkam und ein Partygast sich sogar, wir führten ja eine einigermaßen fassungslose Inspektion durch, unter der Matratze klebte, beschlossen wir spontan, die restliche Nacht auf der Ladefläche des Autos zu verbringen. Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen (und schüttelten jedes einzelne Stück gründlich aus) und fuhren zum Vermieter, der zum Sachverhalt Skorpione nur die Achseln zuckte und „willkommen in Frankreich“ sagte – dabei hatten wir nichts gegen Skorpione, nur gegen die schiere Masse – und alle sonstigen Kritikpunkte schlicht überging. Schlecht gelaunt weil im Voraus bezahlt verließen wir den Ort und fuhren erstmal nach Vaison la Romaine. Dort schlenderten wir eine Weile herum und suchten uns dann eine Touristeninformation, die uns ein Prospekt mit Zimmern in der Gegend gab. Daraufhin fanden wir ein extrem schönes kleines Zimmer in der Nähe, geführt von einer äußerst kultivierten Frau, die mit uns in drei Sprachen redete, einen laut Schild „Chien de Luxe“ – eine kleine Ratte von einem Hund – beherbergte, zum Frühstück Mozart und Händel auflegte und zwischendurch Stilleben in Öl malte. Es war einfach fantastisch. Hier blieben wir zwei Tage, die allerdings voll mit Kulturbesuchen waren.

Märkte

Das war Isle-sur-la-Sorgue, deren kleine Gassen in der Innenstadt mit Marktständen förmlich überschwemmt waren. Die Stadt liegt halb auf der Sorgue, was für viele Brücken, romantische Ausblicke und einigermaßen kühle Stellen auch bei den über 30° sorgt, die wir hatten. Es war unglaublich bunt, trubelig, sehr sehr voll mit Menschen und Hunden, es gab unheimlich viele Kunsthandwerkerstände und total leckeres Essen: Käse, Obst, überbordende Wurststände (nicht mein Fall, aber wir haben eine als Mitbringsel mitgenommen und damit große Freude ausgelöst), Klamotten handgefilzt oder handgenäht und vieles mehr.

Nyons:

Hier in Nyons waren wir nach unserem Umzug auf einen Tip unserer neuen Vermieterin hin. Die Stadt liegt zwischen Bergen und ebenfalls an einem kleinen Fluß. Dieser Markt war auch ziemlich groß, bunt, beeindruckend vielfältig und sehr sympathisch. Mein einziger Schock war ein kleines, hübsch dekoriertes Tischchen mit Gläsern, die nach Delikatessen aussahen. Ich hielt sie für Honiggläser und fand die Deko mit den niedlichen kleinen Tonschnecken sehr süß, bis mein Mann mich darauf hinwies, daß Honig gemeinhin mit Bienen dekoriert würde und sich in den Gläsern vermutlich etwas anderes befände. Also das fand ich dann nicht mehr so toll. Arme kleine Schnecken!
Außerdem schenkte mir mein tollster aller Männer ein paar Haarspangen, die zwar nicht länger als eine Stunde in meinen Haaren halten wollen, aber wirklich wunderschön aussehen, mit kleinen geschmiedeten Schmetterlingen dran.

Orange

In Orange waren wir erst am Abend unseres unfreiwilligen Umzugs, und da war das Amphitheater leider schon geschlossen. Es ist allerdings auch von außen sehr beeindruckend. Ich habe keine Ahnung, wie man ohne Kran so etwas bauen kann. Der Wahnsinn. Die Stadt selbst ist nicht allzu lauschig, eher eine typische mittlere Großstadt. Wir haben uns dort noch auf einen Markt gesetzt und ganz besonders leckere Pizza gegessen. In Frankreich scheint man auf Pizza zu stehen, und das war das einzig Leistbare für uns.

Daneben ist der Arc de Triomphe, von wo aus ich mit Amala telefonierte, während Hundertschaften von Raben und Krähen über uns hinwegzogen und ein riesiges Krakeele veranstalteten.

Avignon

Papstpalast

…durch den wir ganze 2 Stunden liefen mit einer deutschen Führung am Ohr über eine Art Schnurlostelefon. Leider erklärte dies die wirklich interessanten Dinge nicht, nämlich die Ausstellungsstücke von damals, wie z.B. diese interessanten Bilder:

Tja, leider nur auf Französisch beschildert. 😦

Von innen war der Palast auch beeindruckend, teils schon wegen seiner schieren Größe, teils wegen dieses ungeheuren Prunks – nicht auf die barocke, überladene Art, sondern auf eine frühere, mittelalterlichere Art, die darum umso kompromißloser zeigte, welchen Status die Päpste hatten und verlangten.

Als in Frankreich die Fenstersteuer eingeführt wurde, wurden folgerichtig sämtliche Fenster zugemauert und so gibt es überall diese bemalten ehemaligen Fenster, die zumindest von außen und von Weitem ähnlich aussehen.

Die Kirche in Oppede, auf dem nächsten Foto, wird gerade restauriert. Auf dem Bild ist ein Ausschnitt vom Altarraum. Auf dem Bild in der Mitte nimmt Maria den zentralen und erhöhten Platz ein, was ich bemerkenswert fand. Die Farben leuchten ganz unglaublich, und die Verzierungen überall waren sehr vielfältig und sehr bunt, mit einer Lebendigkeit die mit unserem – oder zumindest meinem – Bild vom Mittelalter irgendwie nicht viel zu tun hat.

Den Berg kann man bis ganz nach oben gehen, allerdings die Klosterruine nur auf eigene Gefahr betreten, wie ein winziges, halb von Büschen überwachsenes Schild verrät. Wir wollten es unbedingt wagen und haben uns einige sehr individuelle Natursteinstiegen hinaufgeschoben, um dafür mit einem wunderschönen Ausblick und einer wirklich zauberhaften Ruine belohnt zu werden.

Außerdem durfte ich in Vaison Wein verkosten. Der erste Schluck hat mich fast aus den Latschen gehauen. Ich hatte das Gefühl, ich würde zum ersten Mal in meinem Leben Wein trinken, so lecker war der. Nicht mit Lidl vergleichbar ist eine starke Untertreibung. Wir packten einen ganzen Wagen voller Flaschen und 5-Liter-Kanister und fuhren damit einen Tag früher als geplant nach Hause zurück, wobei wir wieder an der Grenze zwischenstoppten, diesmal allerdings um die Ecke von Amala, die ich dann auch gleich noch besuchen durfte. Das war ein toller, wenngleich auch kurzer, Abend und ich bin wirklich dankbar, Euch kennengelernt zu haben.

Ganz ehrlich – so habe ich mir meine Hochzeitsreise nicht vorgestellt. Am Anfang nicht so doof, und am Ende nicht so schön. Alles in Allem war es aber wirklich toll. Um den Rest des Chaos‘ (ich durfte ja nahtlos gleich am nächsten Morgen arbeiten gehen, in meine frisch erworbene Zweitstelle als Lehrerin in einer Klasse verhaltensgestörter Teenager) zu erzählen, reicht der Tag nicht mehr, das hole ich alsbald nach.

Edit: Ich habe jetzt ewig herumprobiert und schaffe es nicht, die Fotos nach meinem Wunsch in den Text zu sortieren, aber so sieht es wenigstens einigermaßen passabel aus. Vielleicht brauche ich doch mal bald ein praktischeres Template oder einen WordPress Crashkurs, denn intuitiv funktioniert hier nix.
Bitte auf die kleinen Bilder einfach klicken, dann werden sie normal. Seufz.

16. September 2010

Warum ich genau den richtigen Mann geheiratet habe

Ich muß kurz aus meiner Arbeits-Anstrengungs-stundenlang-Zugfahren-Phase auftauchen, weil mein Mann einfach der Beste ist:

Heute Nacht kam ich, wie schon die ganze Woche und auch noch weiterhin, gegen Mitternacht von der Arbeit. Es sind lange Tage momentan. Um meinen Kerl nicht allzusehr zu stören, wenn ich ins Bett schlüpfe, lege ich mir meine Schlafklamotten immer ins Bad und bin dann so leise wie möglich. Meistens bemerkt er mich trotzdem und murmelt so etwas wie „Knödel!“ (das bin ich). Ich sage dann „Bär!“ (das ist er) und er erwidert „Jetzt muß ich aber wirklich schlafen…“ und schläft ein.
Heute Nacht jedoch konnte ich nicht leise auf meine Seite des Bettes schlüpfen, denn sie war schon besetzt. Ich wunderte mich, überlegte, ob er wohl Rückenschmerzen hatte oder so, denn normalerweise mag er meine Matratze nicht, aber um ihn nicht zu wecken, versuchte ich mich vorsichtig auf seine Seite zu schieben. Natürlich bemerkte er mich, blinzelte schlaftrunken und sagte: „Knödel!“ Ich sagte: „Bär!“ und er: „Kann ich jetzt wieder auf meine Seite?“ Nun war ich noch verwirrter, aber wir wälzten uns erstmal müde jeder auf seine Matratze. Als wir glücklich angekommen waren, fragte ich, wie es denn dazu kommen konnte, und er sagte: „Ich wollte Dir doch das Bett anwärmen.“ Und schlief ein.

Seufz. Und kochen kann er auch noch.

31. August 2010

Hochzeit und kurze Abmeldung

😀

Geschafft. Uff. Ich bin jetzt aber sowas von verheiratet. Am Freitag hat uns die Wettervorhersage die letzte Hoffnung auf eine entspannte Gartenparty genommen. In Panik suchten wir uns ein Ausweichquartier und fanden auch den Göttern sei dank eines in der Großküche, die uns sowieso zum Abend mit einem Buffett beliefern sollte. In diesem Haus wird auf der einen Seite gekocht für Essen auf Rädern und diverse Kantinen in der Stadt, auf der anderen Gebäudeseite ist eine geräumige Cafeteria, die auch noch nicht ausgebucht war. Der Chefkoch ist nicht nur sehr freundlich, ruhig und umsichtig, sondern hat das Ganze auch noch richtig schön zurechtgeräumt für uns mit 2 langen Tafeln, einem Buffett, an dem man nicht drängeln mußte, vielen großen Grünpflanzen in Töpfen, einem schönen Platz für die Band und einem großen runden Spieletisch für die Kinder der Gäste. Außerdem hat er unglaublich (!) lecker gekocht. Da einige Familienmitglieder meines Mannes (muahaha – meines Mannes…) Gastronomen sind, zählen deren Lobeshymnen doppelt und dreifach, und sie waren wirklich begeistert.

Aber der Reihe nach: Am Morgen holte meine Mutter mich zu Hause ab und wir gingen gemeinsam zum Friseur. Sie war in einer halben Stunde fertig, während ich eine Flechtfrisur bestellt hatte und unter viel Ziepen und Zerren eineinhalb Stunden bearbeitet wurde. Sie fuhr inzwischen wieder nach Hause, zog sich um und kam dann sehr knapp mit meinem etwas angespannten Vater wieder („Deine Mutter hat einfach kein Zeitgefühl!“), um mich in Windeseile in mein Kleid zu treiben und rasend schnell zum Standesamt zu fahren.
Dort angekommen stellten wir zuerst fest, daß wir unsere Personalausweise würden vorzeigen müssen, woraufhin der Bräutigam mit quietschenden Reifen den Ort des Geschehens verließ. Während er zu Hause seinen Perso suchte, stellten wir außerdem fest, daß zum allgemeinen und besonderen Leidwesen von Gästen und Standesbeamten unser Ringträger das Haus nicht betreten durfte, da Hunde dort von der Stadt nicht gestattet sind. Also drückten wir die Ringe in die Hand des Trauzeugen und den Labrador zurück ins Auto, und dann kam auch der Bräutigam in beeindruckend hoher Geschwindigkeit die elegante Auffahrt hinaufgeschossen.
Die Standesbeamten, die noch immer nicht völlig begriffen hatten, mit welchen Chaoten sie es hier zu tun hatten, leiteten uns unter leisem, höflichen Gemurmel in der edlen Vorraum des ebenso edlen Trauzimmers und ließen uns schließlich in Zweierreihen antreten nacheinander eintreten. Wir hatten Musik und Ansprache durch Beamte verweigert – die Musik, weil ich als Musikerin mir nichts Übleres vorstellen kann, als einen vollmundigen Hochzeitsmarsch aus 2 kleinen Lautsprechern dudeln zu hören, und die Ansprache, weil ich inzwischen (4 ältere Geschwister) genug von der Sorte miterleben durfte. Brrr. Die Ansprache hielt also mein Bruder, der eigentlich sehr locker frei reden kann und ein ziemlich lustiger Typ ist, der aber in dieser Situation plötzlich das große Zittern bekam und vor Rührung und Aufregung ganz nervös zu stottern begann. Da seine Rede dennoch erwartungsgemäß witzig ausfiel, saßen wir alle kichernd in diesem hochglänzenden Trauzimmer, und auch die Standesbeamte wurde sichtlich lockerer. Sie ließ uns schließlich noch ganz kurz und unkompliziert die Ringe und ein Küßchen tauschen und unsere Unterschrift ableisten, dann durften wir raus.
Wir postierten uns draußen noch ein paar Minuten vor dem wirklich sehr malerischen Gebäude, damit unsere offizielle Hochzeitsfotografin – meine Trauzeugin – einige Fotos schießen konnte und fuhren dann in ein kleines Dorf mit Seerestaurant, aßen sehr lecker, gingen mit dem armen arbeitslosen Ringträger Gassi und dann in unsere Not-Feier-Unterkunft.
Dort erwartete uns ein Spalier sämtlicher Gäste, die ganz laut riefen „schneller, Leute, schneller!“, weil es gerade zu regnen begann. Meine kleine Nichte streute Blumen und sammelte sie im Laufe des Nachmittags und Abends immer wieder ein, um nochmal streuen zu dürfen. Mein Vater las ein Gedicht vor und erzählte etwas über die Liebe und über im Leben gereifte Paare, dann rückten 60 Leute mit Gratulationen an uns vorbei und das war wirklich toll, denn einige der Gäste hatten wir schon jahrelang nicht mehr gesehen.
Auf der Hochzeitstorte war kein Brautpaar – meine Eltern haben also letztlich doch mir zuliebe eine gewissen Schlichtheit akzeptiert – und es war eine njam njam Sachertorte. Dazu gab es noch jede Menge andere Sachen, die 2Wölfe furchtbar gerne mag – Schokomuffins, Quarkkuchen… Hmmm…
Und dann wurde es eine herrlich entspannte, lockere Feier, genau so, wie wir es uns gewünscht hatten. Keine albernen Hochzeitsspiele, keine blöden Witze, keine Zwänge wie „das Brautpaar muß aber am Kopfende sitzen“ oder dergleichen. Alles war super und ich habe immer noch leichten Muskelkater vom Lächeln, wie damals in der Schule auf den Konzertreisen. Innerhalb meiner Familie hat sich eine spontane Rockband gefunden – meine nicht mehr so kleine Nichte hat extra für uns wieder Schlagzeug geübt, mein Bruder hat Klavier gespielt, ein Arbeitskollege Baß, ein Schwager Percussion und auch mal Schlagzeug, eine Freundin von mir hat uns alle mit einer sehr coolen Jazz-Singstimme beeindruckt, also das war wirklich toll.
Gegen halb eins sind die letzten müden Krieger nach Hause geflossen, und am Sonntag gab es noch ein gemeinsames Frühstück für alle und Tupperdosen mit Buffettresten für die weitgereisten Studentenfreunde.
Inzwischen haben wir unseren Schlafmangel wieder aufgeholt und bereiten unsere Hochzeitsreise vor, die uns morgen für 10 Tage erst quer durch Deutschland und dann nach Frankreich führt. Wir freuen uns schon wie verrückt auf den Lavendel und die dort angesagten Sommertemperaturen.

Alle, die auf Fotos vom Kleid und dem tollen Täschli warten, müssen vermutlich noch ein bißchen Geduld haben, denn meine liebe Trauzeugin kommt frühestens ab dem Wochenende zum Fotobearbeiten, da sie selbst noch auf Reisen ist.

Ja, und damit melde ich mich auch erstmal ab – wir sind dann mal weg.

Damit zum Monatsanfang nichts fehlt, ist hier noch das Septemberbild für Euch und dann erstmal – so long, and thanks for all the guten Wünsche!

27. August 2010

Gummistiefelfrust

Es regnet. Und regnet und regnet und regnet. Und außer Partyzelten hatten wir nichts in Petto. Für morgen sind kuschelige 16°C Höchsttemperatur angesagt – und Regen. Wenn es nicht gerade gewittert. Aber halt – es soll ja nicht den ganzen Tag regnen. Erst ab dem Nachmittag, wo die Gäste kommen. 😦 Daher haben wir jetzt ein Ausweichquartier gesucht – es ist die etwas schmucklose aber ganz okaye Cafeteria der Küche geworden, die uns sowieso beliefert hätte. Sollte zwischendurch mal einige Minuten schönes Wetter herrschen, kann man auch in einen grünen Hof gehen und dort mit den Kindern Squash spielen, und sollte es tatsächlich den ganzen Nachmittag regnen, schmort die Musikanlage nicht durch, wir haben Platz genug für alle und ein Dach über dem Kopf. Außerdem liegt diese Cafeteria direkt gegenüber dem Hotel, in dem fast alle Hochzeitsgäste schlafen, also wird es für diese zumindest wesentlich komfortabler.

Ich bin nur einfach so in meiner Erwartungshaltung enttäuscht: Tanzen unter Pflaumenbäumen, Sonne im Gesicht, Fotos, in deren Hintergrund der Himmel blau ist und nicht schwarz, solche Dinge eben. Aber nun – wir sind das Risiko wissentlich eingegangen und weather happens.
Als ich in der Cafeteria alles abgesprochen hatte, im Hotel gegenüber Zettel für die Gäste abgegeben hatte, damit sie den neuen Ort wissen und schließlich naß und kalt wieder zu Hause angeschwommen kam, wollte ich mir erstmal einen heißen Tee machen. Natürlich, weil heute gar nichts klappt, bekam prompt die schöne Teekanne, die mein Schatz mir letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hat, beim Aufgießen einen fetten Sprung von oben bis unten und ich konnte erstmal anderthalb Liter kochendheißen Kräutertee aufwischen und die Kanne entsorgen. Wie bitteschön kann denn eine Teekanne nicht mit heißem Wasser klarkommen? Mir reicht’s. Und das Doofste ist, daß ich nichtmal sagen kann, ich hab keine Lust mehr, ich komme nicht. 😦
Ich bete jetzt nur noch darum, daß wenigstens alle Gäste gesund und problemfrei (ich denke da an die riskante Verbindung schlechtes Wetter / Deutsche Bahn) hier ankommen und ich bin wenigstens in dem Punkt sicher, daß die richtige Stimmung aufkommen wird, wenn mein Bruder erstmal das Real Book auspackt und anfängt zu spielen.

Und jetzt putze ich noch die Wohnung ein bißchen, denn heute Abend kommen die Schwiemu und die Trauzeugen zum Essen zu uns. Ein Lichtblick wenigstens – sie bringen den Schwiegerhund mit.