Archive for ‘Spaß mit Hund’

8. November 2010

Sie sind doch alle gleich

Der Schwiegerhund durfte gestern mit uns in den „Eichhörnchenpark“ (weiß gar nicht, wie der wirklich heißt). Dort hat Felix seinen Eichhörnchenbaum gehabt, um den er immer wie manisch herumgesprungen ist, seit mal ein Hörnchen seinen Weg kreuzte. Ja, ja, der Jagdtrieb. Eigentlich wollten wir dort die Enten füttern mit den getrockneten Resten selbstgebackenen Brotes. Aber dann kam tatsächlich ein Eichhörnchen über den Weg gezischt und der liebe Schwiegerhund, der Felix sonst in wenigen Dingen ähnlich sieht, entwickelte schlagartig auch einen ausgeprägten Jagdtrieb und dieselbe Blödheit wie mein alter Schnuffel, nämlich nur zweidimensional zu denken. Das Hörnchen saß innerhalb von Sekunden 2 Meter über uns auf einem Ast und zeigte den weißen Bauch, ein hämisches Grinsen und die Mittelkralle. Da ich stets auf der Seite der Hörnchen stehe, hier noch eines aus der Nähe.

Advertisements
5. November 2010

Hund im Anmarsch

Ich stecke mitten in einem häuslichen Rundumschlag – die Schwiegermutter kommt! Morgen Mittag rückt sie an, bleibt bis Mittwoch und bringt – Hurrah! – den Schwiegerhund mit. Der ist toll! Groß, schwarz, verfressen, also genau richtig. Um das gebührend zu feiern, besuchen wir morgen meinen Bruder und seine Familie, die Hunde auch lieben und einen sehr hundefreundlichen großen Garten haben. Und dort werde ich mich mit Bruders semiprofessioneller Hilfe an die Aufnahme meiner ersten Gedichtvertonung machen. 🙂 Ich freu mich schon sehr darauf. So, jetzt noch ein bißchen weiter aufräumen, dann eine Tüte Begrüßungspansen kaufen…

Habt ein schönes Wochenende!

31. Oktober 2010

Fotosuppenrezept und noch Suchbegriffe

Ein gesegnetes Totengedenkfest wünsche ich ringsherum! An diese Namen Samhain, Litha usw. kann ich mich immer noch nicht gewöhnen – ich feiere lieber realitätsnah, womit ich natürlich nur meine eigene, subjektive Realität meine. Feste, bei deren Namen ich über die Aussprache nachdenken muß, liegen mir nicht. Daher wünsche ich Euch von Herzen viel Freude bei einem Fest, in dessen Namen das Wort tot auftaucht.
Dabei geht es gar nicht in erster Linie um’s Sterben, sondern vielmehr um das Abschiednehmen. Darum, Dinge loszulassen, die man nicht mehr benötigt, die nicht mehr angemessen sind, und – viel schwieriger – darum, Dinge und Lebewesen loszulassen, die man gar nicht wirklich loslassen will, die aber trotzdem einfach gehen. Heute ist der Zeitpunkt, um dieses Gehen zu akzeptieren. Heute geht nach alter Zeitrechnung verschiedener Kulturen das alte Jahr, morgen beginnt das neue.
Und wir beide, mein Kerl und ich, laden heute den Hund ein. Ja, er ist nur ein Hund. Aber ohne diesen Hund könnte ich jetzt nicht „wir beide“ schreiben, und wir haben ihn beide sehr geliebt und vermissen ihn immer noch sehr. Deshalb habe ich eine leckere Kürbissuppe gekocht und backe gerade ein Dinkel-Buchweizen-Brot, und wir teilen uns heute Abend ein Festmahl quasi zu dritt. Hier mal das Rezept, einfach genug für meine begrenzten Fähigkeiten in der Küche und gleichzeitig lecker genug, um meinem unbremsbaren Appetit gerecht zu werden, als Fotostory:

Zwiebeln anbraten

Kürbis würfeln

Kürbis kurz mitbraten

Küchenkräuter nach Wahl

Kochen lassen

schönes Geschirr raussuchen

pürieren und pfeffern

Und nun nochmal zur Bilderklärung: Während die Zwiebeln anbraten, sollte man (zumindest wenn man Kurkuma so begeistert verwendet wie ich) ständig rühren, denn das Zeug setzt sich am Topfboden ab. Das Verhältnis Kürbis zu Gemüsebrühe ist in etwa 5:6, man kann runtergehen bis 1:1. Als Kräuter eigenen sich sehr gut Basilikum und Petersilie, getrennt oder zusammen, aber ich glaube, da Kürbis ein ziemlich geschmackloses universelles Lebensmittel ist, kann man auch alles andere nehmen – Hauptsache, frisch oder tiefgekühlt, denn Trockenkräuter schmecken immer nach Papier, egal, wie sie heißen.

Und nun noch kurz zu den heutigen Suchbegriffen:

wow in der schule spielen – Nein, nein, nein! Liebe Kinder, das wird weder dem Spiel noch der Schule gerecht. Es ist wie Schokolade mit eingelegter Kaffeebohne – einfach eklig, selbst wenn man schokophiler Kaffoholiker ist wie ich.

Impulskontrollstörung beim Hund – HAAAAAAAAHAHAHAHA, grunz, gröl… so, Verzeihung, es geht wieder. Wir reden hier von einem Hund – von einem Tier mit nur sehr begrenzter wenn überhaupt vorhandener Kapazität zu bewußtem Denken. Also drücke ich mich mal so aus: Ein Hund wird mit einer Impulskontrollstörung geboren, und er wird sie nie überwinden. Die Impulse eines Hundes entspringen seinen Überlebensinstinkten.
Sorgen würde ich mir machen, wenn er Tendenzen zu berechnendem, hinterhältigem Verhalten zeigt. Oder sich zu dick findet und deshalb den Freßimpuls unterdrückt. Oder bei der Jagd nach einem Reh an der Straße stehen bleibt und links und rechts guckt. DAS fände ich krank.

Etwas anderes ist natürlich massive Verzüchtung (ich hatte ja kürzlich über die Spanielwut geschrieben) oder ein anerzogenes Fehlverhalten, worunter ich z.B. auch übermäßige Aggression verstehe. Beispiel: Ein Hund wird immer sein Grundstück bewachen und vorbeigehende Passanten zumindest gut beobachten, oft auch anbellen, als Warnung an die eventuellen Eindringlinge und Alarm an das eigene Rudel. Das ist normal und gut, auch wenn ein ständig kläffender Chihuahua einem schon tierisch auf die Nerven gehen kann. Wenn ein Hund jedoch ständig darin bestärkt wird, Passanten anzubellen, wenn der Besitzer ihn anfeuert, dafür lobt und den Hund vielleicht noch zum Knurren und Hochspringen animiert, ist das anerzogenes Fehlverhalten, das darin gipfeln wird, daß irgendwann mal eine Postfrau dran glauben muß. Wer das vermeiden möchte, kann seinem Hund von Anfang an zeigen, daß es in Ordnung ist, wenn draußen jemand vorbeigeht, indem man z.B. mit den Passanten einige Worte wechselt und sie sogar einlädt, am Zaun stehenzubleiben und eventuell den Hund zu kraulen. Postboten sollten besondere Aufmerksamkeit bekommen, ebenso wie Handwerker aller Art. Leckerlis helfen immer.

20. Oktober 2010

Suchbegriffe

Heute gehe ich mal wieder auf einige Suchbegriffe ein, die Euch hierher geführt haben. Der „Bühnenkuss“ ist nach Monaten aus der Begriffsliste verschwunden, offenbar ein im Internet unterdurchschnittlich diskutiertes Thema. Dafür haben wir jetzt
2wölfe – is klar. Herzlich willkommen Ihr, die Ihr wißt, nach wem Ihr gesucht habt. 😉

häkelblumen anleitung – Ja, für sowas hatte ich im August mal auf die wirklich gute Handarbeitsseite von Elizzza (nadelspiel.com) verwiesen. Kurz gesagt: einen Kringel aus Luftmaschen behäkeln mit feste Masche-halbes Stäbchen-ganzes Stäbchen-halbes Stäbchen-feste Masche, das ist variierbar.

cache coeur strickanleitung – immer noch und immer wieder gesucht. Aaaaalso: Stricke einen richtig breiten (!) Schal, der etwa so lang wird wie Du von Kopf bis Fuß, nähe oder stricke ihn an den Enden zusammen – voilà, eine Câche-Coeur.

Jetzt wird es interessant:

cockerspaniel ein wadenbeißer – das kann mehrere Gründe haben. Wenn Du sichergestellt hast, daß sich keine Leberwurst auf den betroffenen Waden befindet, kommen noch schlechte bzw. inkonsequente Erziehung (die wahrscheinlichste Möglichkeit, denn Spaniel sind nicht dumm und durchaus, wie es immer so schön heißt, „charakterstark“) und die sogenannte Spanielwut in Frage. Letzteres war besonders in und nach den 50er Jahren ein Problem, das auftrat, weil der Cockerspaniel eine derartig beliebte Hunderasse war, daß er völlig überzüchtet wurde. Bei vielen Züchtern, legal wie Hinterhof, wurde das Hauptaugenmerk auf seine äußere Erscheinung gelegt und dabei seine Wesensmerkmale vernachlässigt, was zu übermäßiger Aggression insbesondere wohl bei den einfarbig roten Hunden führte. Schon seit fast 20 Jahren ist dieses Problem behoben. Es wurde und wird aktiv rückgezüchtet und Fälle von Spanielwut treten nur noch höchst selten auf. Abgesehen von diesem Defekt kann kein Hund egal welcher Rasse natürlich auch einfach mal aggressiv werden – wie gesagt, ich halte eine schlechte Erziehung für den wahrscheinlichsten Grund.
Besides – wenn Ihr wißt, daß Euer Hund zu überraschendem Verhalten neigt, laßt ihn niemals, niemals ohne Leine laufen. Auch wenn das in der Seele wehtut. Das mußte ich mit meinem durchaus überraschenden Labrador leider auch durchziehen, und es ist besser für den Hund. Ein Wesenstest, nachdem die Postfrau gebissen wurde, der zur Einschläferung führt oder ein unkontrollierbarer Jagdtrieb, der den Hund blindlings vor einen Lastwagen laufen läßt, ist sicher nicht in Eurem Sinne.

Und jetzt mein Lieblingssuchbegriff der Woche:

mich hat schon die ganze zeit gewundert wieso eine person sich immer im hintergrund hielt – Jo. Ws?

8. Oktober 2010

Freitags-Füller und Wölfe

Heute mal ein Freitags-Füller von den scrap-impulsen.

1. Wenn ich morgen im Lotto gewinnen würde, (ich gehe von einer gigantischen Menge Geld aus) würde ich vor Schreck erstmal weitermachen wie vorher. Dann das Auto vom Schatz abbezahlen. Dann einmal gaaaanz tief durchatmen und das schuldenfreie Gefühl genießen. Dann auf die langsame und gründliche Suche nach dem Haus am See gehen. Und vor allem: reisen. Aquamarine in England besuchen und Euch Mädels in Köln und Karlsruhe, und zwar regelmäßig. Und ich könnte jetzt noch ewig weiterschreiben.

2. Sturm ist das Beste an kalten Herbstabenden .

3. Im Kino war ich schon ewig nicht mehr.

4. Ich sollte einen Haufen Wäsche bügeln, aber ich habe keine Lust dazu.

5. Zum Wachwerden brauche ich viel Zeit.

6. Ich esse definitiv zuviel Schokolade.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Sonnenblumenkernbrot, morgen habe ich Arbeit geplant und Sonntag möchte ich WoW spielen und Alexis‘ Schattenbuch anfangen!

Gerade eben waren wir wieder bei den Wölfen. Die Außenseite des Geheges ist so 50 Meter lang etwa. Hinter dem Zaun ist ein Meter freier Waldboden, dann kommt ein zweiter, höherer Innenzaun. Und auf halber Höhe der Gehegelänge steht das Häuschen, in dem die Wölfe (und vermutlich der dicke Braunbär) schlafen, daran vorbei kommen sie nur an der zaunabgewandten Seite. Nun ist es so, daß wir immer wieder hingehen und mit den Wölfen „spielen“: Wir rennen am Zaun hoch und runter und animieren sie, mit uns zu laufen. Da stehen sie total drauf! Anfangs brauchten sie eine Weile, um zu begreifen, daß sie um das Haus herum laufen müssen, um wieder bei uns anzulangen. Heute standen sie schon erwartungsvoll da, und als wir nicht gleich losrannten, fingen zwei zu mieksen an. Sie wollen spielen! Und das bestätigt mich in meiner Meinung über das Spiel als Grundbedürfnis.
Vorgestern Abend waren wir auch da, und da hatten sie gerade keine Zeit für uns: Resteessen war angesagt. Im Gehege lagen neben dem Häuschen lauter Brötchen, und die Wölfe taten sich daran gütlich. Ich weiß zwar nicht, wieso ihnen ausgerechnet totes Weißmehlzeug verabreicht wird, aber womöglich wissen die Tierpfleger da mehr als ich. Jedenfalls legte einer der kleineren braunen Wölfe sich mit einem Brötchen zwischen den Pfötchen gemütlich auf den Waldboden und begann zu fressen. Da nahm sich einer der hochbeinigen weißen Wölfe ein Brötchen mit zu dem braunen Kollegen, legte es auf dessen Rücken ab (!), stemmte es dort mit einer Pfote fest und fraß auf diese Weise. Living Table. Beide Wölfe fraßen mit großer Selbstverständlichkeit, als würden sie das immer so machen, und wenn das Brötchen mal an den Rippen des kleineren Wolfes herunterrutschte, wurde es mit großer Sorgfalt wieder oben hingelegt und festgeklemmt. 😀

Edit: Tja, und dann: Wer im Blog Header den Titelzusatz „…und ein Schwert“ vermißt – das Schwert ist weg. Ist irgendwie verschwunden aus meinem Leben. Wenn es wiederkommt, stelle ich es wieder rein. Oder vielleicht wird es ja eine Keule oder sowas. Oder ich bleibe unbewaffnet.

14. August 2010

Schäfi-Nachtrag und Wölfe

Heute früh waren schon 3 Leute auf meinem Blog. Meine Güte, wie tapfer und treu… Oder vielleicht sind das die, die „Pädagogikschein“ (zum ersten Mal) und „Cache coeur stricken“ (immer und immer wieder) googlen? Also: guten Morgen, unbekannte fleißige Sucher. Möget Ihr auch etwas Hilfreiches hier finden. Ich blogge derweil mal weiter:

Ich hatte nach etlichen Versuchen, die Firma zu erreichen, die letzte Woche Schäfi abgeholt hat, Erfolg. Er wurde in ein Tierheim gebracht, wie ich befürchtet hatte, und der Mann am Telefon wollte mir nicht sagen, in welches, weil das seine Befugnisse überstiege. Also rief ich im Veterinäramt an, wie er mir riet. Doch leider wollte man mir auch dort nicht sagen, wo Schäfi sich derzeit aufhält – das wäre „im Rahmen des laufenden Verfahrens“ verboten. Im Rahmen des laufenden Verfahrens? Wow, die Nachbarinnen, die übrigens mittlerweile ausgezogen sind, scheinen da echte Probleme zu kriegen, denn offenbar wird keine Information über den Hund nach außen gelassen, weil er als Beweisstück gehandelt wird. Nun gut, das beruhigt mich jedoch wieder: zum einen ist er jetzt sicher und bekommt auch mal frische Luft, zum anderen steht er jetzt wahrscheinlich so im Fokus staatsanwaltlichen Interesses, daß er im Tierheim eine Vorzugsbehandlung bekommt. Das würde ich ihm ja wirklich gönnen.

Zum Trost waren wir vorgestern die Wölfe besuchen. Ihr erinnert Euch? Die wohnen einen Kilometer entfernt im Zoo und teilen sich ein Gehege mit den Braunbären. Man kann das Gehege von außen sehen, da der Zaun auf der anderen Seite einfach Wald hat. Also, ein schöner Waldspaziergang mit echten Wölfen, obwohl man zur Seelenhygiene schon sehr darauf achten muß, den Zaun innerlich auszublenden.
Es gibt sie in weiß und in braun. Die weißen Wölfe sind, glaube ich, Polarwölfe, die braunen sind die „normalen“ Canis lupus. Die weißen sind sehr elegant und hochbeinig, sehr schmal im Körperbau und mit langen Nasen. Und anfangs fanden sie uns Zaungäste nur mäßig spannend:

Ja, Mama Wolf hat sich durch uns nicht einmal von ihrem abendlichen Yoga abhalten lassen:

Doch die beiden anderen Wölfe kamen auch schonmal an den Zaun gucken. Einer hatte leider eine kleine Entzündung am Auge, aber die Tierpfleger können in dem Gehege ein- und ausgehen, das stört die Wölfe gar nicht, und kümmern sich sicher.

Und jetzt werde ich mir zum Einkaufen gehen Gummistiefel anziehen, denn es pladdert, wie man hier sagt, wie verrückt. Und blitzt und donnert… ich liebe dieses Wetter. 😀
Habt ein wolfiges Wochenende!

6. August 2010

Schäfi

Vielleicht ist es Euch schon aufgefallen, oder ich habe es mal erwähnt: Mein Kerl und ich neigen zu Kurznamen für alle Dinge, die wir nicht lang benennen können oder wollen. Brotbackautomat ist zum Beispiel ein schrecklich unromantisches, unpersönliches Wort. Oder Geschirrspülmaschine. Oder der Schäferhund von nebenan. Daher nennen wir sie Broti, Spüli und Schäfi.
Nun kann man das sprachlich durchaus fragwürdig finden, aber wir sind eben so und schämen uns auch fast gar nicht dafür.

Heute Mittag wollte ich eigentlich eine Moderation schreiben. Heute Abend ist groooßes Sommerkonzert, und damit wir die 30-Minuten-Marke auch knacken, werde ich ein bißchen dazwischen reden. Außerdem gibt das den Sängern ein wenig Zeit zum Ausruhen der Stimmbänder. Und die Kirche ist derartig klein, daß die Athmosphäre zwischen Publikum und Chor ohnehin nach etwas Persönlichem schreit, also eine persönliche Erklärung der Titel, die da kommen. Ich hatte also vor, mir ein paar vegetarische Bratlinge (auch so ein Wort, vielleicht sollte ich sie Bratis nennen) in die Pfanne zu hauen und dann ganz gemütlich in meiner wunderschönen Küche zu essen und die Hintergründe Brahms’scher Volksliedbearbeitungen zu recherchieren. Doch dann kam alles ganz anders.

Als wir hier einzogen, vor nun schon über einem Monat, wurden wir vor unseren direkten Nachbarn gewarnt. Naja, nicht direkt gewarnt, aber „die zahlen keine Miete und haben schon einen Prozess am Hals deshalb. Wenn sie Strom von Ihnen haben wollen, geben Sie denen bloß nichts“ und solche Sachen. Das sind eine Frau und ihre erwachsene Tochter. Und diese beiden halten sich einen Hund. Schäfi. Schäfi – wie der Name schon sagt – ist ein Schäferhund. Ich habe gerade Sommerferien und nichts besseres zu tun als in der schönen Küche die Kräuter auf dem Fensterbrett zu bewundern, zu stricken, Schulbücher durchzuarbeiten für den Zweitjob… und in all dieser Zeit habe ich Schäfi ausschließlich Abends gesehen und gehört. Die Nachbarinnen haben ihren Wohnungseingang direkt neben unserem Küchenfenster und müssen dort vorbei, wenn sie Gassi gehen wollen. Nun dreht Schäfi jeden Abend fast durch vor Glück, wenn er endlich raus darf.
Einer in den Bart gegrummelten Bemerkung des Maklers, der offenbar sehr tierlieb ist, habe ich entnommen, daß Schäfi den ganzen Tag in einem Raum eingesperrt ist und nur Abends mal rausgelassen wird. Nun habe ich mich nicht genug für die Nachbarn interessiert, um das zu prüfen, aber da der Hund jedesmal lautstark seinem Glück Ausdruck verleiht, wenn er raus darf, kann ich bestätigen: Es bellt nur Abends. Die Runden, die er dann drehen darf, sind auch nur wenige Minuten lang, dann ist er wieder drinnen, und das ganze läuft auch noch komplett mit Maulkorb ab.
Heute, während ich die Bratis noch schön matschig in der einen und die heiße Pfanne in der anderen Hand hatte, trafen sich 3 Personen vor meinem Küchenfenster: der Hausmeister und 2 fremde Frauen, die offenbar einen Termin mit der Nachbarin hatten, die aber nicht da war. Nach einigen Minuten kamen dann die Nachbarin und auch ihre Tochter, und eine der Frauen stellte sich und ihre Kollegin als Vertreterinnen des Tierschutzbundes vor. Sie wären informiert worden, daß hier ein Hund in unwürdigen Bedingungen gehalten würde, und wollten sich das jetzt mal ansehen. Die Nachbarin reagierte natürlich ziemlich feindselig und wollte zuerst mal niemanden irgendwo hinsehen lassen, bevor ihr Anwalt da sei. Ich fragte mich, wie jemand keine Miete zahlen, sich aber einen ständigen Anwalt leisten könne, da ging draußen ein ziemliches Kuddelmuddel los. Einer beschimpfte den anderen, Fotos wurden gemacht und lautstark eingefordert, der Schlüssel zur Tür fehlte und man konnte den Hund sowieso nicht rauslassen, es wurde darüber gestritten, warum der Hund einen Maulkorb tragen müsse, wenn er alleine in einem Raum sei, und die Nachbarin erklärte, ohne sie wäre der Hund schon längst eingeschläfert gewesen, außer ihr hätte den keiner haben wollen, und es gäbe schon einen Grund für den Maulkorb. Sie sagte ständig „nur zu Ihrer Information“, als würde das irgendwie seriöser klingen. Dann riefen die Nachbarinnen irgendeinen Mann an, der den Schlüssel zum Hunderaum hatte, und Schäfi wurde an der Leine herausgelassen. Wie immer, wenn er raus darf, bellte er und wedelte wie verrückt. Die Nachbarin drohte damit, ihn einfach loszulassen, „wenn er jetzt durchdreht“, dann würde man ja sehen, wozu der Maulkorb da sei, nur zu Ihrer Information, und die Tierschutzfrauen bemängelten den Raum. Es wurde immer heftiger gestritten und natürlich würde Schäfi immer aufgeregter – er kam zur Unzeit aus dem Loch und dann auch noch dieser Rudelkampf. Wahnsinn. Er hat gebellt und gemiekst wie verrückt. Irgendjemand rief die Polizei und ein Auto von einem Schutzhundausbilder (?!? naja, vielleicht war das der einzige Hundetyp, den die Polizisten kennen) und letzten Endes wurde Schäfi in dieses Auto geführt und weggefahren. Jetzt sitzen die Nachbarinnen auf der Treppe neben ihrer Wohnungstür und reden. Die einzige, die die ganze Zeit bittere Tränen vergossen hat, weil einem armen Hund sein Rudel und seine Höhle weggenommen wurden, bin ich. Diese Menschen sind mir total egal. Aber ich hoffe von ganzem Herzen, daß Schäfi jetzt nicht einfach im nächsten Tierheim landet, von ganz oben abgesegnet und „gerettet“, wo er dann – haha – den ganzen Tag mit Maulkorb in einem Zwinger sitzt und nur einmal täglich rausgelassen wird.

Nun versuche ich, diese Leute zu erreichen, deren Internetseite ich mir von der Autotür abgeschrieben habe. Ich muß wissen, ob es Schäfi gut geht, ob er weitervermittelt wird, und vielleicht kann ich mich ja als gelegentlicher Gassigeher anbieten.

Gerade eben, da ich hier schreibe, kommen die beiden Polizisten zurück. Da Spüli inzwischen den Betrieb aufgenommen hat, kann ich den Streit draußen nicht mitverfolgen, ich merke nur, daß es laut ist.

😦 Ich will ein glückliches Schäfi. So einen richtigen Hund: Groß, unerzogen, loyal außer bei Fressen, glücklich wedelnd wenn man eine Leine hochhält, ein bißchen nach feuchtem Fell riechend. Und zu so einem Hund gehören einfach Menschen, die das Spazierengehenwedeln zu schätzen wissen (anders als die Nachbarinnen, die ihn immer einfach nur mitgezerrt haben), konsequent ihre Stellung im Rudel einfordern und durchsetzen und ab und an mal ein Leckerli rüberreichen und hinterm Ohr kraulen.

17. Mai 2010

mal was Schönes

Heute zwei schöne Dinge: Das erste ist zum Durchlesen. Die Organisation Matter of Trust sammelt Haare – kein Witz -, packt sie in alte Nylonschläuche, z.B. übriggebliebene Feinstrumpfhosen, und bekämpft damit die Ölpest. Auf dem Gaia Girls Blog gibt es dazu einen Kurzfilm.

Und damit Ihr wißt, warum ich meinen Hund immer noch vermisse und was es bedeutet, einen verfressenen Labrador zu haben:

So, und jetzt wieder Duschen, Klavier üben, verzweifeln.

18. April 2010

Was ist eigentlich… eine Rudelhierarchie?

Heute nur ganz kurz, weil ich mich gerade über die Suchbegriffe amüsiere, die gestern zu meinem Blog führten:

warum klettert mein hund mir auf den schoss?, jünger schminken, wölfe basteln, filzhütchen

eine sehr grob und allgemein gehaltene kleine Abhandlung über das immer wieder lustige und spannende Verhältnis Hund-Mensch. Vorher noch:

Hng. Zu Filzhütchen kann ich nicht viel sagen, außer: entweder im Strickfilzverfahren einen spitzen Hut stricken (oder häkeln, das geht auch) und dann halt in der Waschmaschine filzen. Damit die Innenseiten nicht zusammenfilzen, würde ich eine Socke oder sowas hineintun, das sorgt auch während des Waschvorgangs für gute Reibung und damit Filzung.

Jünger schminken? Habe ich eines der beiden Worte schon irgendwann hier benutzt? Und dann sogar zusammen? Bin grad total ratlos.

Ich bin ein Bastelnoob. Ich kann nichtmal Geschenke einpacken. Daher kein Kommentar zu gebastelten Wölfen.

Und zu „Warum klettert mein Hund mir auf den Schoß“ gibt es mehrere Möglichkeiten:
1.) Du hast was zu essen in der Hand.
2.) Der Hund muß seit einer halben Stunde raus und Du kriegst es einfach nicht mit.
3.) Du sitzt am Klavier und singst vielleicht noch dazu, und der Hund reagiert stark auf die Frequenzen. (Ich kannte mal einen Cocker Spaniel, der immer unter dem Klavier gelegen und leise mitgesungen hat, sehr niedlich.)
4.) Auf Deinem Schoß sitzt eine Katze.
5.) Auf Deinem Schoß liegt sein Spielzeug/Leckerli/…
6.), und jetzt wird es ernster: Du sitzt auf der Couch und er will nicht wie ein normal untergebenes Rudelmitglied unten bleiben, sondern Dir und dem Rest Eures Rudels gegenüber seinen Rang behaupten und auf den höheren Sitzplatz. Hierzu ein kleiner Tip: In Wolfsrudeln ist es so, daß der Alphawolf prinzipiell den höchsten Platz bekommt. Oder beide Alphawölfe, also das Paar, das das Rudel anführt und sich als einziges Paar im Rudel vermehren darf. Ihr Status ist im Normalfall unangefochten. Manchmal verlassen sie den Chefsessel auch und legen sich irgendwo anders in die Sonne, und in solchen Fällen legen sich niedriger stehende Rudelmitglieder auch gelegentlich mal auf den Chefsessel. Das geht klar und wird von den Bossen auch geduldet, wird aber sofort wieder aufgehoben, sobald der Chef zurückkommt.
So sollte man es als Mensch auch halten: Wenn Du auf dem Sofa bist, bist Du da. Der Hund darf auch hoch, wenn Du das möchtest. Wenn Du es aber mal nicht möchtest, mußt Du das sehr deutlich machen. Du bist der Rudelführer, und klare Verhältnisse sind sehr wichtig für einen Hund, denn auf einen schwachen Menschen, der sich nichtmal innerhalb der eigenen Familie durchsetzt, kann Hund sich nicht verlassen; daher wird er im Zweifelsfall versuchen, selbst zum Rudelführer zu werden (ohne Chef geht das Rudel ein, bei Wölfen funktioniert einfach keine Demokratie). Aus solchen Situationen entstehen diese kleinen Kläffer und Wadenbeißer – die Oma, der der Winzhund gehört, behandelt ihn nicht konsequent wie einen Hund, sondern wie eine Art Babypuppe im falschen Körper, schiebt ihm alles vorne und hinten rein, trägt ihn auf dem Arm spazieren und dergleichen, und der Hund denkt (völlig zu Recht), sie wäre zu schwach, um das Rudel zu führen. Schließlich erlaubt sie ihm ja alles, also ist er der Rudelführer. Und logischerweise fängt er an, das kleine Rudel zu führen und zu verteidigen, beißt „angreifende“ Postboten in die Wade und im schlimmsten Fall Enkelkinder ins Gesicht, kläfft jeden Passanten an und wird überhaupt unerträglich. Sorry, aber das Fehlverhalten der Oma ist Schuld.
Hunde höflich zu behandeln ist Schwachsinn. Viele Menschen machen das automatisch: Man läßt anderen Menschen in der Tür den Vortritt (Achtung: der Rudelführer geht immer zuerst!), man steht auf, wenn jemand anders sich setzen möchte (Nein, man darf den Platz auf dem Sofa nicht für den süßesten Golden Retriever der Welt freimachen, auch der fühlt sich auf Dauer wohler, wenn sein Rudelführer über ihm bleibt), man überläßt den Spaziergehkollegen die Wahl des Weges (der Hund hat dem Rudelführer zu folgen, nicht umgekehrt) und viele andere Dinge.

So viel in aller Kürze zu Hunden und Schößen.

3. März 2010

Und es geht doch.

Es ist jetzt 2 Wochen und 2 Tage her. Und wir kommen inzwischen ganz gut klar – keine peinlichen Tränenausbrüche mehr, kein Hochschrecken, wenn die Türklingel geht, und ich kann auch wieder alleine auf dem Sofa sitzen. Was heißt „wieder“ – ich kann es jetzt zum ersten Mal, seit wir das Sofa haben. Wir vermissen Felix mit ungebremster Sehnsucht, aber arrangieren uns auch erstaunlich gut alleine. Ich habe anfänglich Streß und Streit und schlechte Laune erwartet und nichts davon kam.
Beziehungsweise es kam an einer ganz anderen Front: Die Mütterfront. Aargh. Hat jemand von Euch schon geheiratet? Und sich dieses Fest so richtig schön vorgestellt? Und dann eine Mutter gehabt mit ganz anderen Vorstellungen? Meine Eltern wissen von unserer Verlobung seit Ende Dezember. Und jetzt, vor einer Woche, als wir ankündigten, es allen bekanntzugeben, indem wir die Einladungen verschicken, JETZT plötzlich finden sie unsere Planung problematisch. Weil meine verehrte Mutter sich eine Prinzesschenhochzeit vorstellt, eine weißes Kleid, weiße Tischdecken, Kellner im Frack und gepflegte Dudelklassik im Hintergrund. Ich dagegen als überzeugte Entenschuh-Trägerin und Profimusikerin wünsche mir eine Gartenparty ohne Kleiderordnung, Selbstbedienung am kalten Büffet und live gespielten Jazz (denn für einen gelernten Klassiker ist echt nichts schlimmer als Dudelklassik). Ich will ein Baumwoll- oder Leinendingsbums anziehen, in dem ich auch mal barfuß gehen kann, wenn ich Lust habe. Ich will mich zu den Nichten und Neffen auf die Picknickdecke setzen und UNO spielen. Ich will mit der ganzen riesigen Sippe abrocken und alle mitgebrachten Hunde kraulen. Ich will Pappteller und um Himmels Willen keine Bedienung. Meinetwegen wasche ich auch selbst die Kaffeetassen ab. Und ich möchte die Organisation dieser Hochzeit selbst übernehmen.
Und das ist für meine Mutter einfach zuviel. Ich will alles anders, und dann will ich es auch noch selber machen. Trotziges Kind! Du bist immer so dickköpfig. du wirst Dir wieder eine blutige Nase holen, wie immer, wenn Du nicht auf uns hörst. Ich sag jetzt gar nichts mehr. Du machst ja sowieso, was Du willst. Aber wieso soll Dein Kleid denn ausgerechnet grün sein?!? (Soll es nicht, zumindest nicht mehr als 50%.) Ich hätte alles dafür getan, weiß heiraten zu dürfen, und Du mußt ausgerechnet grün nehmen.
Usw.
Mein Versuch, ihr zu erklären, daß a) „wie eine Hochzeit gefeiert wird“ nicht zwangsläufig übereinstimmen muß mit „wie 2Wölfe sich wohlfühlt“ und letzteres mehr zählt als der äußere Rahmen und b) ich sowieso zu ihr komme und um Hilfe bitte, wenn ich ein Planungsproblem kriege, prallt mit Schwung an ihr ab. Und besonders beschissen ist, daß es ihr noch dazu gesundheitlich gerade unglaublich schlecht geht und ich nichtmal mit der Faust auf den Tisch hauen kann/will, weil ich nicht weiß, wieviel Ärger sie aushält. Ihre Schmerzen machen sie unglaublich dünnhäutig und nervenschwach. Daher bin ich dazu übergegangen, nach Möglichkeit die Konfrontation zu vermeiden. Was im Endeffekt heißt, die Kommunikation zu vermeiden. Das tut mir selbst ziemlich weh, weil ich gerne wüßte, wie es ihr wirklich geht, aber wenn sie wieder mit Hotelsaal ankommt, weiß ich nicht, wie ich reagiere.

Nun ja. Jetzt organisiere ich mich also mit Hilfe von Freunden und Verwandten. Sowohl eine Freundin als auch eine Schwester haben mir jede eine gute Schneiderin empfohlen, meinem im Kopf schon lange fertig entworfenes Kleid steht also nicht mehr viel im Wege. Um Blumenschmuck, teilweise aus Filz oder so gebastelt, kümmere ich mich mit Schwester B. Ob das mit der Livemusik so klappt, wie ich mir das erträume, ist eher fraglich, aber dafür gibt’s ja auch die Playlist auf dem Macbook.
Seufz. Und ich bin mir sicher – es geht doch, so wie ich es mir vorstelle.