11. Februar 2011

Weil Zugfahrten so ungeheuer zum geistigen Wegdriften einladen… wieder mal ein Gedicht. Ich weiß gar nicht, wo die alle auf einmal so herkommen.

Das Zögern

Allein vor der offenen Tür
Drinnen Licht,
Lachen, Reden, Freunde
Draußen ich,
Abendkühle, Schatten, Wind
Drinnen – Größe
Große Seelen, große Taten, tiefe Liebe, tiefes Lachen
Draußen ich
zögernd
Nur einen Schritt zurück und
alles wäre wie immer
Doch einen Schritt weiter und
ich stünde in demselben Licht wie ihr.
Wer wäre ich dann?
Wer wäre ich in Eurem Licht?
Wär‘ das Alleinsein leichter oder schwerer noch
zu tragen zwischen Euch?
Würde das Licht an mir nicht tief’re Schatten werfen?
Wär‘ durch mein Schweigen Euer Lachen nicht gedämpft?
Und ginge ich hinein
und setzte mich zu Euch
(egal wohin, es wären zwei von Euch getrennt)
würde mein Ich-Sein, meine Kleinheit mir wohl noch bewußter?
Und träte auch nur einer dieser Punkte ein – nein.
Ich gehe nicht hinein.
Doch auch der Schritt zurück erscheint unmöglich.
Das eigene Versagen zu bestätigen.
Die Einsamkeit besiegeln, ja umarmen gar,
das hatte ich zu lang.
So bleibe ich hier stehen,
zwischen zwei Schritten
hinter mir ein altes Leben
und vor mir ein geträumtes.
Das Jetzt und Hier in wackliger Balance.

Ja. Und gleich kommt der Bär nach Hause und wir beginnen das Wochenende mit einer gefüllten Gans. Mit mehreren gut gefüllten Gänsen genau gesagt. Im Zoo. Und heute denke ich hoffentlich auch mal an die Kamera, dann habe ich einen Beweis, daß die wirklich aus der Hand picken. 😀

8. Februar 2011

Good news everyone

Ist auch gleich mein heutiges Zitat. Das sagt der Professor in Futurama immer und es kommen danach meistens abartig schlechte Nachrichten, die sich zunächst ganz toll anhören. Ich zitiere ihn allerdings eher deshalb, weil ich die Verteilung der Sprechrollen im amerikanischen Original einfach nur grandios finde. Ich zitiere hiermit auch gleich noch einen Suchbegriff dieser Woche: wogen druiden warben – also bitte. So jung und schon so bekifft? Oder spielt da ein Wagnerianer im Rentneralter World of Warcraft, der im Hintergrund den Plattenspieler laufen hat und immer pseudo-eddasche Stabreime mitsingt? Also: die WoRgen Druiden haben andere Farben als die Nachtelfen Druiden und sowieso ein etwas anderes Erscheinungsbild. Aber welche – keine Ahnung. Spiele keinen.

Heute Vormittag war ich beim Urologen. Eigentlich nur, weil bei der letzten Blasenentzündung (oder war’s die vorletzte?) der Arzt in der Notaufnahme (war ein Sonntag, sonst bin ich da nicht so dramatisch) irgendwas von Tumoren und Diabetes erzählt hat. Also habe ich mir eine Überweisung geben lassen und war heute da. Good news everyone: Ich habe keinen Blasentumor. Ich habe das auch wahrhaftig nicht erwartet. Und die lange Zeit in einem Wartezimmer voller alter Männer habe ich genutzt, um mal kreativ die Gedanken schweifen zu lassen.

I’ve taken the first step
I’ve written a song
I’ve taken the first step
It has taken me oh so long

I have started to sing out
I have started to sing my truths
I make music and will never let go
I make music now
I’m singing a song

And taking the first step
Has taken so many years
I was repeating what I learned and studied
I was just covering my fears

The fear to be heard, the fear to stay unheard forever
The fear to begin and the fear I might never start to live
The fear to have nothing to say or too much
The fear to be misunderstood – or simply too simple
Yes, the fear, someone might hear me
And also, no one might ever hear me at all

So now the choice is made
May I stand alone or in the crowd
May you like my songs or laugh out loud
I sing, heard or unheard, I sing
Fears or doubts, I sing
Simple or wrong, I sing
This is my truth, I must sing

6. Februar 2011

Erste Feuerprobe

Heute war ich sechs Stunden mit dem neuen Ensemble zum Proben, mit dem ich jetzt spiele bzw. das ich gerade mitgründe. Bei unserem ersten Treffen zum Kennenlernen vor 2 Wochen haben sie schon extrem sympathisch gewirkt und auch darum gebeten, daß ich meine eigenen Stücke mal mitbringe. Das habe ich heute getan – vier Stücke, gestern noch liebevoll geputzt und poliert und schickestmöglich ausgedruckt, schön sortiert und untypisch ordentlich mit Büroklammern zusammengesteckt, sicher verpackt in der Tasche. Ich habe mich gefühlt, als würden meine Kinder eingeschult. Drei Stücke haben wir geschafft zu spielen (wir hatten trotz der sechs Stunden einfach viel zu viel Repertoire zu sichten und längst nicht alles geschafft) und alle drei kamen super an. Der allererste Kommentar nach dem ersten Durchspielen des ersten Stückes kam von dem netten, zurüchaltenden Cellisten, der meinte: Oh! Du bist eine heimliche Irin! 😀 Das streite ich nicht ab. Irish at heart, obwohl ich nie dort war. Oder vielleicht deshalb, um mal Realismus raushängen zu lassen.

Der Schatten über dieser Probe war, daß praktisch jeder in diesem Ensemble irgendwann in seinem Leben in dem F…, Sch…, Mistorchester gespielt hat, in dem ich vor Jahren auch mal war und alle übereinstimmend der Meinung waren, die intriganteste Person in diesem Orchester sei die Frau, die ich bisher eigentlich für die einzig noch nette dort gehalten habe. Heute habe ich etwas über meine damalige Kündigung und ihre Rolle dabei gehört, daß mich nicht so begeistert. Ich werde darüber nachdenken müssen.

Dann fand ich noch nette Suchbegriffe (neben den Blogsofakartoffeln Bühnenkuss und Cache Coeur): bilder malen herzen – Jaaa…? Das ist ganz einfach. Denke ich. Links ein Schwupp und rechts ein Schwupp. Oder so wie mein Mann: ein V malen und obendrauf 2 umgedrehte Arschbacken.

rotz an der mütze Wir haben noch keine Kinder.

Draenei Jäger Namen – Das klingt, als würde jemand sich für richtiges RP interessieren. Nun, meine Draenei Jägerin hat kürzlich eine Wandlung durchgemacht und das Volk gewechselt, da ich einfach nicht mit ihr spielen konnte. Und weil ich die Hand von Argus verabscheue. Und nicht immer die einzige zweieinhalb Meter hohe blaue Frau mit Hufen sein wollte. Aber ich würde empfehlen, mal in den WoW Foren nach Lore zu gucken oder mit einer anderen Figur ein bißchen über die Azur- und Blutmythosinsel zu laufen und sich die Namen der NPCs anzusehen.

Jedenfalls – ich = happy. Sie mögen meine Lieder. 😀 Sie mögen meine Lieder. Ich werde das jetzt den ganzen Abend vor mich hinsingen. Der Bär sagt, dann sei ich ja jetzt wohl offiziell Komponistin – nach diesem fachlichen Feedback. Und der Bär selbst hat in den letzten Tagen derartig viel positives Feedback von seinen Auftraggebern erhalten, daß dadurch mehr als wettgemacht wird, daß seine Mutter ihm ein Paket geschickt hat mit Büchern, die sei meinem Vater zurückgeben sollte. Statt sie direkt an meinen Vater zu schicken. Wortlos. Plakativ. Hier sind Eure letzten Sachen, damit trennen sich unsere Wege. Und genau, wie ich ihr in meiner Email schrieb: Jeder andere, für den der Bär arbeitet, leistet vernünftige Zuarbeit und läßt den Bären dann den fachlichen Teil ohne unnötige Einmischung machen. Jeder hat gelernt, Bitte und Danke zu sagen und besitzt wenigstens den Anstand, eine Gegenleistung anzubieten, auch wenn das finanziell nicht drin ist. Und bisher hat noch jeder sich nach einem halben oder ganzen Jahr wieder beim Bären gemeldet, einfach nur, um begeistert zu erzählen, wie viele Leute in die Konzertreihe strömen, seit seine Plakate benutzt werden, oder wie die Heilpraxis anläuft seit der tollen Homepage. Der Bär ist einfach ein toller Bär und darf zu Recht sehr stolz auf sich sein. Ist er auch gerade, weil er im Austausch für ein Logo eine X-Box kriegt. Oder sowas. Ich verstehe nichts davon, aber es ist ein kleiner Kasten, der große Bären glücklich macht.

Und auf der Fahrt nach Berlin haben sie auch noch Mumford & Sons im Radio gespielt! Ist so viel Glück zu fassen?

4. Februar 2011

Jean Kilbourne

Ich weiß nicht, wo der Bär immer seine Informationen hernimmt, aber diesen kurzen und gut verständlichen Vortrag (englisch) müßt Ihr Euch einfach ansehen. Wir alle wissen, daß mit dem Frauen- (und by the way auch dem Männer-) bild in der Öffentlichkeit irgendwas massiv nicht stimmt, aber Jean Kilbourne bringt es fantastisch direkt auf den Punkt. Ohne Anti-Männer-Kampfaufrufe, schlicht und sehr authentisch. Ich bin wirklich begeistert. Hier ist der erste kurze Teil, die anderen sind ebenfalls bei Youtube zu finden.

4. Februar 2011

My Lord what a morning

Heute Nacht WoW gezockt. Es war super lustig. Verabredet waren wir (die vier Gildenmitglieder, die die Gilde mit einer Million Twinks füllen) an der Kathedrale, in der um 8 eine Messe gehalten wurde. Die Predigt kam von einem Mitglied einer anderen Gilde – es waren mehrere andere vertreten, die Kathedrale war ziemlich voll – und war ziemlich, ähm, fundamentalistisch. Die Emotes und Gedankenblasen der geduldigen Zuhörer (das dauerte eine Stunde) waren auch entsprechend witzig zu lesen. Dann spielten wir einfach so noch weiter und es wurde ein schöner Abend. Der Bär hatte mir Wein an den Computer gestellt, ich selbst hatte mir Kaffee gemacht, nichtmal so sehr zum wachbleiben, sondern einfach weil ich das mit Wohlfühlen verbinde, und dazu knabberte ich mit Begeisterung auf Erdnüssen herum. Ich weiß nicht, ob es die tödliche Mischung Wein-Kaffee-Nüsse ist oder nur einer der Bestandteile zu so später Stunde, aber uärgs, hatte ich heut früh Bauchweh.
Also wollte ich mir, ganz braves Kind, einen Magen-Darm-Tee zum Frühstück machen. Lege einen Teebeutel in eine Tasse, drücke auf den Wasserkocher, warte bis das Wasser kocht, beginne zu gießen und – hm? Das Wasser ist schwarz. Ich denke, ich guck nicht richtig und gieße probeweise etwas Wasser in eine Glaskaraffe. Schwarz. Ich gieße den Rest des Wassers in den Ausguß. Der ganze Ausguß schwarz. Ich öffne den Wasserkocher – kein Kaffeesatz zu sehen. Ich war seit gestern Abend (vor dem Wein!) nicht mehr in der Küche und habe den Wasserkocher heute nicht angefaßt, da er noch gut gefüllt war. Ich war auch wie gesagt nicht an der Kaffeedose – nur am Teeregal. Und dem Bären sähe es nicht ähnlich, falsche Dinge in richtige Dinge zu schütten. Bär? War heute früh irgendwas Unnormales im Gange?
Nun ja. Ich habe den Wasserkocher mit Zitronensäure gefüllt und ausgekocht. Wer weiß, vielleicht gibt es ja satanischen schwarzen Kalk. Muahaha. Und mir stattdessen einen halben Liter Orangensaft eingefüllt, damit ich es bis zu meiner Klavierschülerin die Straße runter schaffe, bei der es immer einen schönen Tee gibt.

Hoffentlich geht der satanische Kalk bis heute Mittag weg. Ich spüre Gedichte und Bilder und Musik am Anschlag und ohne Tee und Kaffee wird es kein Vergnügen, die niederzuschreiben…

3. Februar 2011

Freundliche Ablenkung

…vom Schwiemuproblem. Meine letzte Mail hat nämlich nicht mehr sie selbst beantwortet, sondern ihr Lebensgefährte, in einem abartig prollig-aggressiven Tonfall. Ich zitiere mal nur den letzten Satz wörtlich: Noch eine beleidigung und ich sage euch, dass ich meinen wagen starte und losfahre zu euch. Jaaa… was sagt man darauf? Richtig, nichts. Mir ist das ein zu niedriges Kommunikationsniveau, und der Bär wollte einen Tag abwarten, ob seine Mutter sich von der ihm durch ihren Lebensgefährten angedrohten körperlichen Gewalt wohl distanzieren wird. Ist das nicht einfach nur unendlich traurig? Vielleicht muß der Mann mal eine Pränominaltherapie machen… (Nein, er heißt nicht Dieter.)

2. Februar 2011

Kochen und Malen

So, damit hier heute nicht nur ausgekotzt wird an Lichtmess, schreibe ich mal noch einen zweiten Artikel hinterher. Da Bride / Brighid ja ihre drei Feuer am Laufen hält und heute ihr Feiertag ist, wird dieser Artikel über Kochen und Malen sein. 🙂 Das Feuer des heimischen Herdes und das der Inspiration sozusagen. Das dritte, das der Divination, findet mehr innerlich statt, dort aber mit Schwung.

Also gut. Am Wochenende wollte meine Mutter, die Muffins liebt und das Wort deutsch ausspricht, ihr Weihnachtsgeschenk, ein Muffinsbackbuch (bitte deutsch ausgesprochen denken) endlich mal benutzen und lud uns beide ein. Sie wollte Lachs-Sahne-Muffins machen. Wir kniffen bei der Vorstellung beide Augen zusammen, denn zum einen kennen wir schon eklige frühe Versionen deutschsprachiger Muffins – meine Mutter steht auf „Bio-Öko-Haste-nich-jesehn“ wie sie es nennt und das ergibt dann staubtrockene, quasi zuckerfreie Roggenvollkornpseudoschokomuffins – und zum anderen gibt es überhaupt nur eine richtige Sorte Muffins: die dunkelschwarzbraune mit den riesigen Schokostückchen, die vor Fett praktisch triefen. Und jetzt sollten es herzhafte Muffins werden? Wir waren skeptisch. Außerdem wollten wir den Abend gemütlich zu Hause bei einem Film verbringen und so fuhren wir zum Kaffee zu meinen Eltern, wünschten meiner Mutter viel Glück beim Backen und wollten wieder fahren, bevor etwas Schlimmes passiert. Aber – Ha! Die Rechnung hatten wir ohne Supermum gemacht. Entschlossen packte sie mir Lachs, Sahne, 2 Bioökohastenichjesehn-Eier (man braucht für das Rezept nur eins, aber mit dem einen könnte ja was sein), eine bereits halbierte Zitrone und 2 Packungen Blätterteig (man braucht nur eine, aber…) ein und nur mit Mühe konnte ich sie davon abbringen, auch noch Salz, Pfeffer und Dill dazuzutun. Dann plötzlich war ich es, der viel Glück beim Backen gewünscht wurde und so kam es zum großen Showdown in der Küche.
Dazu muß man vielleicht wissen, daß ich nie koche, wenn mein Mann da ist. Er kocht. Er macht das super und ich esse gerne, die Aufgaben sind ganz klar verteilt. Ich bin mit Fertigtortellini in Fertigsauce mit Fertigkäseraspeln glücklich. Er dagegen kann nichtmal mit ansehen, wie ich Nudeln koche, ohne blass zu werden. Daher verzog er sich ans gegenüberliegende Ende der Wohnung, während ich mir die Küchenschürze umbinde. (Ich trage diese Schürze übrigens sehr oft und gerne, allerdings nicht beim Kochen sondern beim Malen. Naja, riecht sie eben auch mal nach Essen.)

Und dann ging es los. Ofen vorheizen, das ist einfach, das kann ich. Blätterteig ausrollen. Ha. Easy. Lachs würfeln und im Saft einer halben Zitrone liegen lassen. Okaaaay… wie kriege ich den Saft aus Supermums halber Zitrone, wenn ich grad das Dingsda nicht finde? Richtig. Quetschen. Und wie heißt es in Lateinamerika so schön? Es ist egal, wohin Du die Orange hältst – sie trifft immer das Auge. Gut, geschafft. Jetzt Förmchen ausstechen. Hmm… Ich besitze gar nichts, um Förmchen auszustechen, außer kleinen Metallweihnachtsbäumen. Aber gewußt wie: Ich besitze unter vielen für das Ausstechen ungeeigneten Tassen auch eine unglaublich häßliche mit goldenem Namenszug, die mir eine wunderbar bösartig veranlagte Freundin mal in Maria Taferl in Niederösterreich gekauft hat. Deren Rand machte Muffinkreise, die genau in die Förmchen paßten.
Jetzt weiß ich auch endlich, warum dieses häßliche Ding schon so viele Jahre bei mir überlebt hat, während die schönen Tassen alle nach und nach kaputt gingen. Sie hatte noch ein Lebensziel zu verwirklichen. Da sie immer noch ganz ist, nehme ich an, ich werde noch mehr Muffins backen.
Jedenfalls werden diese Kreise dann in Muffinförmchen aus Papier gegeben als Boden. Dann rührt man eine Sauce an aus einem Ei, 200 ml Sahne, Salz Pfeffer und Dill (laut Rezept), verteilt die Lachsstückchen in den Förmchen und kippt die Sauce hinterher.
Normalerweise müßte man das jetzt in den Ofen schieben. Aber so geht das doch nicht. Da sind auf dem Papier vom Blätterteig noch so viele hübsche Rauten und Dreiecke übrig, damit läßt sich doch noch etwas anfangen? Genau. Die Muffins bekommen im Hause Bär/Wolf noch ein kleines Deckelchen.
Na, das sieht doch gleich viel besser aus. So, jetzt kommen sie aber wirklich in den Ofen, und zwar für 8-10 Minuten bei 180° Umluft. Während sie backen, nochmal eine kurze Anmerkung zur Würze: Ich hasse Dill. Deshalb habe ich keinen drangemacht. Stattdessen habe ich mich für viel Petersilie untschieden. Nachdem wir die Muffins probiert haben, glaube ich, daß da auch große Spielräume existieren. Ich denke, man könnte auch ein wenig Tomatenmark in die Sauce mengen und das Ganze mit Knoblauch und/oder Basilikum anreichern. Blätterteig ist ja eine dankbare Grundlage für praktisch alles.
So sehen die guten Stücke dann fertig aus: Yummie. Dazu haben wir Drachenzähmen leicht gemacht gesehen und Tränen gelacht. Einige dieser Drachen haben unheimliche Ähnlichkeit mit Labradoren. Dieser Film ist wirklich fantastisch und nicht umsonst so gut bewertet bei der imdb.

Und für alle, die sich bei dem letzten Foto wundern: Jaaa! Es gibt tatsächlich Muffinsbackbleche. Die haben vorausgestanzte muffinförmige Aussparungen, 12 Stück an der Zahl, also gleichermaßen gut auf drei oder vier Leute aufteilbar. Aber Supermum hat mir natürlich zusätzlich noch Papierförmchen mitgegeben, die ich in die Blechförmchen hineingetan habe, damit der Aufwand beim Saubermachen nachher nicht so groß wird. Unglaublich, nicht wahr? Da werden die Muffins auch alle gleich groß. Das ist erstaunlich. Wenn ich mal eine Schokomuffin-Backmischung angerührt habe, hatten die Dinger immer lustige Formen und sehr unterschiedliche Gewichte. Nun gut.

Jetzt zum Feuer der Inspiration. Das ist nicht ganz so spektakulär, aber ich habe mich mal ein bißchen ausgetobt und jede Menge Bleistiftskizzen gemacht sowie nochmal mit den Acrylfarben gespielt.


Der Flügel war als solcher ziemlich schön, bevor ich angefangen habe, mich mit Farben auszutoben. 🙂 Jetzt ist er halt von etwas dadaistischen Motiven bedeckt, aber ich fand es interessant, herauszufinden, was mit helleren Farben auf Blau passiert. Und meine Bleistiftskizzen werden langsam besser, insbesondere auch die Gesichter. Leider gelingt es mir noch nicht, aus einem gut skizzierten Gesicht ein gutes Bild zu machen. Hab’s gestern erst wieder versucht, aber in Acryl verschwimmen mir die Proportionen wieder. 😦 Nun ja. Üben, üben, üben.

2. Februar 2011

Soap Opera – einmal auskotzen

Ich fühle mich gerade wie in der schlechtesten denkbaren deutschen Soap. Ich streite mit meiner Schwiegermutter. Ohne da jetzt ins Detail gehen zu wollen – ich beobachte seit Jahren ein absolut krankes Abhängigkeitsverhältnis zwischen ihr und meinem Mann, der für alles herhalten darf, was bei ihr schiefläuft (Miete zu hoch – Bär anrufen, Kühlschrank brummt – Bär anrufen, Computer kaputt – Bär anrufen) und der sich auch wirklich nach bestem Gewissen um alles gekümmert hat, obwohl er noch zusätzlich bei jedem, wirklich jedem Besuch, den wir dort gemacht haben (ja, wir wurden erst anläßlich unserer Hochzeit mal selbst besucht, weil, ich zitiere: Och, das ist doch so weit und ich arbeite doch) ausgenutzt wurde, um Grünschnitt wegzufahren, Satschüsseln anzubringen und Computer zu reparieren. Mein persönlicher Tiefpunkt war ihr 50. Geburtstag, zu dem wir natürlich fuhren, nachdem der Bär noch einige Stunden auf der Arbeit war. Wir mußten am selben Tag hin und zurück (je 3 Stunden Fahrt), weil ich am nächsten Morgen arbeiten mußte, und hatten das auch angekündigt. Kaum waren wir da, hieß es: Junge, kannst Du nicht mal einen Blick auf den Computer werfen. Sechs (!) Stunden später kam der „Junge“ auf dem Zahnfleisch in den mütterlichen Kleingarten gekrochen, um eben noch etwas Abendbrot einzuschieben. Als wir dann nachts um 11 loswollten, weil ich um 9 auf der Arbeit sein mußte, fragte die Verwandschaft von weiter weg, wer sie denn jetzt ins 30 Minuten entfernte Hotel bringen könnte. Ich war erst arglos, da ja alle zwischen dem Hotel und dem Kleingarten wohnten und jeder einen Führerschein hatte – und unsere Autobahnabfahrt gleich hier beim Garten lag. Aber nein! Natürlich waren wir es, die eine halbe Stunde in die Stadt gurkten, die Verwandten samt Koffer ins Hotel stellten und sich dann erst ihren halbstündigen Weg zurück zur Autobahn suchten. Und jetzt im Januar gab es den letzten Tropfen im Fass.

Ich habe ihr eine Email geschrieben, in der ich wirklich kein Blatt mehr vor den Mund genommen habe. Nun, ich habe sie nicht mit Tiernamen belegt, aber ich habe wirklich deutlich gemacht, was ich davon halte, wie sie ihren Sohn – der aus Frust seit zwei Wochen nicht mehr ans Telefon geht, wenn ihre Nummer auftaucht – behandelt. Und genau wie der Bär es mir vorausgesagt hat, kam nichts bei ihr an. Heute früh weckte mich der Bär, erzählte mir, daß sie geantwortet hat und daß ich jetzt erfahren dürfe, womit er seit 30 Jahren lebe: Totale Ignoranz, egal, was man sagt.

Sie antwortete in zwei Teilen. Zuerst an „Mein lieber Sohn“ – sie könne nicht glauben, daß er seine Frau beauftragt habe, sie so zusammenzufalten. Und weiter in dem Ton. Hallo? Wenn sie es nicht glaubt, soll sie es nicht schreiben. Es sieht ihrem Sohn auch überhaupt nicht ähnlich, irgendwen für irgendwas loszuschicken, was sie wüßte, wenn sie sich je die Mühe gemacht hätte, ihn mal kennenzulernen als der Mann, der er ist.
Dann an mich: Die Email beginnt mit dem Satz „DAS war falsch, ganz falsch!“ (Da ich kein Hund in der Hundeschule bin, beeinflußt mich diese Einschätzung nicht im Geringsten) und endete mit „Und nochwas – Du solltest Dich schämen!!“ – Joah. Ich denke schon länger über die tiefere Bedeutung der Worte „unverschämt“ und „schamlos“ nach und fand sie immer sehr schön. Daraufhin konnte ich ihr natürlich nur antworten, daß ich mich schämen würde, wäre ich eine Frau, die nicht für den Mann, den sie liebt eintritt, daß ich aber so wie die Dinge stehen, stolz auf meine Ehe bin und darauf, zu einem mündigen Menschen erzogen worden zu sein.

Dann schrieb ich das meinem Mann, der meinte: Schade um den Hund. Ja, schade um den Hund… Aber noch viel viel schader um den wunderbaren Mann. Bär, ich weiß, daß Du mein Blog immer liest und ich hab Dich furchtbar lieb. Ich bewundere, wie Du auf so einer Grundlage so ein toller, loyaler, aufrechter Mensch werden konntest. Wenn Du das möchtest, werde ich auch wieder lieb und höflich zu Deiner Mutter sein, das Problem stellt sich ja vermutlich spätestens, wenn Du ein Geburtstagspäckchen kriegst. Aber ich bin froh, wenigstens einmal gesagt zu haben, was Sache ist.

30. Januar 2011

Gedankenschnappschüsse am Wochenende

Das letzte Mal zur Arbeit bin ich blasenbedingt lieber mit dem Auto gefahren, auch wenn die Fahrt irgendwie unter einem schlechten Stern zu stehen schien. Erst war eine derartige Ölschicht an der Tankstelle, daß ich mit Schwung von den Pedalen gerutscht bin; schließlich (als alles abwischen nichts half) fuhr ich die 80 Kilometer mit Socken, um wenigstens minimalen Grip zu haben. Dann meinte in der Stadt ein Tanklaster, mal eben ohne zu blinken und ohne zu gucken die Spur wechseln zu müssen – mit mir in seinem toten Winkel. Naja, in einer Großstadt rechnet man wohl nicht mit anderen Autofahrern. Und dann war mein üblicher Parkplatz wegen Überfüllung geschlossen und ich zu knapp dran, um ausgiebig nach einem halbwegs legalen anderen Platz zu suchen, so daß ich direkt gegenüber des Hauses im absoluten Halteverbot vor der Bayrischen Botschaft Vertretung stand. Bisher kam kein Knöllchen, und da das Wetter schlecht war, hoffe ich mal, daß es keiner gemerkt hat.

Suchbegriffe: Nachdem schon monatelang nur „Cache Coeur stricken“ in der Suchleiste auftaucht, gab es letzte Woche das Highlight „WordPress Kaffee“ und heute „Brigittenkreuz herstellen“. Das freut mich wirklich, vor allem letzteres. Es ist ziemlich einfach – Bastelstroh kaufen, kurz einweichen, damit es nicht bricht, zwei Halme zu einem Kreuz übereinanderlegen und dann einen weiteren Halm über den Querhalm abwärts falten, das Kreuz um 90° drehen, einen Halm abwärts falten, Kreuz drehen… und wenn es schön aussieht, die Kreuzenden verschnüren. Ich glaube, vor einem Jahr habe ich eine Anleitung dazu verlinkt, die ich beim Ord Brighideach International gefunden hatte. Und da Lichtmess ja ohnehin vor der Tür steht, verlinke ich das Video gleich noch einmal:

Das Zitat der Woche ist ein Bibelzitat. „Steh auf, nimm Dein Bett und geh“ sprach Jesus zu einem Kranken, der daraufhin aufstand und, man ahnt es, sein Bett nahm und ging. Die Vorgeschichte ist laut Bibel die: Es gab den Teich Bethesda etwas außerhalb Jerusalems, dessen Wasser sich gelegentlich bewegte. Man nahm an, daß es von einem Engel bewegt würde und daß wer zuerst nach der Bewegung hineinstieg, von jedweder Krankheit geheilt würde. Nun ist es natürlich etwas schwierig, der erste zu sein, noch dazu, wenn man wirklich krank ist und mal eben nicht so schnell kann. Außerdem finde ich es etwas schwer vorstellbar, daß es einem Engel Spaß machen sollte, zu gucken, wer sich ellbogenmäßig durchsetzt und den Betreffenden dann zu heilen. Jesus fand das Ganze offenbar auch relativ sinnbefreit und ging zu einem Mann, der seit 38 (!) Jahren dort auf einer Bahre lag und darauf wartete, einmal der Erste im Teich zu sein, und – wenn ich das mal so frei interpretieren darf – schnauzte ihn an. Steh auf, nimm Dein Bett und beweg endlich Deinen Arsch. Du hast Dein Leben damit vergeudet, hier herumzuliegen und von Almosen zu leben. Du hast die Möglichkeit verleugnet, alle Möglichkeiten im Leben zu haben und es stattdessen vorgezogen, passiv zu bleiben. Du hast Angst vor der Macht Deiner Eigenverantwortung und liegst lieber im Staub. Du hast 38 Jahre lang nicht einmal versucht, auch nur einen einzigen Schritt zu gehen. Genug!
Das finde ich doch sehr aufbauend. Und umso mehr, wenn man sich dazu ansieht, wieviele Schritte ein Eichhörnchen in nur zwei Wochen lernt:

25. Januar 2011

Urlaubsüberlegungen

Gestern Abend, als ich mich vor brennendem Blasenschmerz auf der heizdeckengewärmten Matratze zusammengekugelt hatte, meinte mein Bär, ich solle doch mal einen richtig tollen Urlaub in Irland oder Schottland planen. Denn schließlich würden wir so bald nicht mehr die Gelegenheit dazu haben und früh plant sich, was ein Urlaub werden will. Da sage ich nicht nein. =D
Daher stelle ich den Urlaub mal hier in den Raum, denn ich hoffe auf Eure Ideen und Tips in den Kommentaren. Gleich mal vorab: wir haben kein Geld zu verschenken derzeit. -.- Wer also weiß, wie man am sparsamsten übernachtet und sich fortbewegt auf den Inseln, bitte immer her mit den Gedanken. Auch die Frage Fähre oder Flugzeug stellt sich noch, aber da muß ich mal richtig durchrechnen.
Nun gibt es einige Orte, die ich sehr gerne sehen will: Canterbury (ok, das ist weder Irland noch Schottland, aber man könnte vielleicht einen Tag auf der Durchreise dort verbringen?), Iona (gibt’s das überhaupt noch so richtig?) und einiges, das ich absolut sehen MUSS: Bangor 😀 und vielleicht die Umgebung, das alte Dalriada, also Downpatrick und interessante kleine Sachen dazwischen. Nun liegt letzteres in Nordirland – gibt es da irgendwas zu beachten bei der Ein- und Durchreise?
Und da mein Mann nicht gerade ein verklärter Kultstättengucker ist wie ich wollen wir auch auf jeden Fall ein wenig Städte betouren, also mindestens Dublin. Jaaa! Dublin! Und da wäre meine Frage: Wo liegt das echte Dublin? Ich meine, etwas tourismusferner? Ich erinnere mich, daß wir in Wien niemals nach Grinzing gefahren sind zum Heurigen trinken, weil da nur die Touris waren. Alle anderen hatten ihre eigenen Anlauforte, und ich würde wahnisnnig gerne ein Stout unter Iren trinken. Ich will das Book of Kells sehen und Bedes Grab. Und einfach alles, was dazugehört.

So, ich wechsle jetzt mal auf eine andere Ebene.